Kein Unternehmen hat international so große Schlagzeilen gemacht, wenn es um Arbeitsbedingungen und Gehaltszahlungen geht, wie der chinesische Elektronikproduzent Foxconn. Nach einer langen Selbstmordserie in der Fabrik in Shenzhen und verschiedenen Spekulationen über Lohnerhöhungen kündigt das Unternehmen nun an, dass den Arbeitern leistungsbezogen 66% mehr Lohn gezahlt werden soll.

Ende März erhielten die Arbeiter bei Foxconn bereits eine Lohnerhöhung von 20%. Die Firma behauptete damals noch, dass die Lohnerhöhung bereits geplant war und in keinem Zusammenhang mit den vorgefallenen Selbstmorden stünde. Dieser Betrag wurde dann zu einer 30%igen Lohnerhöhung angehoben - von einem Äquivalent von 130 US-$ auf 175 US-$ pro Monat. Es entstanden sogar Gerüchte, dass Apple sich in die Angelegenheit einmischen wollte.

Nun sollen die Gehälter sogar um bis zu 66% erhöht werden. Allerdings müssen die Arbeiter eine dreimonatige Leistungsüberprüfung über sich ergehen lassen, um in den Genuss dieses erhöhten Monatsgehaltes zu kommen, welches dann 292 US-$ entspräche. Was genau diese Leistungsüberprüfung beinhaltet, ist allerdings unbekannt.

"Diese Lohnerhöhung wurde eingerichtet, um die Zufriedenheit der Arbeiter sicherzustellen, die ökonomische Veränderung sicherzustellen, Foxconns langfristige Ziele einer kontinuierlichen Evolution von einer Führungsposition in der Produktion in eine technologische Führungsposition zu bringen zu verfolgen - und das Beste unserer Arbeitskraft zu erholen und aufrecht zu erhalten", sagte der Gründer und Vorsitzende von Foxconn, Terry Gou, in einer Stellungnahme gegenüber Reuters. "Wir arbeiten unablässig daran sicherzustellen, dass unsere Arbeitsplatzstandards und Lohnzahlungen nicht nur die sich schnell verändernden Bedürfnisse unserer Angestellten befriedigen, sondern dass sie die besten ihrer Klasse sind", führte er weiter aus.

Erst Anfang des Monats starb ein Arbeiter des Foxconn-Werkes nach einer 34h-Schicht an Erschöpfung. Apple-CEO Steve Jobs verteidigte Foxconn, in dem er sagte, die Firma wäre "kein Ausbeuterbetrieb".