Autor: Michael Brunn

Der Eee PC ist nicht nur klein und schick, er ist vor allem unschlagbar günstig. Kein anderer Hersteller bot bisher so viel Rechner für so wenig Geld. Auf der CeBIT hat Asus gezeigt, wie es weitergehen soll. Wir liefern euch alle Informationen zum alten und neuen Eee PC – und verraten, womit die Konkurrenz kontern will.

Für 300 Euro hat man bisher bestenfalls ein gebrauchtes Uralt-Notebook bekommen – aber selbst danach musste man lange suchen. Und trotz des Preisverfalls bei den Notebooks kostet ein einfach ausgestattetes Modell immer noch mindestens 500 Euro. Asus hat diese Preisgrenze beim Eee PC locker unterboten – und mit etwa 900 Gramm auch noch alle bisher bekannten Gewichtsgrenzen mit dazu.

Asus EEE PC 900 - Der EEE PC wird erwachsen

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Der Nachfolger des EeePC wurde auf der CeBIT vorgestellt.
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Das Ergebnis: Nach eigenen Angaben 350.000 verkaufte Geräte und ein begeistertes Publikum. Offenbar ist die Begeisterung so groß, dass der Eee PC in Deutschland nur schwer zu bekommen ist. Ist das noch ein Notebook, ist es ein PDA oder doch etwas ganz anderes? Wie immer die Antwort auch ausfallen mag: Auf jeden Fall ist der Eee PC gelungen.

Er ist kleiner als jedes Subnotebook, aber größer und deutlich vielseitiger als ein PDA. An die Leistungsfähigkeit der meisten Notebooks reicht der Eee PC zwar nicht heran, der Intel Celeron Mobile-Prozessor mit 900 MHz und 512 MByte Arbeitsspeicher bietet in Kombination mit dem Linux-Betriebssystem (Xandros mit KDE-Oberfläche) allerdings ausreichend Power. Außerdem sind die verbauten Komponenten so stromsparend, dass ihr fast vier Stunden mit dem Eee PC arbeiten könnt, bevor er zurück an die Steckdose muss.

Weniger üppig sieht es beim Speicherplatz aus: Von den 4 GByte Flashspeicher stehen Ihnen lediglich etwa 1,4 GByte zur freien Verfügung. Mit einer zusätzlichen Speicherkarte oder einer externen Festplatte lässt sich dieses Problem leicht beheben. Anschlüsse dafür sind ausreichend vorhanden: Neben drei USB-Schnittstellen und einem Cardreader gibt es noch LAN und WLAN. Das 7-Zoll-Display mit seiner Auflösung von 800 x 480 Pixel ist zwar nicht brillant, trotzdem ist es unabhängig von den Lichtverhältnissen jederzeit gut lesbar. An die doch recht kleine Tastatur werden sich die meisten Nutzer wohl erst gewöhnen müssen.

Linux statt Windows

Dass auf dem Eee PC Linux statt Windows zum Einsatz kommt, hat vermutlich zwei Gründe: Zum einen lässt sich nur mit einem kostenlosen Betriebssystem der Preis von 299 Euro erzielen, zum anderen dürfte eine Windows-Installation sehr schnell an Speichergrenzen stoßen.

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Das externe Laufwerk wird über USB 2.0 angeschlossen und brennt DVDs und CDs.
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Der Eee PC verzichtet auf einen klassischen Desktop und bietet stattdessen die sechs Bereiche Internet, Arbeiten, Lernen, Multimedia und Spiele, Einstellungen und Favoriten. Dahinter verbergen sich die insgesamt etwa 60 Anwendungen. Erfahrene Nutzer können sich ein Update aus dem Internet herunterladen und dann weitergehende Einstellungen am System vornehmen und zusätzliche Programme installieren.

Größeres Display, mehr Speicher

Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel – und kaum war das erste Modell auf dem Markt, wurde bereits heftig über die Nachfolgemodelle spekuliert. Zur CeBIT ist Schluss mit den Spekulationen – jetzt gibt es Fakten. Das Nachfolgemodell wird den Namen Eee PC 900 tragen - und vor allem mehr bieten: Mehr Speicher, ein größeres Display und leider auch einen höheren Preis.

