Etwas Kurioses spielte sich auf der E3 2013 ab. Während auf den großen Pressekonferenzen der Hardwarehersteller und Publisher noch von Dev-Kits die Rede war, auf denen die Spiele für die Xbox One laufen sollten, berichteten mehrere E3-Besucher, dass einige Spiele tatsächlich auf Windows-Rechnern mit Nvidia-Grafikkarten liefen. Microsoft meldete sich mittlerweile zu Wort und bekräftigt, dass es sich dabei ebenfalls um Dev-Kits handelte.

Julian Rignall von US-Gamers twitterte am 13. Juni: "Ich habe gerade ein Spiel für die Xbox One mit dem 'Xbox One'-Controller gespielt, das crashte und ein 'Windows 7'-Desktop auf einem 'Hewlett Packard'-PC enthüllte. Magie!"

Dass Spieledemos meist auf Dev-Kits oder vergleichbarer Hardware laufen, ist eigentlich gang und gäbe. Doch in diesem Fall handelt es sich erstens beim verwendeten Betriebssystem nicht um das von Microsoft beworbene Windows 8, sondern um Windows 7 und zweitens kann es sich eigentlich nicht um ein Dev-Kit handeln, dafür sind die Spezifikationen nicht annähernd gleich, wenn statt einer AMD-GPU eine Nvidia-GPU verwendet wird.

Die Antwort Microsofts ließ dieses Mal zwar etwas länger auf sich warten, aber immerhin. So schrieb Galit Motai, Microsoft Isreals PR-Manager, dass es sich bei den Rechnern doch um Dev-Kits handeln soll.

"Wir haben eine große Vielzahl an 'Xbox One'-Dev-Kits mit eingebauten Funktionen für unterschiedliche Anwendungen, inklusive Dev-Kits, die wie PCs aussehen. Zu diesem Zeitpunkt, Monate vor dem Launch, konzentrieren sich unsere Teams und Partner auf die Spiele-Entwicklung und das beste Spiele-Erlebnis, nicht auf das physische Aussehen der Kits. Zu diesem Zeitpunkt und bis zum Launch, werdet ihr womöglich eine Vielzahl an unterschiedlich aussehenden Gehäusen sehen, die nicht das wiedergeben, was sich in ihrem Inneren befindet."

Die Seite Exophase berichtet zudem, dass es sich bei dem Spiel, dessen Bild oben zu sehen ist, nur um ein Einzelfall handeln soll. So habe Twisted Pixel, der Entwickler von LocoCycle schlicht keine Zeit gehabt, das Spiel auf einem Dev-Kit zu codieren, wie Lead Designer Michael Wilford über Twitter aufgrund einer Anfrage von Spielejournalist Jonathan Blow mitteilte. "Danke, aber die Hardware-Situation, die du kritisierst (bezüglich Windows-7-Rechner), war gänzlich unsere Entscheidung. Hier gibt es nichts zu berichten."

Allerdings existieren weitere Berichte von Journalisten, die meinten, dass auch Battlefield 4 und Dead Rising 3 auf Windows-7-Rechnern liefen.

Das Ganze könnte im Umkehrschluss natürlich wieder auf die Gerüchte um ein Hitzeproblem Microsofts zurückführen. Wie es heißt, soll das Unternehmen aufgrund des Designs seiner APU ein großes Problem mit der Hitzeentwicklung haben, weswegen es möglich sein könnte, dass Microsoft die Taktrate der GPU senken muss.

Wie dem auch sei, Microsoft hat mitgeteilt, dass es sich hierbei also um ein Dev-Kit gehandelt hat.