Autor: Florian Holzbauer

Die Grafikkarte steht trotz vieler Onboard-Lösungen weiter hoch im Kurs: Durch eigenen Speicher und einen starken Grafikkern bekommen vor allem Spieler das Plus an Leistung, das sie benötigen. Wir zeigen euch, für wen sich eine Grafikkarte lohnt und welche Modelle besonders empfehlenswert sind.

Eine Grafikkarte ist eine eigenständige Platine, die aktuell in den PCI-Express-Slot gesteckt wird. Im Vergleich zur Onboard-Grafik, die direkt auf dem Mainboard verbaut ist, verfügt eine Karte über eine große Menge eigenen Speicher und deutlich komplexere Strukturen. Das Ergebnis ist hohe Leistungsfähigkeit, aber auch höherer Stromverbrauch.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
Mehr Power: Vor allem Spieler werden erst mit leistungsfähiger Grafikkarte richtig glücklich.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dennoch passt nicht jede Grafikkarte zu jedem System. Spieler stellen hohe Ansprüche an eine Grafikkarte - die Preisschwelle dieser Modelle liegt weit über 100 Euro. Einsteiger hingegen kommen auch mit günstigen Lösungen aus, die bereits ab 30 Euro erhältlich sind. Diese Nutzer profitieren vor allem vom mitgelieferten Videospeicher, weil der Arbeitsspeicher dadurch weniger belastet wird. Sie sehen: Die Wahl ist nicht ganz einfach. Aber keine Bange, mit uns findet ihr schnell das passende Modell - ohne euren Geldbeutel unnötig zu belasten.

Extrem Highend: Kraftwerk für Power-Gamer

Doppelt hält besser: Im Prozessor-Bereich haben sich zwei Kerne bereits großflächig durchgesetzt. Nun ziehen auch die Grafikkarten-Hersteller nach und bieten Highend-Karten mit zwei GPUs an.

Der gehobene Highend-Bereich ist immer noch teuer. Wollt ihr die maximale Grafikkarten-Power in eurem System haben, müsst ihr mit einer Investition jenseits der 500-Euro-Marke rechnen. Außerdem kommen in diesem Fall nur zwei Möglichkeiten in Frage – AMD oder Nvidia. Onboard-Chips von Intel oder Workstation-Grafik von Matrox erfüllen die hohen Anforderungen der Highend-Gamer nicht mehr.

Neben dem eigentlichen Grafikchip spielen vor allem die Speichermenge und die Taktung von GPU und VRAM eine wichtige Rolle. Die Rechnung ist einfach: Je höher die Taktraten, desto schneller läuft die Grafikkarte. Der wichtigste Nebeneffekt ist jedoch die Wärmeentwicklung – eine übertaktete Grafikkarte verlangt nach besseren Kühlmethoden, einem stärkeren Lüfter oder gar Wasserkühlung.

Wenn ihr auf einen großen Grafikkartenspeicher zurückgreifen könnt, werden dort größere und höher aufgelöste Texturen gespeichert. Gerade in sehr hohen Auflösungen bringt dies einen Leistungsvorteil, da nichts in der sonstigen Hardware des Rechners zwischengespeichert werden muss.

Unsere Empfehlung: Asus EAH3870 X2 1GB

Die Radeon HD 3870 X2 ist AMDs aktuell leistungsfähigster Grafikchip. Ausgerüstet mit zwei RV670-GPUs und insgesamt 1 GByte Video-RAM schlägt die Radeon die stärkste Nvidia-Konkurrenz in vielen Bereichen. Selbst die deutlich teurere GeForce 8800 Ultra auf Basis der G80-GPU erreicht nicht das hohe Niveau der AMD-Grafikkarte.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
Asus EAH3870 X2: Mit der Kraft der zwei Kerne.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ideal: Trotz zweier Grafikkerne und einer riesigen Speichermenge kostet die Karte nur zwischen 380 und 430 Euro. Im Vergleich dazu müsst ihr für eine Nvidia GeForce 8800 GTX mit 768 MByte derzeit etwa denselben Betrag auf den Tisch legen. Achtet jedoch darauf, dass euer Netzteil im Rechner über ausreichend Power verfügt, denn ATIs Gaming-Flaggschiff zieht unter Volllast weit über 300 Watt Leistung.

