Um Vertrauen zurück zu gewinnen und etwas mehr Transparenz gegenüber seinen Nutzern zu zeigen, hat Facebook nun Statistiken veröffentlicht, die Anfragen von Nutzerdaten durch Behörden und Regierungen aufzeigen sollen. Demnach gingen bei Facebook weltweit über 25.000 Anfragen in der ersten Jahreshälfte ein.

Die Anfragen sollen dabei mehr als 38.000 Nutzerkonten betroffen haben. Rechnerisch sind das etwa 140 Anfragen täglich, die rund 210 Profile des sozialen Netzwerks betreffen.
Zu den abgefragten Daten sollen häufig allgemeine Nutzerinformationen, beispielsweise Name und Nutzungsdauer, aber auch ganze IP-Adressen-Protokolle oder aktuelle Kontoinhalte zählen.

Bei den meisten Anfragen soll es sich um offizielle Untersuchungen durch Behörden handeln und sich meist auf Kriminalfälle, wie zum Beispiel Raub oder Kidnapping, beziehen. Nähere Angaben hierzu machte Facebook allerdings nicht.

In Deutschland habe es im Zeitraum von Januar bis Juni insgesamt 1.886 solcher Anfragen zu 2.068 Profilen gegeben. Facebook soll allerdings nur jede dritte Anfrage beantwortet haben, die restlichen 63 Prozent sollen hingegen abgewiesen worden sein. In den USA liegt der Anteil der beantworteten Anfragen deutlich höher und sprengt mit 79 Prozent fast die 80-Prozent-Marke.

Einzig in Island und Albanien lag diese Quote noch höher, wenngleich in beiden Ländern mit nur einer bzw. sechs Anfragen deutlich weniger angefordert wurde. In den USA habe es zwischen 11.000 und 12.000 Anfragen gegeben, die dabei zwischen 20.000 und 21.000 Profile betroffen haben sollen. Genaue Zahlen kann Facebook aufgrund des Auslandsspionagegesetzes FISA aber nicht nennen.

In Großbritannien liegt die Quote fast so hoch wie in den USA. Von den insgesamt 1.975 Anfragen zu 2.337 Nutzerprofilen beantwortete Facebook 68 Prozent der Fälle.
In der Regel weist Facebook Behörden-Anfragen außerhalb der USA erstaunlich oft ab. In Griechenland, Italien und Israel wies man jede zweite Anfrage ab. In Polen wurden sogar nur neun Prozent der Anfragen erfüllt. In Ländern wie Ägypten, Japan, Kroatien, Russland oder Thailand gingen die Behörden sogar komplett leer aus.

Facebook plant seinen Transparenzbericht in Zukunft regelmäßig zu veröffentlichen.