Autor: Andreas Nolde

Seit Jahren buhlen die zwei Formate HD-DVD und Blu-ray um die Gunst der Kunden. Beide sind hochauflösend, beide wollen die DVD beerben. Nun scheint sich ein Sieger herauszukristallisieren.

Es war die Überraschung der Consumer Electronic Show in Las Vegas: Das Filmstudio Warner Bros. verkündete, in Zukunft seine Filme nur noch auf Blu-ray hochauflösend anbieten zu wollen. Ein weiterer Schritt zum Sieg über HD-DVD?

Blu-Ray vs. HD-DVD - Entscheidung im Formatkrieg

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Es ist entschieden: Toshiba hat der HD den Saft abgedreht.
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Auch die deutschen Filmverleiher Constantin und Senator produzieren nur noch auf Blu-ray. Und auch große Studios wie 20th Century Fox und Walt Disney veröffentlichen ihre Filme exklusiv auf Blu-ray. Nicht zuletzt hat auch das Porno-Label Digital Playground angekündigt, Filme hochauflösend nur auf Blu-ray auf den Markt zu bringen.

Blu-rays Übermacht

Nicht nur bei den Filmstudios hat Blu-ray im Moment einen Vorteil, auch auf Seiten der Hardware ist man besser aufgestellt: Während Toshiba quasi alleine die Player für HD-DVD baut, werden Blu-ray-Player von diversen namhaften Herstellern angeboten. Neben Vorreiter Sony sind dies Panasonic, Pioneer, Sharp, Philips, LG, Samsung, Loewe, Denon, JVC, Daewoo, Funai, Mitsubishi und Lite-On. Und auch die Spielekonsole PlayStation3 sorgt für eine starke Verbreitung des Blu-ray-Standards.

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Filme aus dem Warner Portfolio (hier I am Legend) werden künftig auch nur auf BluRay erscheinen.
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Zwar hat Toshiba nach eigener Aussage in Europa einen Hardware-Marktanteil von etwa 60 Prozent, auf den wirklich wichtigen Märkten USA und Asien sieht es aber anders aus: Vor allem bei den verkauften Medien hat Blu-ray die Nase weit vorne; bei der Hardware liegt man, auch wegen der PS3, ebenfalls in Führung.

Das kosten die Player und Filme

HD-DVD-Player gibt es ab etwa 200 Euro. Meistens liegt diesen dann noch ein Gutschein für bis zu sieben Filme bei. Bei den Blu-ray-Playern muss man etwas mehr ausgeben. Am günstigsten ist die PS3. Es gibt sie ab 399 Euro. Ein Player von Panasonic kostet beispielsweise etwa 500 Euro.

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Mögliche Option für HD-DVDKäufer: Samsungs Hibryd-Player spielt beide Formate.
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Bei den Filmen geht es bei beiden Formaten bei etwa 20 Euro los. Auch Internet-Videotheken, wie etwa Video Buster, haben die hochauflösenden Scheiben ins Programm aufgenommen. Allerdings kommen dort auf 23.000 DVDs gerade einmal 220 Blu-rays und 160 HD-DVDs. Im Verleih gibt es keine Preisunterschiede zwischen den Formaten.

Das solltet ihr beachten

Um überhaupt hochauflösende Filme genießen zu können, müsst ihr einige Dinge beachten: Ihr braucht ein Fernsehgerät, das Full-HD-Auflösung mit 1.080 Zeilen bietet. Außerdem sollte das Gerät diese 1.080 Zeilen im Vollbildmodus (1.080p) darstellen können. Auch die Darstellung von 24 Vollbildern in der Sekunde (24p) ist von Vorteil. Gleiches gilt für einen Heimkinobeamer.

Fazit:

Unser Rat: Finger weg von HD-DVD. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis dieses Format das Zeitliche segnen wird. Aber auch bei Blu-ray mahnen wir zur Vorsicht. Die Filme sind deutlich teurer als normale DVDs und auch die Player kosten gut und gerne das vier- bis fünffache eines DVD-Players. Zudem benötigt ihr auch einen Full-HD-Fernseher oder Beamer, die ebenfalls in der Anschaffung teurer sind als HD-ready-Modelle.

Alternativ solltet ihr im Moment lieber zu einem guten DVD-Player mit HDMI-Schnittstelle und Upscaler greifen. Diese können normale DVDs mit 720p oder 1.080i darstellen. Das sieht sehr gut aus und kostet einen Bruchteil der hochauflösenden Lösungen.