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Neuerungen: Größeres Display, größerer Ram, größerer Flashspeicher, höherer Preis.
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Der Arbeitsspeicher wird im Gegensatz zum Vorgänger auf 1 GByte verdoppelt, die Größe der Solid-State-Disk sogar auf 12 GByte verdreifacht. Statt 7 Zoll bietet der Eee PC 900 nun ein 8,9-Zoll-Display mit 1.024 x 600 Pixel. Die eingebaute Kamera soll eine Auflösung von 1,3 Megapixel liefern. Für den neuen Eee PC will Asus künftig statt 299 Euro rund 399 Euro verlangen - inklusive Linux-Betriebsystem. Verfügbar soll der 900er ab Juni/Juli 2008 sein.

Sowohl der neue 900 als auch der Eee PC 4G werden künftig auch mit Windows ausgeliefert. Auf der CeBIT war der Mini-Rechner nur noch mit Microsofts Betriebssystem zu sehen. Neben Windows XP sollen auch Works 9.0 und Windows Live auf den Eee PCs vorinstalliert sein. Asus hat angekündigt, in etwa vier bis sechs Wochen erste Eee PCs mit XP auszuliefern. Ob sich der Preis für den 4G ändern wird, ist noch unklar. Experten rechnen mit einem Aufpreis von etwa 30 bis 50 Euro. Der Eee PC 900 wird auch ohne XP 100 Euro teurer sein.

Nach Microsoft hat Asus mit T-Mobile einen weiteren Big Player als Kooperationspartner gefunden. Ab Ende März gibt es zum Eee PC 4G 300 Stunden WLAN-Surfen gratis dazu - genutzt werden können die 8.000 T-Mobile-Hotspots. Angekündigt wurden zudem weitere Pakete mit HSDPA und UMTS sowie Tarifoptionen für T-Mobile-Kunden. Weitere Details und vor allem Preise nannten beide Unternehmen bisher nicht.

Was kann die Konkurrenz?

Offenbar hat Asus die Mitbewerber überrascht: Bisher gibt es kein vergleichbares Produkt. Aber klar ist auch: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Hersteller das Billig-Segment erobern wollen. Ankündigungen gibt es durchaus schon. Von den bekannten Herstellern haben bisher lediglich Acer und HP Konkurrenzmodelle angekündigt. Allerdings bleibt man sehr vage. Acer will im dritten Quartal 2008 mit ersten Geräten auf den Markt kommen.

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Konkurrenz: Kojinsha E8 - Mit einem schnelleren Prozessor und einer 40 GByte-Festplatte.
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Gerüchten zufolge soll es sich um ein Notebook mit 7- oder 9-Zoll-Display für etwa 320 Euro handeln. Von HP soll das 2133 kommen: Ein Ultra-Mobile-PC mit 8,9-Zoll-Display. Das Gerät soll Gerüchten zufolge mit 1,13 Kilogramm etwas schwerer ausfallen als der Eee PC, dank eines Penryn-Prozessors aber auch deutlich leistungsfähiger. Möglicherweise schon im April soll das 2133 verfügbar sein - als Preis werden von verschiedenen Quellen etwa 600 Dollar genannt.

Echte Exoten

Etwas weiter sind da schon einige kleine Hersteller: So hat beispielsweise das koreanische Unternehmen Kojinsha für März den E8 angekündigt. Als Ausstattung nennt das Unternehmen einen AMD Geode LX800-Prozessor, 512 MByte RAM und 40 GByte Festplattenspeicher. Dsa E8 soll über ein drehbares Touchscreen mit einer Auflösung von 1.024 x 600 Pixel verfügen. Kosten soll der Eee PC-Konkurrent etwa 400 bis 450 Euro.

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Der One verfügt über eine ähnliche Ausstattung wie der Eee PC, aber der Preis soll deutlich geringer ausfallen: Rund 130 Euro soll er als Bildungsmittel kosten.
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Vor allem für Schüler gedacht ist der One von Elonex. Im Gegensatz zum Eee PC ist er mit maximal 256 MByte Arbeitsspeicher und 1 GByte Flashspeicher eher dürftig ausgestattet. Ansonsten fällt die Ausstattung sehr ähnlich aus, nur auf WLAN muss man beim One wohl verzichten. Dafür ist der angekündigte Preis von etwa 130 Euro auch deutlich geringer.

Aus Taiwan soll das Noahpad kommen. Im Gegensatz zum Eee PC soll es über eine 30-GByte-Festplatte verfügen. Zudem lässt sich der Deckel komplett drehen, so dass das Noahpad zum Tablet PC wird. Der Preis soll etwa dem des Eee PC entsprechen.

