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Alle Jahre wieder tobt der Kampf um den schnellsten Grafik-Chip zwischen ATI und Nvidia. Wir hatten MSIs Grafikkarte NX8800GTX mit Nvidias neuer Top-GPU GeForce 8800 GTX im Testlabor.

Nvidias Grafikchip mit Codenamen G80 erfüllt als erster vollständig die Kriterien der neuen Spieleschnittstelle DirectX 10. Dazu gehört das so genannte Unified Shader Design, bei dem es anders als bisher keine Unterscheidung zwischen spezialisierten Vertex- (Geometrie) und Pixel- Shadern (Texturen, Licht) mehr gibt. Zwei Varianten sollen ab sofort verfügbar sein: Die große GeForce 8800 GTX und die etwas langsamere GeForce 8800 GTS.

Riesen-Karten mit enormem Stromhunger
Auffallend an den neuen Grafik-Künstlern ist die enorme Größe: Die Karten sind 28 cm lang und breiten sich mit ihrem Lüfterdesign auf der ganzen Länge über zwei Steckplätze aus. Da die Produktion der Nvidia-GPUs weiterhin im 90-nm-Prozess läuft, sorgen die 681 Millionen Transistoren des GeForce 8800 GTX für eine gewaltige Chip-Größe. Der Hitzeverteiler (Heatspreader) auf der GPU erreicht fast Bierdeckel-Format.

GeForce 8800 GTX - Rechtzeitig zum Fest: Der 'schnellste Grafikprozessor der Welt'.

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Alle Jahre wieder: Rechtzeitig vor dem Fest kommt die "schnellste Grafikkarte der Welt". Diesmal: die MSI NX8800GTX.
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Auf der GTX-Platine finden zudem 12 DDR3-Speicherchips Platz. Jeder der Speicherchips besitzt ein 32-Bit-Interface, was insgesamt die neue Rekordbandbreite von 384 Bit und einen Speicherausbau von 768 MB ergibt. Die GTS-Variante unterstützt nur 10 Speicherchips und mithin einen 320 Bit breiten Speicherbus und 640 MB Speicher.

Der Speicher der GTX-Karten wird mit 900 MHz betrieben, die GPU mit 575 MHz, bei den GTS-Modellen sind Speicher und GPU mit 800 bzw. 500 MHz getaktet.

Die maximale Energieaufnahme der GTX-Karten liegt über 150 Watt. Da dafür ein Stromanschluss nicht mehr ausreicht finden sich hier zwei Stromanschlüsse.

Technik und Features

Der G80-Chip setzt die DirectX-10-Spezifikation komplett um. Ein wichtiges Element stellen die skalierbaren 128 Unified Shader dar, von Nvidia "Stream Processors" genannt, die entkoppelt vom restlichen Teil des Grafikkerns mit 1.350 MHz betrieben werden. Jeder einzelne dieser Prozessoren kann typische Gleitkomma-Berechnungen, etwa Multiplikationen mit anschließender Addition (MADD-Rechnung) ausführen.

Mit aufwändigen Logik- und Kontrollmechanismen können parallel zu- und unabhängig voneinander Pixel-, Vertex-, Geometrie- und Physikberechnungen auf die Shadereinheiten verteilt werden. Im Gegensatz zu klassischen spezialisierten Shadern übernehmen die Prozessoren vollkommen flexibel die anfallende Rechenlast, die GPU wird so wesentlich besser ausgelastet.

Benchmark-Ergebnisse

Im Testlabor verwendeten wir zum Ermitteln der Benchmark-Werte einen Komplettrechner von K&M-Elektronik. Ausgestattet mit einem Core 2 Extreme X6800-Prozessor und satten 2 GByte PC2-6400-Speicher konnten wir den Leistungshunger aller Grafikkarten bedienen. Zwei leistungsstarke Raptor-Festplatten von WD im RAID-0-Verbund und der Chipsatz Nforce 680i ergänzen die Testplattform.

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Unsere Testplattform: High-End-Rechner mit Core 2 Extreme X6800 und 2 GByte Speicher.
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Im SLI-Modus setzen wir parallel eine Referenzkarte von Nvidia und die MSI NX8800GTX ein. Zudem installieren wir für alle Kontrahenten die jeweils neuesten Treiber mit höchster vergleichbarer Einstellung der Bildqualität ein (Catalyst 6.10, ForceWare 96.97).

Beim Default-Run des 3DMark06 sprengt die neue GPU mit 10.693 Punkten (eine Karte) bzw. 13.146 Punkten (SLI) alle Rekorde. Der Vorsprung vor dem bisherigen Spitzenreiter GeForce 7950 GX2 mit zwei Grafikchips liegt damit bei 30 Prozent.

Selbst zwei Radeon X1900 XT im CrossFire-Verbund müssen sich dieser Übermacht geschlagen geben, erst recht gilt das für eine einzelne Radeon X1950 XTX.

Ein ähnliches Bild fanden wir bei den anderen Messwerten, der Vorsprung lag in der Regel zwischen 15 und 30 Prozent. Nur beim Spiel X3 Reunion fällt die Überlegenheit der GeForce 8800 GTX eher marginal aus. Hier zeigte sich auch deutlich, dass der SLI-Verbund noch nicht optimal läuft. Wir haben die Benchmark-Ergebnisse übersichtlich in zwei Diagrammen aufbereitet.

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3DMark-Ergebnisse: Nur SLI-Systeme schlagen den neuen Chip.
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Spiele-Benchmark: Die GeForce 8800 GTX im Vergleich.
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Fazit: Riesenleistung, teuer bezahlt

Mit der Einführung des GeForce 8800 samt Unterstützung für DirectX 10 hat Nvidia wieder einmal ordentlich vorgelegt. ATI gerät unter Zugzwang, denn wann ATIs DirectX-10-Chip R600 auf den Markt kommen wird, steht noch in den Sternen. Den Leistungsvorsprung erreicht Nvidia durch ein im Detail sehr intelligentes Design, das mit der Brute-Force-Methode massiv parallel eingesetzt wird.

Drei Punkte stören uns jedoch: Der Geforce 8800 frisst unglaublich viel Strom. Für ein SLI-System verlangt Nvidia ein Netzteil mit unglaublichen 800 Watt. Da erscheint die Lärmentwicklung mit 5 bis 7 sone fast schon wieder niedrig, zeitgemäß ist solch eine Hardware aber nicht mehr. Zweitens sollte Nvidia schleunigst versuchen, die Probleme mit der SLI-Konfiguration zu beheben. ATI wird mit der nächsten Crossfire-Generation sonst definitiv wieder in Führung gehen.

Beim Preis schließlich legt Nvidia alle Zurückhaltung ab: Eine Karte mit GeForce 8800 GTX wird rund 600 Euro kosten, eine 8800-GTS-Karte 450 Euro. So gesehen erscheint ATIs Radeon 1950 XTX für rund 400 Euro plötzlich gar nicht mehr so übel...