Der Kampf ist vorbei und der Sieger steht fest: AMD. Beim Ringen um die erste DirectX-11-Grafikkarte konnte sich der Radeon-Hersteller gegen Konkurrent Nvidia durchsetzen. Wir haben uns die neuen Karten genau angesehen.

Microsofts DirectX-11-Schnittstelle gehört zu den am meisten erwarteten Technologien, was den Windows- und Spielerbereich angeht. Obwohl die API noch nicht verfügbar ist, ist der Name in aller Munde. Vor allem natürlich bei den Herstellern von Grafikkarten. AMD untermauert seine Argumentation, DirectX 11 sei die Zukunft für Spiele-Entwickler, mit einem Satz neuer Grafikkarten - der Radeon-HD-5800-Serie.

Grafikkarten - Grafikzauber: Die erste DirectX-11-Karte im Test

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AMD schlägt Nvidia: die ersten DX11-Karten sind da.
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Zwei neue Modelle sind ab sofort erhältlich. Wir zeigen, was die neue Generation kann und welche weiteren Grafikkarten in Zukunft geplant sind. Außerdem hat uns AMD ein Muster der Radeon HD 5870 zur Verfügung gestellt, das wir auf Herz und Nieren überprüft und getestet haben.

Alternativen für Sparfüchse

Oder sind euch die beiden Karten schlicht zu teuer? Dann werft doch einen Blick auf unsere 3 Empfehlungen ab 35 Euro - die können zwar kein DirectX 11, lahm sind sie deshalb aber noch lange nicht und ihr könnt jede Mange Geld sparen.

Radeon-HD-5000-Serie: Start mit der Highend-Klasse

Den Anfang der neuen Grafikkarten-Generation machen zwei Modelle aus dem Oberklasse-Segment: Die Radeon HD 5870 wird das neue Flaggschiff und die Radeon HD 5850 soll vor allem preisbewusste Gamer ansprechen.

Beide Grafikkarten gibt es ab sofort zu kaufen; die üblichen Board-Partner wie Sapphire, Asus oder MSI sind mit dabei und bieten entsprechende Platinen an. Wir stellen euch die neue Serie kurz vor.

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DirectX 11: AMD hat auch diesmal die Nase vor Nvidia.
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DirectX 11 als neues Zugpferd

Das Hauptargument für die neuen Karten ist die Unterstützung der Schnittstelle DirectX in der Version 11. Diese wird mit Windows 7 out-of-the-box und für Windows Vista per Update geliefert. Erste Spiele, die darauf setzen, sollen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Darunter befinden sich bekannte Namen wie Colin McRae: DiRT 2, Battleforge und Alien vs. Predator. Neben den Spielen perfektioniert Microsoft in der neuesten DirectX-Version auch den Bestandteil DirectCompute, der es - grob ausgedrückt - ermöglicht, komplexe Rechenoperationen auf die GPU auszulagern, um die CPU zu entlasten.

Eine weitere große Neuerung ist die Unterstützung der Eyefinity-Technologie, die es ermöglicht, bis zu sechs Displays pro GPU anzusteuern. Demnach sind in einem CrossfireX-System mit 4 GPUs bis zu 24 Monitore möglich. Die Cypress-GPU selbst ist im modernen 40-nm-Prozess gefertigt und soll sich die neue Leistungskrone in Sachen Grafikkarten sichern. AMD setzt - wie schon beim Vorgänger - auf GDDR5, den derzeit schnellsten Grafik-Speicher.

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Radeon HD 5850: Schnelle Grafikkarte für 300 Euro.
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Preis-Leistung: Radeon HD 5850

Dem neuen Flaggschiff, der HD 5870, widmen wir uns ausführlich im Test auf der nächsten Seite. Während wir diese Karte selbst testen konnten, können wir euch zur HD 5850, der kleinen Schwester der HD 5870, nur theoretische Daten anbieten. Die rund 300 Euro teure Radeon HD 5850 basiert auf der RV870-GPU (Cypress) und verfügt über 1.440 Stream-Prozessoren. Der GPU-Takt liegt bei 725 MHz, der 1 GByte große Grafik-Speicher taktet mit 1,0 GHz Frequenz. Während die Karte unter Volllast rund 170 Watt Leistung zieht, soll der Verbrauch im Idle lediglich geringe 27 Watt betragen - wesentlich weniger als noch beim Vorgänger.

Was kommt in der Zukunft?