Preiswertes Highend: Weniger ist mehr

Sparsame Spieler müssen kaum mehr als 180 Euro ausgeben, um eine aktuelle und sehr schnelle Grafikkarte zu bekommen. Klar: Sie sind keine Leistungskönige, machen aber in den meisten Spielen jede Menge Spaß.

Highend für alle: So oder ähnlich müssen die neuen Grafikkarten von ATI und Nvidia beschrieben werden, die zum kleinen Preis Leistung pur liefern. An diesen beiden Herstellern kommt ihr auch hier nicht vorbei: Onboard ist keine Option, Konkurrenz jenseits von AMD und Nvidia sucht man vergeblich.

Ähnlich wie bei Super-Highend setzen wir in dieser Klasse voll auf eine schnelle GPU mit vielen Stream-Prozessoren, hohe Taktraten und eine adäquate Menge an Video-Speicher. 512 MByte reichen für aktuelle Spiele aus; mehr ist nie falsch. Außerdem spielt die definierte Preisgrenze eine große Rolle: Mehr als 180 Euro müsst ihr nicht ausgeben.

Unsere Empfehlung: eVGA e-GeForce 8800GT 512MB PCI-E

Die neue GeForce 8800 GT mit 512 MByte Speicher bietet Leistung pur und hängt viele andere große Namen in Sachen Preis / Leistung gnadenlos ab. Genau wie die neue GeForce 8800 GTS basiert die GT-Version auf der aktuellen G92-GPU von Nvidia. Im Vergleich zur GTS müsst ihr hier nicht aufpassen: Die GeForce 8800 GT gibt es nur mit 512 MByte auf dem Markt.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
e-GeForce 8800GT: High-End für den schmalen Geldbeutel.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die GeForce 8800 GT kommt mit 112 Shader-Einheiten. Die älteren GTS-Karten mit 320 oder 640 MByte Speicher haben lediglich 96 Einheiten zu bieten. GPU- und Speichertakt wurden ebenfalls signifikant angehoben und tragen zur Leistungssteigerung bei. Die eVGA-Grafikkarte gibt es bereits ab rund 180 Euro – ein absolut fairer Preis für das enorme Potential.

Billiglösung: Besser als Onboard

Besitzt ihr nur 1 GByte oder gar weniger Arbeitsspeicher? Dann solltet ihr euch schnell von eurer Onboard-Lösung verabschieden, die in der Regel zusätzlich das RAM belastet.

Einsteiger-Grafikkarten sind günstig und erfüllen die meisten Aufgaben des täglichen PC-Lebens. Der große Vorteil: Sie sind mit eigenem Videospeicher ausgestattet und belasten somit den normalen Arbeitsspeicher des Rechners nicht. Das ist vor allem unter Windows Vista sinnvoll – hier reichen 1 GByte RAM gerade noch aus; diese sollten dann aber voll dem Betriebssystem zur Verfügung stehen.

In der Einsteiger-Klasse spielt vor allem der Preis eine entscheidende Rolle. Die Karte muss keine anspruchsvollen 3D-Spiele schnell beschleunigen. Deshalb sind die GPU, Speichertakt und letztlich auch Speichermenge nur am Rande interessant.

Unsere Empfehlung: Pine XFX GF 8400GS 512MB

Supergünstig und dennoch stark ist die GeForce 8400 GS. Vorweg: Für die meisten Spiele reicht die Leistung zwar nicht, den Windows-Desktop und Videos beschleunigt die Karte dennoch deutlich besser als Onboard-Chips. Ältere Spiele wie "Far Cry" oder "World of Warcraft" laufen darauf ebenfalls problemlos, sofern ihr aktuelle Treiber dafür installiert. Hinzu kommt die Unterstützung von DirectX 10 – und damit auch DirectX 9, das den Aero-Desktop von Windows Vista ermöglicht.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
XFX GF 8400GS: Vollkommen ausreichend für Einsteiger.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Hauptargument – der Preis – schlägt hier extrem zu: Bereits für rund 30 Euro bekommt man eine solche Grafikkarte – günstiger geht es kaum. Dabei erzeugt die Karte kaum störende Nebengeräusche, da der Kühler nicht mit hoher Abwärme zu kämpfen hat. Wer also bedingungslos sparen will und auf separate Grafik dennoch nicht verzichten will, greift hier bedenkenlos zu.

