Auf der Game Developers Conference hat Microsoft zusammen mit Partnern von Nvidia, AMD, Intel und Qualcomm die neue Gaming-API DirectX 12 vorgestellt, die auf allen Microsoft-Plattformen laufen und für einen gehörigen Performance-Schub sorgen soll.

Die gute Nachricht vorweg: Jegliche Hardware, die auch DirectX 11 oder DirectX 11.1 versteht, wird auch DirectX 12 verstehen. Somit erscheint DirectX 12 auch für jegliche Microsoft-Plattform, egal ob nun Windows, Windows Phone oder Xbox One.

Gerade auf der Xbox One soll DirectX 12 für einen gehörigen Performance-Schub sorgen, da DirectX 12 ähnlich wie AMDs Mantle den Entwicklern einen Zugriff auf Low-Level-Funktionen der Hardware bietet, um wesentlich flexibler und leistungsorientierter arbeiten zu können. So soll durch DirectX 12 die CPU-Auslastung um rund 50 Prozent reduziert werden können, da durch die neue API sich einzelne Aufgaben leichter auf die Prozessorkerne aufteilen lassen werden. Bei DirectX 11 war es noch der Fall, dass die meisten Aufgaben auf einem einzigen Kern untergebracht wurden, wodurch die Auslastung natürlich enorm in die Höhe schnellte. Auch soll der Overhead, also die Geschwindigkeitseinbußung verringert werden. Microsoft wird den Entwicklern auch passende Tools zur Verfügung stellen, um gerade im Low-Level-Bereich closer to the metal zu programmieren, also die Hardware direkt anzusprechen.

Dadurch, dass DirectX 12 keine neue Hardware benötigt, soll jede Grafikkarte, die auch schon DirectX 11 unterstützte, ebenfalls von den Features der neuen DirectX 12 API profitieren. AMD teilte mit, dass jede Grafikkarte aus ihrem Haus, die DirectX 11.1 unterstützt, ebenfalls dank Treiber auch DirectX 12 unterstützen werde. Von Nvidias Seite aus konnte bestätigt werden, dass jede Grafikkarte ab Fermi, Kepler, Maxwell und höher die neue API unterstützen wird. Intel teilte mit, dass sie DirectX 12 ab Haswell unterstützen werden. Des Weiteren soll die Portierung von Spielen durch DirectX 12 wesentlich vereinfacht werden.

Auch mobile Geräte mit Windows Phone sollen DirectX 12 unterstützen und in diesem Zusammenhang eine Verringerung des CPU-Overhead erhalten, wodurch die Akku-Laufzeit gesteigert werden soll.

Besonders interessant dürften die Performance-Steigerungen bei der Xbox One sein. Die Konsole ist momentan leistungstechnisch knapp hinter der PS4 von Sony, was sich vor allem in Multiplattform-Titeln widerspiegelt, die auf der PS4 häufig eine höhere Auflösung und / oder eine höhere Framerate bieten.

Allerdings wird man sich noch eine Weile gedulden müssen. Erste Spiele mit Unterstützung für DirectX 12 sollen erst an Weihnachten 2015 auf den Markt kommen. Noch in diesem Jahr sollen Entwickler mit entsprechenden SDKs beliefert werden.