Drei weitere Karten der Radeon-HD-5000-Serie sind bereits so gut wie sicher. Zum einen will AMD mit einer HD 5870 X2 auftrumpfen, die zwei GPUs auf einer Platine vereint und sich somit den Leistungsthron sichern soll. Der Chipsatz trägt den Codenamen Hemlock und soll laut aktuellen Informationen im November erscheinen. Preise sind bislang nicht bekannt.

Außerdem sollen noch im Oktober die erste Mainstream-Karten auf den Markt kommen. Diese basieren auf der Juniper-GPU (RV830) und werden mit Radeon HD 5750 und HD 5770 bezeichnet. Derzeit ist bekannt, dass diese Karten DirectX 11 unterstützen werden und im 40-nm-Verfahren gefertigt sind. Weitere Details folgen in den nächsten Wochen.

ATI Radeon HD 5870: Das neue Flaggschiff im Test

AMD startet durch: Während Nvidia sich noch bis zum Ende des Jahres Zeit lässt, sind die neuen ATI-Grafikkarten schon da. Wir haben das Top-Modell Radeon HD 5870 getestet und sagen euch, ob das Trumpf-Ass in ATIs Grafikpoker tatsächlich sticht.

Zum Start bringt AMD zwei Grafikkarten auf Basis der neuen GPU. Wie vermutet erfolgt die Benennung analog zur Vorgänger-Serie. Die Radeon HD 5870 und HD 5850 werden den Highend-Gamer-Markt abdecken. Eine HD 5870 X2 ist ebenfalls schon in Arbeit.

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Radeon HD 5870: Sehr flotte Grafikkarte für Spieler.
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Das Flaggschiff: ATI Radeon HD 5870

Die erste Highend-Grafikkarte der neuen Serie trägt die Cypress-GPU (RV870) auf der Platine, wird im 40-nm-Prozess gefertigt und verfügt über 1.600 Stream-Prozessoren - doppelt so viele wie die bisherige HD 4870. Die neue GPU taktet mit 850 MHz (HD 4870: 750 MHz). Je nach Modell stehen 1 oder 2 GByte GDDR5-Speicher zur Verfügung, der mit 1,3 GHz Taktfrequenz betrieben wird. Unsere Test-Karte hatte 1 GByte Grafik-RAM an Bord. Weitere technische Details enthalten eine Pixel-Füllrate von 27,2 GPixel / s (HD 4870: 12,0 GPixel / s), eine Speicherbandbreite von 153,6 GByte / s (HD 4870: 115,2 GByte / s) und eine maximale Verlustleistung von 188 Watt (HD 4870: 160 Watt). Eine interessante Tatsache ist, dass AMD stark an der Leistungsaufnahme im Idle-Modus geschraubt hat. Während die HD 4870 hier noch gut 90 Watt gezogen hat, liegt die neue Karte bei sehr geringen 27 Watt.

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3DMark Vantage: Tool zum Messen der Performance
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Die Benchmarks

Natürlich hat die Karte auch unseren umfangreichen Benchmark-Parcours durchlaufen und konnte hier auf Anhieb überzeugen. Der Test-Aufbau besteht aus dem Asus Maximus Extreme (Intel X38), 4 GByte DDR3-Speicher und dem Intel Core 2 Quad 9400 mit 2,66 GHz Taktfrequenz. Als Vergleichskarte muss AMDs bisheriges Spitzenmodell - die HD 4870 X2 mit zwei GPUs - herhalten; hier wird der Leistungssprung am deutlichsten. Klassisch beginnen wir mit dem 3DMark Vantage, dem aktuell anspruchsvollsten Spiele-Benchmark.

Im Extreme-Modus erreichen wir mit der HD 5870 einen GPU-Wert von 8.143 Punkten, während die HD 4870 X2 mit 7.778 3DMarks deutlich dahinter liegt. Im Performance-Preset ist der Abstand deutlich geringer: 14.407 GPU-Punkte bei AMDs neuer Karte, 13.957 beim Vergleichsmodell. Der Crysis-Benchmark zeigt ebenfalls einen Vorteil für die HD 5870, die mit 54,7 Frames pro Sekunde rund 3 fps schneller als die Zwei-Chip-Karte der Vorgänger-Generation ist.

