Der Core i7 sorgte dafür, dass Intel den Markt der Prozessoren endgültig dominiert. Nun will AMD kontern: Der Phenom II soll Boden gut machen, auch mal Highend-Nutzer ansprechen und trotzdem preiswert sein. Wir haben uns die CPU genauer angesehen.

Deneb ist angekommen: AMD hat seine neue Generation an Phenom-Prozessoren auf den Markt gebracht und sie auf Phenom II getauft. Sie sind Teil der Dragon-Plattform, die – neben den CPUs – auch die aktuellen Radeon-HD-4000-Grafikkarten und Mainboard-Chipsätze der AMD-7-Serie beinhaltet.

AMD - AMD schlägt zurück – neue CPUs im Test

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AMD gibt Gas: Die neuen Phenoms sollen verlorenen Boden wieder gut machen.
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Ähnlich wie bei den alten Phenoms zeigt ein Zusatz hinter dem Namen an, wie viele CPU-Kerne das jeweilige Modell besitzt. So verfügt ein Phenom II X4 über vier Cores. Wir haben das aktuelle Top-Modell, den Phenom II X4 940 Black Edition, durch unseren Test-Parcours geschickt und konnten feststellen, dass AMD einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat. Ob er Intel mit dem Core i7 965 XE angreifen kann, lest ihr in unserem Test.

Phenom II X4 940 im Test

Kann der neue Phenom seine Widersacher von Intel vom Leistungsthron stoßen? Oder enttäuscht er auch hartgesottene AMD-Fans? In unserem Test zählen nur Fakten – wir sagen, ob sich der Kauf der CPU auch lohnt.

Der Phenom II X4 940 ist ein Vierkern-Prozessor, der auf dem Deneb-Kern (45-nm-Technologie) basiert. Er ist mit 3,0 GHz Taktfrequenz ausgestattet. Jeder CPU-Kern verfügt über 512 KByte L2-Cache und greift auf einen geteilten 6 MByte großen L3-Cache zurück. Er ist einer der beiden ersten Modelle, die AMD für den Sockel AM2+ vorgestellt wurden – weitere Prozessoren für AM3 kommen im Laufe des Jahres. Der Zusatz "Black Edition" bedeutet bei AMD, dass der Multiplikator frei ist und die CPU damit auch hierüber übertaktet werden kann, statt nur über den Front Side Bus (FSB). Den TDP gibt AMD mit 125 Watt an.

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Phenom II X4 940: Keine Konkurrenz für den Core i7.
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Benchmarks und Messwerte

Auf unserem Referenzsystem für den Sockel AM2+ (AMD-790FX-Mainboard, 2 GByte DDR2-800-RAM) konnten wir ansprechende Testergebnisse ermitteln. Grundsätzlich positioniert sich der bezahlbare Vierkerner im Mittelfeld der Konkurrenz und verfehlt unsere Top 10 nur knapp. Konkret schaffte er 9.016 Punkte im PCMark 05 (CPU-Test) und 5.420 Punkte im PCMark Vantage – gute Werte, die etwas über dem Niveau eines Intel Core 2 Quad Q9400 (2,66 GHz) innerhalb eines vergleichbaren Systems liegen. Beim Video-Kodieren mit Gordian Knot liegt er mit 269 Sekunden auf Augenhöhe mit dem Core 2 Quad Q9550 (2,83 GHz).

In der Praxis zeigt sich das bekannte Bild: Spiele sind vor allem von der Grafikkarte abhängig, der Prozessor korrigiert die Frameraten lediglich um einige Bilder pro Sekunde. So hat unser Testsystem auf der Basis der Geforce 7800 GTX in Crysis rund 17 Frames erreicht – bei 1.280 x 1.024 Pixeln und hoher Detaildichte. Der Athlon X2 5050e kommt hier beispielsweise auf 15 Frames pro Sekunde. Große Unterschiede gibt es jedoch bei OpenGL-Spielen – hier ist der Phenom II X4 940 mehr als doppelt so schnell wie die Dual-Core-Athlons.

Fazit: Insgesamt liegt der neue Phenom II auf dem Niveau der Core-2-Quad-Prozessoren mit Penryn-Kern, meilenweit vor den Phenoms der ersten Generation, kann aber selbst den kleinsten Core i7 920 (2,66 GHz) nicht angreifen. Somit schiebt AMD zwar endlich einen konkurrenzfähigen Prozessor auf den Markt, verfehlt jedoch das Ziel, mit Intel auf Augenhöhe zu agieren. Spätestens mit den Phenom-II-CPUs auf Sockel-AM3-Basis erwarten wir jedoch mehr Leistung und echte Konkurrenz zu Intels Highend-Modellen.

Athlon 64 X2: Neue Zweikerner für Sparer

Bei AMD sind Zweikerner noch nicht tot. Während Intel mit dem Core i7 derzeit voll auf Quad-Core setzt, veröffentlicht der große Konkurrent weiter Athlon 64 X2 CPUs. Derzeit aktuell: Athlons mit Kuma-Kern. Eine gute Alternative?

Neben den beiden Phenom-II-CPUs hat AMD einige neue Athlon-Prozessoren mit zwei Kernen vorgestellt. Sie basieren auf der Kuma-Technologie, die sich von den älteren Phenoms ableitet und mehr Cache mitbringt. Das aktuelle Top-Modell nennt sich AMD Athlon 64 X2 7750 BE mit 2,7 GHz. Diese CPU kostet rund 70 Euro und verfügt über einen freien Multiplikator zum besseren Übertakten. Sie eignet sich für Einsteiger-Gamingrechner oder Multimedia-PCs mit Sockel AM2 / AM2+.

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Athlon 64 X2: Gute Einsteiger-CPUs.
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Insbesondere der 2 MByte große L2-Cache sorgt für einen Leistungsbonus im Vergleich zu den älteren Athlon-X2-Modellen. Durch den sowieso schon günstigen Preis lohnt es sich kaum, zu den kleineren Modellen X2 7450 (2,4 GHz) und X2 7550 (2,5 GHz) zu greifen, zumal diese nicht als Black Edition erscheinen werden. Solltet ihr den Kauf eines Athlon-Prozessors in Erwägung ziehen, ist der X2 7750 BE derzeit eine hervorragende Wahl. Der Preis ist niedrig, die Leistung ansprechend. Wenn ihr keinen Vierkerner braucht, ist die CPU eine ideale Wahl für ein AMD-System.

Für Stromsparer: Athlon 64 X2 5050e

Ein weiterer starker Vertreter der Athlon-Fraktion ist der X2 5050e. Ausgestattet mit 2,6 GHz und gefertigt im 45-nm-Verfahren soll die CPU vor allem Stromsparer ansprechen. Als TDP gibt AMD 45 Watt an – ein Wert, der sich in der Praxis bestätigt. Gerade in leistungsstarken Mini-PCs für Wohnzimmer oder Büro bietet sich der Einsatz der AMD-CPU also an. Der Preis liegt bei rund 70 Euro – angebracht für eine stromsparende CPU dieser Klasse.

Fazit: Auch mit einem Athlon fahrt ihr derzeit gut. Wer keinen Core 2 Duo im System haben will bekommt – preiswert – schnelle Dual-Core-CPUs von AMD. Achtet jedoch darauf, dass ihr ein Mainboard mit Sockel AM2+ kauft – damit seid ihr auch für den Phenom II und kommende CPUs gerüstet. Ein gutes und preiswertes Board ist beispielsweise das MSI K9A2 Neo-F für rund 55 Euro.