Die „Safari-Affäre“, welche sich Google kürzlich eingebrockt hat, könnte für das Unternehmen teuer und langwierig enden. Die amerikanische Federal Trade Comission hat sich nun eingeschaltet und seitens der europäischen Union ist Google ebenfalls ins Visier genommen worden. Unter der Leitung einer französischen Untersuchungskommission wird geprüft, wie schwerwiegend der Sicherheitsbruch war.

Google - Safari-Affäre zieht Untersuchungen der FTC nach sich

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Die Safari-Affäre könnte Google teuer zu stehen kommen. Neben einem deutlichen Vertrauensverlust drohen empfindliche Strafzahlungen.
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Aber nicht nur die FTC mischt mit. Verschiedene amerikanische Behörden und Sicherheitsdienste sind neben der Europäischen Union damit beschäftigt, sich mit der ganzen Sache auseinander zu setzen. Die Affäre könnte sich zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten hinziehen und richtig teuer werden.

Rekapitulieren wir noch einmal, was geschehen war:

Google installierte kleine Tracking-Dateien, ähnlich wie Cookies, über Apples Safari-Browser. Technisch dürfte das dem Konzern nicht all zu schwer gefallen sein, zumal Safari die gleiche Engine nutzt, wie der firmeneigene Chrome-Browser. Beide setzen auf Webkit auf. Das vertrackte an der Sache ist, dass diese Tracking-Cookies auch dann installiert wurden - und damit das Surfverhalten der Nutzer analysierten - wenn diese Funktion eigentlich gesperrt war. Damit wurden die Computer, iPhones und iPads, die den Safari-Browser benutzen, trotz Sperre ausspioniert. Eine Unternehmenssprecherin von Google äußerte sich darüber, dass man mit den Behörden und Co. durchaus zusammenarbeiten werde, man war aber nicht unbedingt darauf vorbereitet.

„Wir werden natürlich mit jeder Behörde zusammenarbeiten, die Fragen hat. Aber e ist wichtig daran zu erinnern, dass wir nicht angenommen haben, dass das passiert und wir haben diese Werbe-Cookies bereits aus den Safari-Browsern entfernt.“

Die Federal Trade Commission untersucht derweil, ob Google die mit der US-Regierung geschlossene Übereinkunft gebrochen hat, in der der Suchmaschinenriese angab, dass die Sicherheitspraktiken gegenüber den Verbrauchern nicht falsch dargestellt werden würden. Die für eine Verletzung des Abkommens würden Google 16.000 Dollar pro Verletzung, je Tag angerechnet. Bedenkt man, dass ein paar Millionen Leute betroffen waren, ergibt sich eine unglaublich große Summe, je nachdem wie man es berechnet. Allerdings will die FTC dazu nichts sagen.

Google selbst entschuldigte sich mehrfach für den Fehler und sagte, dass alle gesammelten Daten umgehend gelöscht werden würden. Wichtig sind diese Informationen unter dem Hintergrund, dass Werbung die Haupteinnahmequelle des Unternehmens ist. Die Cookies werden dazu benutzt, um das Surfverhalten der Nutzer zu analysieren und so mehr über ihre Vorlieben und Interessen herauszufinden. Das wiederum führt dazu, dass personalisierte Werbung ausgeliefert werden kann. Und für solche, sehr gut zugeschnittene Werbeanzeigen, zahlen die Werbetreibenden ziemlich hohe Summen. Der Kampf um die Werbetreibenden ist an dieser Stelle ziemlich heiß, denn immerhin ist auch Facebook, das immerhin über allerlei personenbezogenen Daten verfügt, ein Schwergewicht, was die Werbemöglichkeiten angeht. Google+ soll hier ein Gegengewicht darstellen, mit dem alles rund um Google personalisiert werden soll.

Für die juristische Seite des Nachspiels, muss klar werden, dass Google die Vereinbarungen absichtlich verletzt hat. Google behauptet aber, dass die Verfolgung des Userverhaltens durch ihre Handlungen unabwendbar gewesen wäre. Dagegen spricht allerdings, dass Safari per Grundeinstellung die Trackingcookies blockiert.

Den Quellen zufolge versucht die FTC derzeit herauszufinden, wie viele Personen von dem Sicherheitsbruch betroffen waren. Implizit könnte das bedeuten, dass versucht wird eine Summe zu ermitteln, die Google an Strafe zahlen muss. Sichere Informationen dazu gibt es allerdings noch nicht.