Der Schlagabtausch zwischen AMD und Nvidia geht in die nächste Runde: Beide Hersteller präsentieren mit Radeon HD 4890 und GeForce GTX 275 je einen neuen Grafikchip. Wir vergleichen die Neuzugänge im Test und präsentieren die besten Alternativen.

AMD und Nvidia haben wieder neue Modelle am Start. Dabei bedienen beide Unternehmen mit der Radeon HD 4890 und der GeForce GTX 275 dieselbe Preis-Kategorie: Karten bis zu rund 250 Euro. Damit kommen Grafik-Fans günstiger an absolute Spitzen-Grafikkarten als je zuvor. Wir haben die beiden neuen Grafikchips getestet und sagen, welche Karte derzeit die bessere Wahl für ambitionierte Gamer ist.

GeForce GTX 275 gegen Radeon HD 4890

Mit der GeForce GTX 275 bedient Nvidia die bezahlbare Highend-Klasse - und AMD schlägt mit der Radeon HD 4890 in die gleiche Kerbe. Wir haben beide getestet und sagen euch, wo das Zugreifen lohnt.

Grafikkarten-Vergleich - Geforce vs. Radeon: superschnell und extragünstig

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Superschnell und supergünstig: AMD und Nvidia schlagen zur nächsten Runde.
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Preislich ist der Sprung von der Mittelklasse in den Highend-Bereich oft ziemlich groß. Während bereits für rund 150 Euro eine gute Spielerkarte zu bekommen ist, müsst ihr für die absoluten Spitzenkarten 350 Euro oder gar mehr auf den Tisch legen. Die offensichtliche Lücke sollen zwei neue Modelle schließen: Sowohl die GeForce GTX 275 als auch die Radeon HD 4890 kosten zwischen 230 und 250 Euro.

Empfehlung der Redaktion

Zotac GeForce GTX 275 AMP!

Zotac bringt mit der GeForce GTX 275 AMP! Edition eine leicht übertaktete Version des Standard-Chipsatzes auf den Markt. Die Karte verfügt über 896 MByte GDDR3-Speicher, der mit einer Taktfrequenz von 2.520 MHz betrieben wird und über ein 448 Bit breites Interface an den Chipsatz angebunden ist. Die GPU läuft mit 702 MHz Takt. Wie die GTX 285 basiert die neue Karte auf der GT200b-GPU, die mit 240 Shader-Prozessoren ausgestattet ist. Damit positioniert Zotac die Karte primär für die Fraktion der Spieler – alle anderen Nutzergruppen können mit der Power kaum etwas anfangen.

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Zotac Geforce GTX 275 AMP!: starke Grafikkarte für Gamer.
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Die Benchmarks sind sehr gut: Mit 14.690 Punkten im 3DMark 06 liegt die Karte zwar noch hinter der hauseigenen GTX-280-Konkurrenz, 12.080 Punkte im neueren 3DMark Vantage drehen den Spieß jedoch um. Der GPU-Test des PCMark 05 ergibt 21.972 Punkte – einer der besten Werte, die wir je gemessen haben. In Sachen Lautheit liegen unsere Messwerte in einem erträglichen Bereich. Ob in Ruhe oder unter Volllast – die Karte bleibt stabil zwischen 2,6 und 2,8 sone.

Fazit:

Die GeForce GTX 275 AMP! Edition ist eine hervorragende Karte für alle ambitionierten Spieler. Der Preis von rund 250 Euro ist für die gebotene Leistung absolut angemessen – für die etwas stärkere GTX 285 müsst ihr rund 100 Euro mehr ausgeben. Wenn ihr aus euren Spielen das Maximum herausholen wollen, ist unsere Empfehlung eine gute Wahl.

Preis: rund 250 Euro

AMD-Alternative

Asus EAH4890

AMDs neues Single-Core-Flaggschiff setzt auf eine überarbeitete Version der aktuellen GPU-Generation. Der RV790 ist im 55-nm-Verfahren gefertigt. Der Grafikchip wird mit einer Taktfrequenz von 850 MHz ausgeliefert. AMD-typisch liegt der Shadertakt der 160 Stream-Prozessoren ebenfalls bei 850 MHz. Die Karte ist mit 1 GByte GDDR5-Speicher ausgestattet, der mit einem Speichertakt von 1.950 MHz betrieben wird. Somit hält sich Asus an die Vorgaben des AMD-Referenzdesigns.

Grafikkarten-Vergleich - Geforce vs. Radeon: superschnell und extragünstig

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Asus EAH4890: flotte Grafikkarte, aber sehr laut.
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Obwohl die Karte im Test nicht ganz an die Zotac GeForce GTX 275 AMP! herankommt, liefert sie durch die Bank sehr gute Werte in Sachen Leistung – dennoch liegt sie in der Gesamtwertung nur auf dem 26. Platz. Der Grund dafür: Die EAH4890 ist sehr laut. Das AMD-Referenz-Kühlsystem, auf das Asus setzt, macht gerade im 3D-Betrieb ordentlich Lärm. Im Mittel 6,2 sone sind, im Vergleich zu vielen anderen Karten dieser Leistungskategorie, schlicht zu hoch. 2,7 sone im 2D-Betrieb sind zwar wesentlich weniger, aber immer noch gut hörbar. Man sollte also keinen besonderen Wert auf einen leisen PC legen, wenn ihr diese Karte einbaut.

