Der amerikanische Sender ABC bekam eine eklusive Führung durch das Foxconn-Werk, welches im Laufe der letzten Jahre immer wieder in die Kritik geraten war. Von unmenschlichen Arbeitsbedingungen war die Rede, immer wieder kam es zu Selbstmorden. Schließlich reagierte Foxconn - und brachte Fangnetze an den Fassaden der Fabrikgebäude an. Nun durfte zum ersten Mal ein Fernsehteam das Gelände betreten und sich mit einzelnen Arbeitern unterhalten.

Apple - Fernsehteam sieht sich eine Foxconn-Produktionslinie an

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Alles was Apple verkauft wird von Menschenhand zusammengebaut. Millionenfach jeden Tag.
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Das Team von ABC News Nightline behauptete, einen noch nie dagewesenen Einblick in die Foxconn-Affäre bieten zu können. Ihr Kamerateam würde uneingeschränkten Zugang zu den Einrichtungen und den Menschen haben. Das Team und einige Mitglieder der Fair Labor Association, machten einen Rundgang durch die Fabrik. Sie schüttelten hier und da ein paar Hände von Arbeitern und bekamen Nichtigkeiten von eifrigen Foxconn-Managern zu hören.

Das Programm wurde von der schieren Größe der Foxconn-Fabrik überzeichnet. Auch wenn diese zugegebenermaßen beeindruckend ist, wurde doch mehr Zeit darauf verwendet, über Produktivitätsstatistiken und Zahlen zu berichten, als über irgendetwas sonst. Ein paar dieser Zahlen waren umwerfender als andere. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Arbeiter bei Foxconn sowohl für ihre Mahlzeiten als auch für ihre Unterkunft bezahlen müssen. Interessant ist auch, das ein iPhone insgesamt 141 Montageschritte benötigt, um gebaut zu werden.

Leider endete der Bericht offenbar recht unbefriedigend, konnte aber noch einen echten Einblick in die Köpfe der Arbeiter bieten. Einem Paar wurde die Möglichkeit gegeben, darüber zu berichten, wie müde sie waren und wie sehr sie sich wünschten, mehr bezahlt zu bekommen.

Wenig wurde darüber gesagt, wie sehr die Arbeit - denn immerhin wird nahezu alles, was Apple verkauft von Menschen in Handarbeit zusammengebaut - an den Kräften der Arbeitern zehrt. Jeden Tag die Apple-Logos in Metallteilen zu entgraten, ohne dabei all zu viel Tageslicht zu sehen zu bekommen, kann einfach nicht gesund sein. Sowohl physisch als auch psychisch. Ein Hinweis darauf konnte man erkennen, als einige Arbeiter an ihren Maschinen wegtraten, in den wenigen Minuten nach dem Essen. Das wurde jedoch als „chinesische Essentradition“ ausgegeben und nicht als Erschöpfung und unter den Tisch gekehrt.

Wirklich bedeutsame Fragen konnten nicht beantwortet werden - zum Beispiel, wie genau die Arbeiter behandelt werden. Es steht abzuwarten, ob die Anhörungen der FLA etwas ergeben werden. Der Ausflug in das Werk war letztendlich nur ein recht kurzer Rundgang.