Von der perfekten Illusion sind Computer- und Videospiele trotz mittlerweile fast fotorealistischer Grafik, Surround-Sound, Force Feedback und ähnlicher Gimmicks weiterhin ein ganzes Stück entfernt. Die vermittelten Sinneseindrücke sind einfach zu beschränkt, um den Spieler wirklich komplett in der virtuellen Welt versinken zu lassen.

Mit "amBX" schickt sich Philipps nun an, die perfekte virtuelle Realität zu schaffen. Dazu bedient man sich sowohl altbekannter als auch völlig neuer Hilfsmittel. Wir haben uns auf der Games Convention vor Licht- und Windmaschine geschnallt und Probe gezockt.

Wie spricht man dich denn?
amBX (gesprochen: "Ämbi-Ex") ist die konsequente Weiterentwicklung von "Ambilight" - einem System, das bei Philips Flachbild-Fernsehern zum Einsatz kommt und mit Hilfe von zwei seitlich angebrachten LED-Leisten dafür sorgt, dass auch der Bereich um den Fernseher herum farblich passend ausgeleuchtet wird. Besonders bei an der Wand montierten Geräten ist das Ergebnis verblüffend, da das Bild - beispielsweise der grüne Rasen bei einer Fußball-Übertragung - sich subjektiv über den Rand des Displays hinaus zu erstrecken scheint.

amBX - Mittendrin statt nur dabei: Neben Sound, Licht und Wind spürt ihr sogar die Kugeln in der Brust.

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Das Premium-Paket in Aktion.
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Im Gegensatz zu "Ambilight" wurde amBX speziell für PC-Spiele entwickelt. Neben den aus Ambilight bekannten LED's (hier: Wandfluter plus zwei Standleuchten), die für stimmungsvolles Licht sorgen, kommen weitere Komponenten zum Einsatz. Dazu gehören ein 2.1-Soundsystem mit 160 Watt, eine vibrierende Handballen-auflage für die Tastatur und zwei Lüfter, die dem Spieler Wind ins Gesicht blasen. So kann beispielsweise Fahrtwind bei einem Rennspiel oder der Luftzug bei schneller Fortbewegung oder einem Sprung in die Tiefe simuliert werden. Während die Handballenauflage de facto klassisches Force-Feedback in neuem Gewand ermöglicht, ist das Spiel mit Licht und Luft für Spieler völlig neu.

Technik inklusive
Als zentrale Steuereinheit dient der gerichtete Wandfluter, der die Wand hinter dem PC-oder Laptopbildschirm mit unterschiedlich farbigem Licht über drei leistungsstarke LED-Reihen beleuchtet. Das gesamte System wird über einen einzigen USB 2.0-Anschluss mit dem PC verbunden.

amBX - Mittendrin statt nur dabei: Neben Sound, Licht und Wind spürt ihr sogar die Kugeln in der Brust.

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Das amBX-System in Aktion auf der Games Convention (Premium Kit).
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Die Anwendungsgebiete sind nahezu endlos: In Rennspielen vermitteln die Lüfter ein intensiveres Geschwindigkeits-erlebnis, Shooter werden durch die Rumble-Funktion an der Tastatur beim Abfeuern von Waffen aufgewertet, Blitzeinschläge zucken nicht länger nur über den Monitor, sondern erhellen tatsächlich die Umgebung, usw, usw. amBX kann - ähnlich wie bei Force-Feedback - direkt vom jeweiligen Spiel unterstützt werden. Die Ansteuerung der amBX-Features gestaltet sich laut Georg Wilde, PR-Manager bei Philips, denkbar einfach.

Per HTML-ähnlichem Code werden die verschiedenen Komponenten gesteuert - so können auch ältere Spiele nachträglich per Patch amBX-kompatibel gemacht werden. Bringt ein Spiel keine native amBX-Unterstützung mit, läuft das System im Emulationsmodus. In diesem Fall "rät" amBX, welche Komponente aktiviert werden soll. Wie gut das funktioniert, konnten wir leider bislang noch nicht überprüfen. Sobald uns ein Testexemplar vorliegt, holen wir das natürlich schnellstmöglich nach.

Übrigens: Auch wer gerade nicht zockt, muss sein amBX nicht nutzlos rumstehen lassen. Das System kann auch Musik mit dem passenden Licht unterlegen, ähnlich den Visualisierungen des Media Players.

amBX - Mittendrin statt nur dabei: Neben Sound, Licht und Wind spürt ihr sogar die Kugeln in der Brust.

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Das Starter-Kit, bestehend aus Wandfluter (Mitte) und Standleuchten (außen).
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Bislang unterstützt amBX unter anderem folgende Spiele: Overlord, Clive Barker's Jericho, Turning Point: Fall of Liberty, Rise of the Argonauts und Operation Flashpoint 2, Broken Sword, Defcon, Toca Race Driver 3 und rFactor. Weitere sollen bereits in Kürze folgen.