Fazit: Leistung hui, Lautheit pfui. Diese Zusammenfassung beschreibt AMDs neues Flaggschiff kurz und knapp. Spieler, die stets mit Headset unterwegs sind, dürfen durchaus zugreifen – alle anderen sollten eher die Finger von der Karte lassen und zum Nvidia-Modell greifen.

Preis: rund 220 Euro

Klasse Karten: Top-Modell und Spitzen-Schnäppchen

Die Bestenliste unserer Hardware-Partner von CHIP beinhaltet aktuell 62 Grafikkarten – darunter ragen zwei Modelle aus der Masse heraus. Unser Testsieger definiert das obere Ende der Skala, während unser Schnäppchen sich vor allem an sparsame Gamer richtet.

Super Leistung, fast nicht hörbar und dennoch nicht überteuert: Unser Spitzenreiter weiß in vielen Belangen voll zu überzeugen. Wer mehr als 300 Euro für eine Grafikkarte investieren kann und will, liegt hier definitiv nicht falsch. Für kleinere Geldbeutel eignet sich unsere Schnäppchen-Empfehlung. Die meisten Spiele laufen damit selbst auf sehr hoher Detaildichte absolut flüssig und ohne Ruckler. Das Beste: Ihr müsst dafür nicht mal 150 Euro hinblättern.

Testsieger:

Zotac GeForce GTX 285 AMP!

Nvidias GeForce GTX 285 ist der Nachfolger der GeForce GTX 280. Unser Platz 1 kommt von Zotac und wird als AMP!-Edition mit leichter Übertaktung verkauft. Die GeForce GTX 285 ist im modernen 55-nm-Verfahren gefertigt und greift auf 240 Shader-Prozessoren zurück. Die GT200b-GPU taktet 702 MHz, die Shader werden mit 1.512 MHz betrieben. Als Speicher stehen 1.024 MByte nach GDDR3-Standard bereit, die mit 2.592 DDR-Takt angetrieben werden. Das 512 Bit breite Speicherinterface fällt – auf die einzelne GPU projiziert – sogar noch größer aus, als bei der teureren GTX 295 aus gleichem Hause.

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Zotac GTX 285 AMP!: Platz 1 in der Bestenliste.
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Beim 3DMark Vantage überzeugt die Karte sogar mehr als die Dual-GPU-Konkurrenz und setzt mit 15.554 Punkten einen neuen Bestwert. Das ist darauf zurückzuführen, dass dieser Benchmark nicht auf SLI oder Crossfire ausgelegt ist und die Werte des GeForce GTX 285 unter Single-GPU-Aspekten höher ausfallen. Im 3DMark 06 erreicht sie 12.339 Punkte, beim PCMark 05 10.382 Punkte – starke Leistung. Besonders herausragend ist die geringe Lautheit mit durchschnittlich 1,1 sone im 3D-Betrieb und 0,8 sone im 2D-Betrieb. Somit ist die GTX 285 AMP! stets kaum hörbar.

Fazit: Nvidia bietet mit der GeForce GTX 285 einen absoluten Kracher. Die getestete Zotac-Karte gehört zu den schnellsten Ein-Chip-Lösungen, die derzeit auf dem Consumer-Markt zu finden sind. Dazu kommt ein ausgeklügeltes Kühlsystem, das selbst in hitzigen Gefechten Ruhe bewahrt – ideal für entspannende Spiele-Abende.

Preis: rund 320 Euro

Schnäppchen- Empfehlung

Sapphire Radeon HD 4870

Tolle Karte, toller Preis: Die Radeon HD 4870 kostet knapp 140 Euro und ist unser Geheimtipp bei den Ein-Chip-Highend- Grafikkarten. Die technischen Daten wirken durchwegs kraftvoll: Die GPU ist mit 160 (5D) Shadereinheiten ausgestattet, verfügt über eine Taktfrequenz von 780 MHz und unterstützt die Spezifikationen von DirectX 10.1 und somit auch das Shader-Modell 4.1. Sapphire verbaut 512 MByte GDDR5-Speicher, der mit sehr hohem 3.600-MHz-Takt arbeitet. Der Speicher ist über ein 256 Bit breites Interface angebunden.

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Sapphire Radeon HD 4870: tolle Spieler-Grafikkarte unter 150 Euro.
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Die Leistung der Radeon HD 4870 kann sich sehen lassen: 14.486 Punkte im 3DMark 06, 21.647 Punkte im GPU-Test des PCMark 05 und 8.625 Punkte im 3DMark Vantage sorgen für 65 Punkte in der Leistungswertung. Somit platziert sich die Karte im oberen Mittelfeld, reicht aber dennoch für alle aktuellen Spiele aus. Auch in Sachen Lautheit überzeugt die Sapphire: Unsere Messungen ergaben einen Mittelwert von 1,6 sone im 3D-Betrieb und 1 sone im 2D-Betrieb. Damit ist die Karte in allen Betriebslagen kaum hörbar und eignet sich sowohl für leise Multimedia-Maschinen als auch für jeden flotten Spiele-PC.

Fazit: Im Bereich bis 150 Euro ist die Radeon HD 4870 unsere absolute Empfehlung. Die technischen Daten und Messwerte weisen sie als eine zukunftssichere Grafikkarte aus, die auch mit kommenden 3D-Games Schritt halten wird.

Preis: rund 140 Euro