Nachdem das Landgericht Düsseldorf seine einstweilige Verfügung gegen Samsung abgeschwächt hat und das ursprünglich für die ganze EU geltende Vertriebsverbot für das Samsung Galaxy Tab nur noch für Deutschland gilt, bemüht sich Apple in den Niederlanden um ein erneutes EU-Verbot.

In der ursprünglichen Verfügung war die Niederlande noch ausgenommen. Es wurde vermutet, dass Apple hier gesondert klagen wolle, da viele Importe aus Asien in Rotterdam umgeladen werden. Ein Vertriebsstopp dort könnte Samsung auch ohne länderübergreifendes Verbot empfindlich treffen.

Noch problematischer für Samsung könnte sein, dass Apple nun nicht mehr alleine das Galaxy Tab ins Visier nimmt, sondern die Klage offenbar auch auf die ganze Galaxy-Serie ausgeweitet hat, inklusive der Android-Smartphones. Zudem fordert man das Verbot von Produktion, Import, Auslieferung und Verkauf und das Zurückholen der Geräte von den Vertragshändlern. Zudem richtet man sich wohl auch gegen das von Samsung hergestellten Nexus S von Google.

Sollte Apple mit diesen Forderungen durchkommen, so wäre das für den Hersteller Samsung und die Händler ein äußerst schwerer Schlag. Inwieweit die Forderungen überhaupt berechtigt sind und welche Rolle die Manipulationen von Apple an den Bildbeweisen zur vorgeworfene Ähnlichkeit zum iPad, bleibt weiter abzuwarten.

Das niederländische Gericht hat eine Entscheidung für den 15. September in Aussicht gestellt. Andere Klagen in Europa sind ebenfalls noch schwebend. Selbst wenn Apple mit seinen Ansprüchen letztendlich scheitert, so würde schon der vorläufige Verkaufsstopp seiner Android-Geräte Samsung wohl Millionen kosten und auch das Vertrauen von Händlern und Käufern negativ beeinflussen.