Unter anderem hat Philips bereits Kooperationen mit Gearbox Software (Brothers in Arms, Borderlands), Zombie, Riot Games, Brain in a Jar, Invictus Games und Instinct Technology angekündigt.

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Das ProGamer-Kit enthält zusätzlich eine 2.1 Soundanlage mit 160 Watt Musikleistung.
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Seit August steht das System bei uns im Handel, Zocker in Nordamerika und Asien müssen sich noch bis zum Ende des dritten Quartals gedulden, der Rest der Welt kommt Ende 2007 in den Genuss von amBX.

Zum Start gibt es amBX in drei verschiedenen Sets. Das kleinste, das sogenannte Starter-Kit, enthält nur die Basiseinheit plus Licht-Komponente und ist mit einem Spiel gebundled.

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Volle Dröhnung: Im Premium-Kit sind zusätzlich Handballenauflage und Lüfter mit dabei.
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Im ProGamer-Kit ist zusätzlich ein 2.1-Soundsystem mit 160 Watt inkl. Subwoofer und ein weiteres Spiel enthalten. Die volle Dröhnung amBX gibt's im Premium-Kit, hier kommen zur Ausstattung des ProGamer-Kits noch Handballenauflage und Lüfter hinzu, außerdem sind insgesamt drei Spiele enthalten.

ProGamer- und Starter-Kit können beide durch das separat erhältliche Erweiterungs-Set um Handballenauflage und Lüfter ergänzt werden.

Günstig ist anders

Wer jetzt losrennen und sich ein amBX-Set kaufen will - einen Moment noch. Die ausgeklügelte Technik und das edle Design haben ihren Preis. Und der dürfte, zumindest im Moment, die mit Abstand größte Hürde für Philips darstellen.

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Auf der GC hatte Philips auch eine Monster-Variante von amBX im Gepäck.
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Während das Starter-Kit noch für vergleichsweise erschwingliche 199€ über die Theke geht, werden für ProGamer- bzw. Premium-Set stolze 299€ respektive 399€ fällig. Das Erweiterungs-Set (Handballenauflage plus Lüfter) schlägt mit 129€ (Amazon: 102€) zu Buche. Ziemlich happig, auch wenn der Preis im Einzelhandel wohl noch etwas darunter liegen dürfte (Amazon: Starter 159€ / ProGamer 240€ / Premium 310€). Damit reiht sich Philips mit amBX in die Reihe der verdammt coolen, aber eben auch nicht unbedingt günstigen Gadgets ein.

Sobald uns ein Testmuster zum ausführlichen Probezocken vorliegt, verraten wir euch, ob sich die Investition wirklich lohnt. Der erste Eindruck auf der Games Convention war jedenfalls durchaus viel versprechend.

Ausblick
Neben den "Standard"-Komponenten hatte Philips auf der Games Convention noch ein besonderes Schmankerl im Gepäck:die 3rd Space (ForceWear) Shooter Vest von TN Games. Zu einer speziellen Version von Quake 4 durfte man die Shooter-Weste mit eingebauten Mini-Airbags ausprobieren, die sich passend zum Geschehen auf dem Monitor aufblasen und wieder entlüftet werden. Werdet ihr beispielsweise von vorne beschossen, spürt ihr die "Einschläge" in Form eines festen, wenn auch nicht brutalen Drucks auf Brust und Bauch - das Gleiche gilt bei Angriffen von hinten, bei denen die Airbags im Rückenbereich aufgeblasen werden.

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Shooter-Weste mit Airbags. Wir wünschen uns zusätzlich Helm und Hose!
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Auch bei Abstürzen aus größerer Höhe und der Benutzung der Jump-Pads melden sich die Airbags und verpassen euren Nieren einen kräftigen Knuff. Die Shooter-Weste kommt noch diesen November in Nordamerika in den Handel. Bald darauf soll sie auch in Europa verfügbar sein.

Darüber hinaus sind zahlreiche weitere Features denkbar: Simulation von Hitze und Kälte (durch Heizstäbe bzw. Mini-Klimaanlagen in den Lüftern), eine Ausweitung der Shooterweste auf Kopf und Beine und vielleicht irgendwann gar die Simulation von Gerüchen. Davon distanziert man sich bei Philips im Moment allerdings noch, da die Gefahr einer ungewollten Vermischung von verschiedenen Duftnoten zu überaus unangenehmen Ergebnissen führen kann. Und mal ehrlich: Man muss ja auch nicht alles riechen, was gerade auf dem Monitor passiert…