Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hat die Ehefrau des früheren Bundespräsidenten am Freitag beim Hamburger Landgericht Klage gegen den Internetriesen Google eingereicht. Der Grund: Die automatische Vervollständigungsfunktion der Suchmaschine.

Sie soll eigentlich die Suche beschleunigen, Tippfehler vermeiden und weitere Vorschläge liefern, die anhand der häufigsten Anfragen der Nutzer generiert werden. Bei der Suche nach Bettina Wulff fallen da Vorschläge wie „Escort“ oder „Prostituierte“, was der 38-Jährigen schon seit Längerem ein Dorn im Auge ist.

Allgemein ginge die Frau des früheren CDU-Ministerpräsidenten gegen die seit 2006 gestreuten Gerüchte, sie habe früher im Rotlichtmilieu gearbeitet, verstärkt vor. In den vergangenen Monaten mussten bereits 34 deutsche und ausländische Blogger und Medien Unterlassungserklärungen abgeben oder ein Schmerzensgeld in fünfstelliger Höhe bezahlen.

Auch gegen den Fernsehmoderator Günther Jauch hat die Ex-First-Lady zum Wochenende in Hamburg Klage eingereicht. Im Mai hätte Wulffs Anwalt den Moderator erstmals aufgefordert, eine Unterlassungsverpflichtungserklärung wegen des Zitierens eines Zeitungsberichts über die angebliche Vorgeschichte Wulffs zu unterschreiben. Die Gegenseite lehnte damals jedoch ab.

Google hält an seiner Funktion, die auf Basis der häufigsten Suchanfragen generiert werden würde und auf die der Konzern somit keinen Einfluss hätte, fest. In der Vergangenheit gab es vermehrt Ärger mit der Vervollständigung der Suchanfragen – es kam immer wieder zu Gerichtsverfahren.

Um der „Zerstörung ihres Ansehens in der Öffentlichkeit entgegenzuwirken“ soll Bettina Wulff für September eine Buchveröffentlichung planen.