Im Rahmen einer Messeveranstaltung in Japan hat AMD den Fahrplan für seine Desktop- und Notebook-Plattformen bis 2011 vorgestellt. Die aktualisierten Roadmaps gewähren einen Einblick in die aktuelle Produktstrategie des Chipentwicklers und zeigen, was im Bereich von CPUs, GPUs und Chipsätzen in nächster Zeit zu erwarten ist. Die verwendeten Präsentationsgrafiken datieren auf den 31. Oktober 2009 und sind somit topaktuell.

AMD - Aktualisierte Desktop- und Notebook-Roadmap abgelichtet

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Die Namensgebung ist ungewöhnlich, die Leistung hoffentlich auch.
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Hinsichtlich der Desktop-Plattformen hat sich im Vergleich zu der aus dem September stammenden Roadmap (siehe diese News) nichts Grundlegendes geändert. Im nächsten Jahr wird der Sechs-Kern-Prozessor Thuban (45 nm) die High-End-Plattform namens Leo anführen.

Als Chipsatz wird hierbei der RD890 samt SB8xx dienen und die Grafik übernehmen die zum Teil schon veröffentlichten Karten der Evergreen-Reihe mit DirectX-11-Support und 40-nm-GPU. Ebenfalls in 2010 wird im Mainstream-Segment die Dorado-Plattform zu finden sein, bestehend aus 45-nm-CPUs mit bis zu vier Kernen (Athlon II), dem RS880-Chipsatz und den Mainstream-Grafikkarten der Evergreen-Serie.

Im Jahr 2011 werden dann die ersten 32-nm-Prozessoren von AMD Einzug halten. An der Spitze soll die Scorpius-Plattform stehen, die auf CPUs mit vier oder mehr Kernen bauen kann, deren Codename Zambezi lautet. Bei den Chipsätzen scheint es keine Veränderung zum Vorjahr zu geben, allerdings ist eine neue Grafikchip-Generation geplant (Codename Northern Islands), die bereits in 32 nm gefertigt werden soll.

Für Mainstream-PCs soll sich die APU Llano anbieten, eine Kombination aus CPU und GPU. Das Gerücht, dass dabei der CPU-Teil auf der Stars-Architektur der aktuellen 45-nm-Prozessoren basieren wird, wird nun bestätigt. Der Chip wird ebenfalls in 32 nm hergestellt. Genaue Angaben zur integrierten GPU werden leider nicht gemacht, jedoch soll sie bereits mit Features wie DirectX-11-Support und UVD 3.0 dienen können, was im Vorfeld schon vermutet wurde. Als Chipsatz der Lynx-Plattform wird wohl ebenfalls die RS8xx-Reihe herhalten, allerdings soll eine Southbridge der sogenannten "Hudson-D"-Serie eingeführt werden.

Im Bereich der mobilen Computer will AMD 2010 die Danube-Plattform bei den "normalen" Notebooks einführen, die auf 45-nm-CPUs der Stars-Architektur mit bis zu vier Kernen setzt. Bei den sogenannten Ultrathin Notebooks soll Nile übernehmen, mit Geneva-CPU (maximal zwei Kerne). Als Chipsatz beider Plattformen kommt die mobile Variante des RS880 mit der SB820M zum Einsatz. Für die Grafik ist dann die Manhattan-Generation zuständig, die in 32 nm gefertigt wird. Im Vergleich zu 2009 soll sich die Akkulaufzeit der Notebooks von 4,6 auf 5,5 Stunden erhöhen.

2011 wird die oben beschriebene APU Llano auch im mobilen Sektor Einzug halten, als Teil der Sabine-Plattform, die auch in Ultrathin Notebooks Verwendung finden soll. Interessanterweise scheint AMD nun auch das Marktsegment der stromsparenden und kompakten Computer, die sogenannten Netbooks und Nettops (Desktop), bedienen zu wollen, wo Konkurrent Intel erfolgreich mit seiner Atom-Plattform vertreten ist.

Mit dem Codenamen Brazos soll die bislang völlig unbekannte AMD-Plattform ebenfalls auf eine APU wie Llano setzen, jedoch soll der Ontario getaufte Chip nur bis zu zwei CPU-Kerne besitzen, die auf der schon oft genannten Bobcat-Architektur basieren und erstaunlicherweise in 40 nm produziert werden sollen. Ob die Desktop-CPUs 2011 ebenfalls über Bobcat-Cores verfügen, ist hingegen unklar, denn dort wird keine Angabe zur verwendeten Architektur gemacht.

Als Grafikchip werden auch bei den Notebooks die GPUs der "Northern Islands"-Serie herhalten, als mobile Varianten. Die Akkulaufzeit der Geräte soll sich 2011 weiter auf nun mehr als 7 Stunden erhöhen.