Dass Touchscreens eine gewisse Verzögerungszeit beim Bedienen aufweisen, ist wohl kein Geheimnis. Nach Ansicht des US-Software-Riesen Microsoft seien die heute üblichen 100 Millisekunden jedoch noch deutlich zu lange. So ruft der Konzern nun eine Applied Sciences Group ins Leben, welche an einem Touchscreen mit deutlich geringerer Reaktionszeit arbeiten soll.

Ersten Ankündigungen zufolge sei das zu erreichende Ziel eine berührungsempfindliche Oberfläche mit einer Verzögerungszeit von rund einer Millisekunde. Die deutlich verkürzte Reaktionszeit soll sich dann vor allem bei Anwendungen wie Spielen oder Fotobearbeitung bemerkbar machen. Dass beispielsweise das Zeichnen mit einem deutlich schnelleren Touchscreen weitaus einfacher von der Hand geht, zeigt die Entwickler-Gruppe in einem anschaulichen Video.

Um dem Nutzer das Gefühl zu vermitteln, in Echtzeit Linien auf dem Touchscreen malen zu können, seien selbst Reaktionszeiten von rund 50 und 10 Millisekunden nicht ausreichend. Demnach hänge der virtuelle Stift auch hier hinter der Fingerkuppe des Nutzers her. Abhilfe könne demnach nur die Division der aktuellen Verzögerungszeit mit dem Divisor 100 schaffen.

Aktuell kann Microsoft noch keine entsprechende Technik aufweisen. Paul Dietz, Assistant Director der Entwickler-Gruppe gibt jedoch bekannt, dass der erste Meilenstein bereits geschafft sei. Demnach sei das erste Etappenziel gewesen zu erforschen, welche Reaktionszeit für eine flotte Touchscreen-Bedienung nötig ist. Wann mit einem ersten Protoype zu rechnen ist, gibt das Unternehmen nicht bekannt.