Apple – First Look

Apple Tablet – Revolution oder Rohrkrepierer?

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von Witold Pryjda, 29. Januar 2010 14:03 Uhr

Sehen und lesen

Wie es bei Apple so üblich ist, gehen die Meinungen über Sinn und Zweck des iPad weit auseinander. Die Apple-Fanboys planen bereits den Camping-Ausflug zum nächstgelegenen Apple-Store, die Hasser verdammen den Tablet-Mac als weitestgehend sinnloses Mobil-Gerät, für das es kaum eine Zielgruppe gebe. Richtig getestet, sieht man von den Premieren-Gästen und deren Ersteindrücken ab, hat das iPad noch niemand, ohne Langzeit- und Alltags-Tests ist kaum eine seriöse Prognose möglich. Gehen wir trotzdem der Reihe nach durch, allerdings mit größter Vorsicht.

Screenshot zu: Apple Tablet – Revolution oder Rohrkrepierer?Filme wie "The Dark Knight" erscheinen auf dem Display in sehr viel schickerer Pracht als etwa auf Sonys PSP.

Filme: Erwartungsgemäß ist das iPad sehr eng mit iTunes verknüpft. Musik dürfte dabei aber nur am Rande eine Rolle spielen, für einen Fokus als MP3-Player ist es einfach zu groß und unhandlich. Bei Video sieht die Sache aber schon ganz anders aus: Zwar kann man schon heute auf allerlei Geräten Filme gucken. Bisher hat es sich aber weder auf der PSP noch auf einem Smartphone zum Massenphänomen entwickelt. Letztlich sind die Displays immer noch zu klein für den Genuss eines Spielfilmes. Dem iPad kann man aber durchaus zutrauen, das zu ändern. Schließlich ist es auch ein Unterschied, ob man zu Hause „The Dark Knight“ auf einem 22-Zoll-Monitor oder einem 50-Zoll-Flachbildfernseher ansieht.

E-Books: Es ist offensichtlich, dass das iPad Apples Antwort auf zwei Trends der vergangenen Jahre ist: Netbooks (die Steve Jobs nicht mag) und E-Reader. Es erinnert deshalb auch vielmehr an letztere, wenig überraschend war auch die Ankündigung, dass man künftig auch elektronische Bücher über die neue Plattform iBooks (nicht zu verwechseln mit den früheren Apple-Einsteiger-Notebooks) verkaufen werde. Bei der Präsentation schlägt man die Konkurrenten Amazon Kindle und Sony Reader deutlich: Die virtuelle Bibliothek sieht auch wie eine aus, ein grafisches Bücherregal zeigt die Titel samt Cover. Blättert man in einem elektronischen Buch, sind am Rand die aufgefächerten Seiten angedeutet. Sieht hübsch aus.

Die große Frage hier ist aber: Wie angenehm liest sich ein iPad auf Dauer? Geräte wie der Kindle nutzen nämlich die E-Ink-Technologie, deren größter Vorteil ist, dass sie die Augen schont, bei grellem Sonnenschein den besten Kontrast bietet und extrem stromsparend ist. Das iPad hat dagegen einen LED-Schirm, der noch dazu glossy ist. Und bekanntlich taugen glänzende Displays im Freien eher zum Schminkspiegel als zum Lesen von Buchstaben.

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