Es soll ja zuletzt immer mehr Leute geben, die der Meinung sind, PC-Gaming wäre out oder gar im Begriff zu sterben. Vielleicht gibt es tatsächlich einen Trend dahin, sich auch mit Konsolen zu beschäftigen und nicht nur am heißgeliebten PC zu zocken. Wer gerne am PC hockt und seine Lieblingsgames genießt, weiß aber auch, dass man nicht nur Geld in eine vernünftige Grafikkarte und einen ebensolchen Prozessor investieren sollte. Entscheidend für ein gutes Spielgefühl sind nicht zuletzt die Maus und der Untergrund, über den sie geschoben wird.

Wir haben daher mit der Roccat Kone Gaming Mouse ein neues Peripheriegrät für Mausschubser in einem Langzeittest genauso intensiv unter die Lupe genommen, wie ein Mauspad des gleichen Herstellers sowie einige High-End-Exemplare aus dem Hause Nova, die seit einiger Zeit auch direkt in Deutschland vertrieben werden.

Ein Alien auf dem Tisch?

Jeder PC-Gamer kennt das Gefühl: Man hat schon ewig auf ein und dieselbe Maus vertraut, sie ist schon abgegriffen und für Außensstehende nicht mehr ganz ansehnlich. Aber sie fühlt sich an, als wäre sie für die eigene Hand gemacht. Man geht eine fast schon symbiotische Beziehung zu seinem wichtigsten Arbeitsgerät ein und trennt sich nur schweren Herzens davon. In meinem Fall war das die Razor Deathadder , die ich für die Kone (UVP: 69,99 Euro) zur Seite geschoben habe. Sofort macht sich ein merkwürdiges Gefühl breit, dieser neue Fremdkörper in der Hand will sich nicht so recht anpassen und wird fast abgestoßen, wie ein in den Körper gelangter fremder Organismus.

Gaming-Hardware - Mäuse und Pads für Zocker

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Hautsympathisch und wertig: Roccat Kone.
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Und man stellt Vergleiche auf, nimmt immer wieder die alte Maus in die Hand, dann die neue. Dabei stellt man schnell fest: Die für Rechtshänder ausgelegte Kone fühlt sich sehr hautsympathisch an, aber beinahe ein bisschen zu glatt, obwohl die Oberfläche das Rutschen und Schwitzen verhindern soll. Sie könnte aber ruhig ein wenig griffiger sein. Auch nach einem Monat harter Arbeit am Schreibtisch und etlichen Stunden Zockerei (u.a. Warhammer Online, Spore) will sich dieses Gefühl nicht ganz verdrängen lassen.

Trotzdem liegt das Gerät letztendlich sehr gut in der Hand und ist sogar insgesamt ein wenig ergonomischer als das altgediente Werkzeug. Die Verarbeitung wirkt sehr wertig und bleibt praktisch makellos. Die Kone verfügt über acht Tasten (wobei die Mitteltaste gleich dreifach belegt wird), von denen drei wesentlich sind fürs Arbeiten und Zocken: Die Mausradtaste und die beiden Daumenbuttons. Im direkten Vergleich mit der Deathadder schneiden sie alle ein wenig schlechter ab, doch dabei handelt es sich um eine sehr subjektive Einschätzung.

Funktionsvielfalt & Lichtspiele

Der Druckpunkt erscheint uns beispielsweise etwas zu hart, was man vor Allem beim Surfen im Web bemerkt. Zudem liegen für meinen Geschmack die Daumentasten einen Tick zu hoch, sodass der Finger zu weite Wege gehen muss. Man soll die beiden Tasten zwar mit einem "Wischer" nach oben bedienen können, doch das erweist sich in der Praxis als nicht eben präzise. Alle Tasten lassen sich natürlich durch einen speziellen Treiber der Kone den eigenen Wünschen anpassen und mit allerlei Funktionen belegen. Das gilt auch insbesondere für Spiele.

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Wer's braucht: Coole Lichtspiele verschönern die Kone optisch.
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So kann man nicht nur Makros (bis zu 512 einzelne und parallele Tastenbefehle für jede Maustaste), sondern auch fünf Profile auf der Maus selbst anlegen, die man mit unterschiedlichen Settings auf jedem Rechner ohne Treiber betreiben kann. Makros mit bis zu 20 Actions kann man ebenfalls auch ohne Treiber abrufen. Zusätzliche Profile lassen sich auf dem Rechner ablegen. In dem Treiber-Konfigurator stellt man nicht nur nützliche Einstellungen wie die DPI-Rate (echte 800 - 3200 DPI, bei 125 - 1000 Hz), Sensitivität, Beschleunigung usw. ein. Wer auf eine farbig blinkende oder pulsierende Maus Wert legt, kann sich hier mit einem (abschaltbaren) Lichtsystem auch zu Genüge austoben.

Eine Besonderheit der Kone wird in einem schmucken kleinen Kästchen mitgeliefert: vier Gewichte (5g, 10g, 15g, 20g). Sollte euch die Maus in der Standardausführung (118 g) zu leicht in der Hand liegen, setzt ihr diese Beschwerungen in einen dafür passenden Slot an der Unterseite ein. Für die einen mag das ein nutzloses Gimmick sein, manch einer wird sich jedoch darüber freuen. Die Maus liegt nämlich auch bei größeren Pranken ziemlich gut in der Hand und möglicherweise sind die Gewichte bei der Entscheidungsfindung das Zünglein an der Waage.