Für AGP-Nutzer: Der alte Steckplatz lebt

Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst Jahre nach Einführung von PCI-Express sind noch viele Rechner mit dem veralteten AGP-Steckplatz im Einsatz.

Besonders AMD hat auf diese Situation reagiert und bringt aktuelle Grafikkarten für die AGP-Schnittstelle auf den Markt. Allerdings ist die Auswahl an Karten gering. Wenn ihr dennoch nicht gleich einen neuen Rechner kaufen oder das Mainboard tauschen wollt, zeigen wir euch das beste Modell, bei dem ihr auch nicht zu tief in die Tasche greifen müsst.

AGP-Nutzer sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass eine neue Grafikkarte nicht in ein neues System mitgenommen werden kann. Es gibt zwar einen Adapter, der es ermöglicht, AGP-Karten auf PCI-Express-Mainboards zu betreiben – dieser funktioniert jedoch nur mit Low-Profile-Karten und wird dadurch uninteressant.

Unsere Empfehlung: Sapphire Radeon HD3850 512MB AGP

Wer wirklich das letzte bisschen Leistung aus einem AGP-System herauskitzeln will, greift am besten zur Radeon HD 3850, die mittlerweile als Version für den veralteten Steckplatz angeboten wird. Technisch entspricht die Karte der PCI-Express-Schwester. Der Rialto-Brückenchip übersetzt quasi von PCI-Express auf AGP.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
Radeon HD3850: Die vielleicht letzte AGP-Bastion.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dennoch: Ihr solltet nur dann zugreifen, wenn ihr euer AGP-System noch mindestens zwei Jahre nutzen wollt, denn die Karte kostet rund 180 Euro. Außerdem sollten ein flotter Prozessor – im besten Fall bereits Dual-Core wie etwa ein Athlon 64 X2 – und eine ausreichende Menge an Arbeitsspeicher vorhanden sein. Sonst ist schnell das restliche System der Flaschenhals und ihr könnt die Leistung der Grafikkarte nicht ausspielen.

Mit TV-Tuner: Kaum Auswahl

ATIs "All-in-Wonder"-Serie erfreute sich vor einigen Jahren noch größter Beliebtheit. In Zeiten der DVB-T-Sticks werden Grafikkarten mit eingebautem TV-Tuner immer seltener.

Grafikkarten-Vergleich - Die richtige Grafikkarte für jeden Geldbeutel

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 49/551/55
Terratec DVB-T Stick: Günstig mit guter Qualität.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das letzte Modell von ATIs Multimedia-Karte nennt sich „All-in-Wonder 2006 Edition“. Sie basiert auf dem ATI X1300-Chipsatz und ist für den PCI-Express-Steckplatz veröffentlicht worden. Derzeit gibt es dieses Modell aber nur noch vereinzelt zu kaufen – und dann auch meist nur gebraucht auf eBay. Ältere Versionen wie beispielsweise die Radeon All-in-Wonder 9800 kosten heute noch weit über 150 Euro – ein heftiger Preis für eine Grafikkarte, die auf einem Chipsatz basiert, der bereits 2003 auf den Markt kam.

Eine wirkliche Option sind Grafikkarten mit eingebautem TV-Tuner daher nicht mehr. Wir raten zum Kauf einer TV-Tuner-Karte oder eines DVB-T-Sticks. Diese erfüllen die Aufgabe gut und kosten sogar in Kombination mit einer flotten Grafikkarte weniger als die Kombinationen. Ein guter DVB-T-Stick ist beispielsweise der Terratec Cinergy T USB XE DVB-T, den ihr einfach an euren USB-Anschluss ansteckt. Die Konfiguration ist denkbar einfach; des Weiteren verfügt er über Funktionen wie Timeshifting, einen elektronischen Programmführer sowie softwareseitigen Werbeschnitt. Das Paket gibt es zum Preis von rund 35 Euro. In Kombination mit der Einsteiger-Grafikkarte GeForce 8400 GS zahlt ihr somit nur 75 Euro.