Mit der Blu-ray Disc hat sich ein HD-Standard parallel zur herkömmlichen DVD etabliert. Mit dem langsam in die Gänge kommenden Trend hin zur 3D-Wiedergabe sah sich das zuständige Gremium, die Blu-ray Disc Association, veranlasst, einen neuen Standard zu verabschieden. Blu-ray 3D soll 3D-Unterhaltung mit zum Durchbruch verhelfen.

Basierend auf der herkömmlichen Blu-ray-Technologie soll der neue Standard zwei Datenströme (je einen für jedes Auge) voll aufgelösten HD-Materials (1080p) auf einem einzelnen Datenträger unterbringen können. Um das zu erreichen, setzt Blu-ray 3D im Gegensatz zu herkömmlichen Blu-ray Discs nicht mehr auf den herkömmlichen H.264-Codec, sondern auf eine erweiterte Form namens "Multiview Video Coding" (MVC). Damit sollen beide Bilddatenströme im Vergleich zu einem herkömmlichen 2D-Datenträger nur 50 Prozent mehr Platz beanspruchen.

Der neue Standard soll unabhängig vom verwendeten Display und somit auch unabhängig von der eingesetzten 3D-Technologie sein. Bisher ist die PlayStation 3 das einzige Wiedergabegerät, für das Blu-ray 3D-Unterstützung per Firmware-Update angekündigt wurde (für Frühjahr 2010). Aber generell soll es auch möglich sein, andere Blu-ray-Abspielgeräte mittels entsprechender Firmware für den neuen Standard fit zu machen. 2D-Wiedergabe von Blu-ray-3D-Discs soll genau so möglich sein wie die Wiedergabe herkömmlicher 2D-Discs in zukünftigen 3D-Wiedergabegeräten.

Um 3D im Wohnzimmer wirklich durchsetzen zu können, wird es noch weiterer Anstrengungen seitens der Industrie bedürfen. Der Blu-ray-3D-Standard ist nur ein kleiner Schritt auf diesem Weg, zeigt aber, dass die Industrie gewillt ist, diesen Weg zu beschreiten.