Außerdem enthält die Kone die so genannte Tracking Control Unit (TCU). Damit soll gewährleistet werden, dass man die Maus an jede erdenkliche Oberfläche anpassen kann - was wir natürlich ebenfalls in der Praxis ausprobiert haben. Fünf Sekunden benötigt man für die Kalibrierung der Maus an die neuen Untergründe. Als erstes Testobjekt haben wir naturgemäß das zur Maus passende ROCCAT Taito (UVP: 14,99 Euro) herangezogen, das sich optisch hervorragend mit dem Peripherigerät ergänzt.

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Profi-Mauspads für Gamer

Beim ROCCAT Taito handelt es sich um eine sehr große Unterlage (400 x 320 mm), die euren Schreibtisch durchaus dominiert. Wer wenig Platz hat, wird wohl eher zu kleineren Pads tendieren. Die Oberfläche besteht aus einer wärmebehandelten Nano-Textilstruktur, die für alle Mäuse bis zu 8000 DPI geeignet sein soll und sich sehr gut auf der Haut anfühlt. Als störend erweisen sich jedoch die Abschlüsse am Rand, die zumindest bei unserem Exemplar fast schon scharfkantig wirken und dadurch den sehr positiven Gesamteindruck ein wenig schmälern.

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Ideale Ergänzung: das ROCCAt Taito.
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Im Zusammenspiel mit der Kone erweist sich das bombensicher und rutschfest auf dem Schreibtisch liegende Pad jedoch als perfekte Unterlage. Praktisch geräuschlos gleitet es über die Oberfläche und sorgt für äußerst präzise Mausbewegungen, bei denen man aufgrund der Größe auch bei niedrigen Sensitivitätseinstellungen massig Platz zum Austoben hat. Wenn man bei dem verwendeten Material überhaupt einen Schwachpunkt erkennen will, dann ist das wohl die im Vergleich zu den Kunststoffpads von Nova nicht ganz so pflegeleichte Oberfläche.

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Mit "cellularer Spiegelschicht": Nova Master.
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Der französische Hersteller von PC-Peripherie Nova stellte uns für Testzwecke gleich drei seiner Pads zur Verfügung. Während sich das Modell "Master" insbesondere im Aussehen grundlegend vom "Killer 2" unterscheidet, stellt das "Winner 3" lediglich eine kleinere Version des "Killer 2" dar. Im Folgenden gelten daher die Ausführungen zum Killer 2 für beide Produkte gleichermaßen. Das Master (UVP: 35 Euro) bietet mit 380x237 mm eine im Vergleich zum Taito vergleichbare Größe, die Oberfläche besteht hier jedoch aus einer "cellularen Spiegelschicht", die mit speziellen Mikrospiegeln beschichtet ist und ebenfalls bis zu 8000 dpi bei Optischen- und Lasermäusen unterstützt.

Das Material zeigt sich sehr hautsympathisch, wenngleich es anfälliger ist für schwitzende Hände. Die Verarbeitung ist jedoch einwandfrei und gibt keinerlei Grund zur Beanstandung. Die Schaumschicht an der Unterseite sorgt für besten Halt auf allen Oberflächen, sodass die Unterlage selbst bei hoher Beanspruchung nicht einen Millimeter verrutscht. Die Kone gleitet mühelos über die glatte Oberfläche, zeigte jedoch gelegentlich einige Haker, vor allem wenn man die Maus langsam an kleine Ziele auf dem Bildschirm zubewegt. Selbst mehrfaches Kalibrieren brachte keine Abhilfe.

Möglicherweise ist das Muster auf der Unterlage dafür verantwortlich ist. Optisch macht das immerhin 6 mm dicke, silber-blaue Pad auf dem Schreibtisch zwar durchaus eine gute Figur, muss sich in dieser Disziplin aber knapp dem edleren Taito-Auftreten geschlagen geben.

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In Notfällen lässt sich das Killer 2 auch als Klobrille zweckentfremden.
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Das Killer 2 (UVP: 26,95 Euro) weist sehr ähnliche "Leistungs"-Merkmale auf, hat jedoch eine gänzlich andere Form und ist nur 3 mm dick. Die rundliche Form des 337x307 mm großen Pads ist ein wenig außergewöhnlich, macht aber auf dem Tisch eine gute Figur (obgleich die weiße Farbe unseres Testobjektes nicht zu unseren Favoriten gehört). Auch diese Mausunterlage unterstützt optische und lasergestützte Mäuse bis zu 8.000 DPI und besitzt eine absolut hautverträgliche Kunststoffoberfläche, die, wie auch das Master, sehr pflegeleicht ist. Wer stark schwitzende Hände hat, wird möglicherweise auch hier nach einiger Zeit einen "Film" hinterlassen. Die Verarbeitung des Pads ist jedoch einwandfrei. Im Zusammenspiel mit der Kone erweist es sich als ideal geeignet.

Selbst bei längeren Arbeits- und Spielsessions traten keinerlei Probleme, Haker oder andere störende Effekte auf. Optisch wirkt das Mauspad jedoch gerade im Vergleich mit den beiden anderen vorgestellten Modellen ein wenig "billig", sitzt jedoch aufgrund der Schaumstoffunterseite ebenfalls unverrutschbar auf jeder Oberfläche auf. Wer nur wenig Platz auf dem Schreibtisch hat, wird möglicherweise das kleinere "Winner 3" mit 268x233 mm bevorzugen. Auf beide Nova-Produkte gibt es übrigens eine 2-Jährige Garantie.

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ROCCAT Taito
Killer 2
Winner 3