Mit der Einführung von iOS 6 kehrte Apple erstmals seinem großen Konkurrenten des Smartphone-Geschäfts den Rücken und stellte die Partnerschaft um Google Maps ein. Stattdessen installierte Apple auf seinen Geräten eigenes Kartenmaterial vor und heimste damit mächtig Kritik ein -– viele Fehler in den heiß umworbenen Features ließen verantwortliche Köpfe rollen und schnelle Nachbesserung versprechen.

Google - Teurer Spaß: Google zahlt an Apple 700 Millionen für Standardsuche in iOS

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Seit dem verpatzten Start hat sich inzwischen einiges getan. Wer dennoch lieber auf Google Maps zurückgreifen möchte, muss selbst Hand anlegen und die mobile Smartphone-Anwendung eigenständig aus dem App-Store herunterladen. Um Apple nicht auch noch an anderer Stelle als Partner zu verlieren, zahlt man hohe Summen an die iPhone-Macher –- und das schon seit Jahren.

Schätzungen von Morgan Stanley zufolge soll Google allein im letzten Jahr etwa 701 Millionen US-Dollar an Apple bezahlt haben, damit die hauseigene Suchmaschine auf den iOS-Geräten voreingestellter Standard bleibt. Bei über 221 Millionen verkauften iPhones wurden damit pro Gerät satte 3,20 US-Dollar fällig. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass Apple nicht wie bisher angenommen an Googles Werbe-Umsätzen, die mit iOS-Geräten generiert werden, beteiligt wird, sondern tatsächlich pro verkauften Gerät.

Die Mozilla Foundation konnte im gleichen Zeitraum ebenfalls kräftig abkassieren und bekam für die Standardsuche im Firefox-Browser immerhin gut 200 Millionen US-Dollar. Apple bekam damit den Löwenanteil des angesetzten Budgets.

Damit Google auch in der nächsten iOS-Generation als Standardsuche eingestellt bleibt, muss Google laut Morgan Stanley in den nächsten Jahren noch tiefer in die Tasche greifen. Allein für das laufende Jahr soll der zu überweisende Betrag an Apple 877 Millionen US-Dollar bzw. 3,30 US-Dollar pro iOS-Gerät betragen. Ein weiteres Jahr später soll den Schätzungen zufolge dann die magische Milliarden-Marke durchbrochen werden.