Die Todesserie unter den Angestellten des weltweit größten Elektronikproduzenten Foxconn reißt nicht ab. Wieder starb ein Arbeiter in einem der Werke - diesmal war es jedoch kein Selbstmord.

Der 28-jährige Arbeiter Yan Li, der im Foxconn-Werk in Shenzhen beschäftigt war, starb nach einer 34h-Schicht an Erschöpfung in seinem Mietshaus, dass er gemeinsam mit seiner Frau bewohnte. Eine offizielle Stellungnahme zu diesem Vorfall bleibt bisher aus. Wie seine Familie mitteilte, litt Yan Li anscheinend an Kurzatmigkeit.

In diesem Jahr geriet das chinesische Unternehmen Foxconn bereits massiv in die Kritik, nachdem insgesamt 11 Mitarbeiter des Shenzhen-Werkes Selbstmord begingen. Apple kündigte angeblich an, dass das Unternehmen die Foxconn-Mitarbeiter an den Gewinnen der von ihnen gefertigten Apple-Produkte direkt beteiligen will.

Nach einer Untersuchung von Apple, sollen vor allem die niedrigen Löhne verantwortlich für die hohe Selbstmordrate der Foxconn-Arbeiter sein. Ein Foxconn-Arbeiter verdient nach Angaben der "South China Morning Post" zur Zeit nur einen Mindestlohn von 900 Yuan (107 Euro) im Monat. Zusammen mit den von der Firmenleitung geforderten Überstunden kommen sie auf 2.000 Yuan (237 Euro).

Apple soll nun beschlossen haben, die Arbeiter der iPad-Produktionslinie (und bisweilen ausschließlich diese) mit 1-2% an den Gewinnen der bei Foxconn produzierten Apple-Geräte zu beteiligen. Foxconn selbst hat angekündigt, die Löhne der Arbeiter um 20% zu erhöhen und reagiert damit auf die anhaltende Selbstmordserie, bei der allein in diesem Jahr zehn Mitarbeiter starben und drei weitere gerettet werden konnten.

In chinesischen Medien werden ebenfalls die harten Arbeitsbedingungen in den Foxconn-Werken angeprangert. Unter anderem sei es den Angestellten verboten miteinander zu sprechen.

Neben Apple kündigten auch Sony, Dell und Hewlett-Packard an, die Vorfälle in den Foxconn-Werken untersuchen zu wollen. Zu den weiteren Auftraggebern von Foxconn zählen Nintendo, Nokia und Amazon, die ihre Geräte dort bauen lassen.