2003 war noch alles im Lot. AMD releaste die K7-Architektur, auf die die kleine Firma aus Sunnyvale ihre Konkurrenz zu Intel für die nächsten Jahre aufbaute. Jede neue Generation, sei es K8, K9 oder K10 war jedoch nur ein kleiner Evolutionsschritt zur Vorgängerversion.

Doch dann kam, 2011 war es dann soweit, eine vom Reißbrett aus komplett neu entwickelte Mikroarchitektur mit x86-Befehlssatz: Bulldozer. Die zuerst hohen Erwartungen, die AMD selbst geschürt hatte, konnten überhaupt nicht eingehalten werden. Der einst im Servermarkt gut aufgestellte Chipentwickler verlor immer mehr Marktanteile, sowohl beim Servergeschäft, als auch im Conusmergeschäft.

Die Chips verbrauchten zu viel Strom, waren zu langsam. So der einheitliche Ton der Reviewseiten. Das Modulkonzept ging nicht aufzugehen. So etwas Ähnliches konnte man nur bei Intel mit ihrem Netburst-Fiasko beobachten, wobei dort der Technologiegigant diese Architektur in den Markt zwang. Ein Jahr später, 2012, brachte AMD dann die Revision namens Piledriver auf den Markt, die einige Schwächen ausmerzte und insgesamt ein besseres Bild ablieferte.

Mittlerweile hat AMD zwar mehrere Zugpferde, wie die ARM-Serverentwicklung oder die neue Jaguararchitektur. Jedoch bildet Bulldozer immer noch die Grundlage für die Performancechips. Nun gesteht sich der aktuelle Chef der Serversparte ein, dass Bulldozer ein Fehlschlag war.

Wortwörtlich: "„Bulldozer was without doubt an unmitigated failure. We know it. It cost the CEO his job, it cost most of the management team its job, it cost the vice president of engineering his job. You have a new team. We are crystal clear that that sort of failure is unacceptable“."

Übersetzt bedeutet das so viel wie, dass Bulldozer ein totaler Fehlschlag war, der dem damaligen CEO und vielen im Management den Job kostete. Er stellt klar, dass solche Fehler nicht akzeptiert werden können. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, was AMD Ende des Jahres mit seiner Steamroller-Architektur auf 28nm-Basis präsentieren kann, und ob die zahlreichen Optimierungen sich auszahlen, oder ob man das Modulkonzept nach Bulldozer am besten hätte direkt fallen lassen sollen. Jedoch sitzt nun ein (fast) komplett ausgetauschtes Engineering-Team an den Schaltplänen, sodass Hoffnung besteht.