Nachdem es zu einem öffentlichen Eklat und mehreren, gut organisierten, Protesten in den Apple Stores in der letzten Woche kam, kündigte das kalifornische Hardwareunternehmen an, dass die Fair Labor Association demnächst unabhängige Untersuchungen der Arbeitsbedingungen innerhalb der Foxconn-Werke in China machen wird.

Bereits heute Morgen begann die Anhörung der FLA in Shenzens „Foxconn City“. Bei ihren Untersuchungen werden die FLA-Repräsentanten Gespräche mit tausenden von Fabrikangestellten führen, um herauszubekommen, wie es um ihre Arbeits- und Lebensbedingungen gestellt ist. Dabei wird es auch um Lohn, Gesundheit, Sicherheit, Arbeitszeiten und die Kommunikation der Arbeiter mit dem Management gehen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen dann Anfang März auf den Webseiten der fair Labor Association veröffentlicht werden.

„Wir hoffen auf eine schnelle Antwort, aber ich weiß nicht, ob wir momentan eine so schnelle Antwort von Apple erwarten können. Es ist besonders aufregend, dass diese Anhörungen für die Öffentlichkeit transparent gemacht werden“, kommentierte Sarah Ryan, von der Menschenrechtsorganisation Change.org.

Wie die FLA mitteilt, werden die Anhörungen von „einem Team aus Arbeitsexperten“ durchgeführt, das sich aus eigenen Mitarbeitern sowie Repräsentanten zweier akkreditierter Dienstleister, Openview und INFACT, zusammensetzt. Die Letztgenannten besuchen in den nächsten Wochen eine weitere Foxconn-Fabrik in Chengdu, China.

Obwohl Ryan von Apples Ankündigung aufgemuntert wurde, gesteht sie dennoch ein, dass die FLA „von kontroversen Begriffen wie Effektivität und Objektivität umgeben ist.“ Solange die Ergebnisse der Untersuchungen aber offen sind, sei das dennoch eine gute Sache.

Allerdings muss man kritisch hinterfragen, wie viel sich für die Arbeiter bei Foxconn tatsächlich ändern wird. Immerhin ist die FLA lediglich eine Organisation, die Bericht erstattet, keine aber, die wirkliche Richtlinien aufstellt. Wenn sich etwas ändern soll, dann wird das nur gehen, wenn entweder Foxconn selbst etwas ändert oder die chinesische Regierung oder Apple hier Druck ausüben.

Taren Stinebrickner-Kauffman von SumOfUs.org meinte dazu, dass das im besten Falle ein erster, bescheidener Schritt in die richtige Richtung sei. Im schlimmsten Falle aber der Beginn einer Reinwaschungskampagne.

In jedem Fall dürfte Anfang März ein wenig mehr Klarheit über die Arbeitsverhältnisse beim weltgrößten Hersteller von Unterhaltungselektronik herrschen. Und mit großer Wahrscheinlichkeit bietet das Zündstoff für neue Diskussionen.