Zu teure Konkurrenz

Bereits seit Januar verfügbar ist das s.book 1 von Belinea. Wie der Eee PC ist es mit einem 7-Zoll-Display ausgestattet, der allerdings auch als Touchscreen dient. Neben einem Via C7-M-Prozessor und 1 GByte Arbeitsspeicher ist das s.book mit einer 80-GByte-Festplatte ausgestattet. Als Betriebssystem kommt Windows XP Pro zum Einsatz. Der Preis liegt mit etwa 650 Euro allerdings deutlich über dem des Eee PC.

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Das s.book 1 lockt mit Touchscreen und 80 GByte großer Festplatte. 800€ soll der Winzling kosten.
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Ein Notebook für 299 Euro kann nicht alle Wünsche erfüllen. Aber mit etwas Nachhilfe holt ihr aus dem Asus Eee PC 4G noch einiges mehr raus. Und dank neuem Zubehör haben sich vor allem die Kommunikationsmöglichkeiten deutlich erweitert. Neben dem neuen Eee PC 900 wurde auf der CeBIT auch diverses Zubehör vorgestellt. Highlight der Palette ist die UMTS-Karte: Sie ermöglicht nicht nur schnelle Datenübertragungen mit HDSPA, mit einer SIM-Karte wird der EeePC auch zum Mobiltelefon. Die Karte wird per USB angeschlossen. Weiterhin wurde ein WLAN-Access-Point gezeigt, der dem EeePC den kabellosen Zugang ins Internet verschafft.

Für wenig Geld Eee PC 900 nachbauen

Ein DVB-T Receiver im USB-Stick-Format soll den Fernsehempfang auf dem Mini-Notebook ermöglichen, ein VoIP-Telefon Telefonate via Skype erleichtern. Erwartungsgemäß präsentierte Asus einen externen DVD-Brenner, da dem EeePC kein internes optisches Laufwerk innewohnt. Weiteres Standardzubehör wie Mäuse, Stereokopfhörer und Zusatzakkus war ebenso vertreten.

Wer nicht auf den neuen Eee PC warten will und auch keine 400 Euro ausgeben möchte, kann mit einfachen Mitteln und wenig Geld auch aus dem Eee PC 4G noch mehr herausholen: Arbeitsspeicher und Flashspeicher lassen sich für relativ wenig Geld nachrüsten, auch ein externer Brenner ist nicht besonders teuer. Und wenn ihr den Arbeitsspeicher schon aufgerüstet habt, könnt ihr auch problemlos Windows XP installieren.

Fazit: Endlich mal was Neues

Keine Frage: Mit dem Eee PC ist Asus ein großer Wurf gelungen. Allerdings wurde das Unternehmen vom durchschlagenden Erfolg wohl selber überrascht: Zumindest in den meisten Online-Shops ist der Mini-Rechner kaum zu haben. Gehen wir aber einmal davon aus, dass Asus dieses Problem in absehbarer Zeit in den Griff kriegen wird - schon aus ureigenstem Interesse.

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Und hier nochmal der Klassiker: Mit seinen kompakten Abmessungen und seinem günstigen Preis fand der EeePC reißenden Absatz.
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Mehr Rechner bekommt man derzeit für 300 Euro nicht - und auch die neue 400-Euro-Variante ist aktuell von der Konkurrenz kaum zu schlagen. Die hat den Trend zum kleinen und günstigen Rechner offenbar weitgehend verschlafen. Die bisher bekannten Ankündigungen sind jedenfalls noch sehr vage. Möglicherweise wird sich das im Laufe des Jahres ändern, wenn Intel seine Shelton-Plattform einführt und so den Herstellern den Bau preiswerter Notebooks ermöglicht. Bis dahin kann Asus sich aber erst einmal Marktanteile sichern - vorausgesetzt, es gibt den Eee PC auch tatsächlich zu kaufen.

Etwas weniger überzeugend ist die Ankündigung, künftig auf Windows XP setzen zu wollen. Wieso statt des kostenlosen und ressourcenschonenden Linux plötzlich Microsofts Auslaufmodell zum Einsatz kommen soll, bleibt das Geheimnis von Asus und Microsoft. Möglicherweise interessieren sich aber jetzt auch überzeugte Linux-Gegner für den Eee PC.