Ab 35 Euro: Drei Alternativen ohne DirectX 11

Ihr wollt nicht warten? Oder sind euch die neuen DirectX-11-Karten schlichtweg zu teuer? Dann haben wir hier drei preiswerte Alternativen, mit denen ihr euren Spielen noch heute neues Leben einhaucht.

DirectX 11 ist nicht alles: Die meisten aktuellen Games setzen auf DirectX 10 oder sogar dessen Vorgänger der Version 9, da Windows XP lediglich diese nutzen kann. Wir verraten euch, welche Grafikkarten gerade preiswert und leistungsstark sind.

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Sapphire Radeon HD 4550: Preiswert und dennoch leistungsstark.
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Sapphire Radeon HD 4550

Die ATI Radeon HD 4550 von Sapphire spricht vor allem Multimedia-Nutzer an und kostet derzeit rund 35 Euro. Sie bietet ausreichend Leistung für Büro-, Internet- und die meisten Multimedia-Anwendungen und zählt sich dabei zur oberen Einsteiger-Klasse. Ausgestattet mit 512 MByte GGDR3-Speicher, 80 Stream-Prozessoren, 600 MHz Chiptakt und 800 MHz Speichertakt wird die Karte vor allem in preiswerten Wohnzimmer-Rechnern oder Büro-PCs verbaut. Für Spieler reicht das Potential der Karte jedoch nicht aus - hier sind flottere Modelle notwendig.

Einschätzung

Wer HD-Filme schauen und sich dabei nicht auf den Onboard-Chip des Mainboards verlassen will, darf zur HD 4550 greifen. Für rund 35 Euro ist die Karte ein sehr gutes und preiswertes Angebot.

Preis: rund 35 Euro
Jetzt bestellen bei amazon: Sapphire Radeon HD 4550

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Sparkle GF GTS 250: Idealer Einstieg für Gamer.
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Sparkle GF GTS250

Die Geforce GTS 250 ist eine Grafikkarte, die sich vor allem an preisbewusste Spieler richtet. Mit einem Preis von rund 90 Euro ist sie der ideale Einstieg. Hinter der Bezeichnung 'GTS 250' versteckt sich eine Geforce 9800 GTX+ mit 512 MByte GDDR3-Grafikspeicher (1.150 MHz Taktfrequenz), die auf der G92b-GPU (760 MHz Takt) basiert. Somit ist die Karte im Vergleich zu den Standardwerten leicht übertaktet. Sie ist mit 128 Shader-Prozessoren (1.836 MHz) ausgestattet - ausreichend für alle aktuellen PC-Spiele. Der Speicher ist über ein 256 Bit breites Interface an den Grafikchip angebunden und schaufelt Daten flott hin und her. Das Modell von Sparkle ist hierbei besonders günstig - Karten anderer Hersteller kosten meist mindestens 10 Euro mehr.

Einschätzung

Ideal für Spieler, die über einen 22-Zoll-TFT (oder kleiner) verfügen. Bei einer maximalen Auflösung von 1.680 x 1.050 Pixel unter Abschaltung von Kantenglättung zeigt die Geforce GTS 250 ihre Power und beschleunigt selbst Crysis ausreichend schnell.

Preis: rund 90 Euro
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MSI Radeon HD 4870: Schnelle Grafikkarte für Spieler.
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MSI Radeon 4870-MD1G

Die Radeon HD 4870 von MSI kostet derzeit knapp 120 Euro und ist unsere Empfehlung bei den Ein-Chip-Grafikkarten für Spieler. Die technischen Daten sind kraftvoll: Die GPU ist mit 160 (5D) Shadereinheiten ausgestattet und verfügt über eine Taktfrequenz von 750 MHz und unterstützt die Spezifikationen von DirectX 10.1 und somit auch das Shader-Modell 4.1. MSI verbaut 1.024 MByte GDDR5-Speicher, der mit sehr hohem 3.600-MHz-Takt arbeitet. Der Speicher ist über ein 256 Bit breites Speicher-Interface an das Grafikboard angebunden. Zusätzlich zur Karte liegt dem Paket die Vollversion von Tomb Raider: Legend bei.

Einschätzung

Im Bereich zwischen 100 und 150 Euro ist die Radeon HD 4870 unsere Empfehlung. Die technischen Daten zeigen eine zukunftssichere Grafikkarte, die auch mit kommenden 3D-Games Schritt halten wird. Im Vergleich zur GTS 250 bietet die Radeon HD 4870 rund 10 Prozent mehr Leistung.

Preis: rund 125 Euro
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