Mit amBX will Philips das Spielerlebnis am heimischen PC deutlich intensivieren. Licht, Luft und Rumble sollen für das oft zitierte „Mittendrin statt nur dabei“-Gefühl sorgen. Nachdem wir uns bereits auf der Games Convention einen ersten Eindruck verschaffen konnten, haben wir mittlerweile das „Premium Kit“ durch den gamona Testparcours gejagt – und der war steiniger als zunächst gedacht.

Hinweis: Wem die Funktionsweise von amBX noch unbekannt ist, sollte zunächst unsere Vorschau von der Games Convention lesen. Dort gehen wir ausgiebig auf Technik und die verschiedenen verfügbaren Kits ein.

Das von uns getestete „Premium Kit“ ist das Nonplusultra der amBX-Bundles und beinhaltet neben der zentralen Steuereinheit (die gleichzeitig als „Wandfluter“ dient und hinter dem Monitor verstaut werden sollte) ein 2.1 Boxensystem inkl. Subwoofer und integrierten LED-Leuchten, das Lüfterset und eine „Vibrations-Handgelenkauflage“, die vor der Tastatur ihren Platz findet. Außerdem gehören drei Spiele zum Lieferumfang: Broken Sword, DTM Race Driver 3 (engl. Titel: TOCA Race Driver 3) und Defcon zieren den formschönen, quaderförmigen Karton.

Hochwertig und schnell aufgebaut

Alle Komponenten machen einen hochwertigen Eindruck und sind auf der Unterseite gummiert, um ein Verrutschen auch im hektischen Betrieb zu verhindern. Selbst die vergleichsweise kleinen und leichten Lüfter lassen sich auch von kräftigen Stößen an Tischplatte und -beinen nicht aus der Ruhe bringen.

amBX - Das Premium-Kit im gamona-Härtetest: Kann amBX halten, was Philipps verspricht?

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Das von uns geteste Premium Kit. Alle Komponenten machen einen hochwertigen Eindruck.
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Aufbau und Anschluss gestalten sich vergleichsweise einfach, berücksichtigt man die beeindruckende Menge an Kabeln, die nach erfolgreicher Installation euren Schreibtisch zieren. Durch klare Beschriftungen und farbige Anschlüsse kommt keine Verwechslungsgefahr auf, die Stecker passen und sitzen fest in den Buchsen. Das gesamte System wird am Ende mit einem einzigen USB-Kabel mit eurem PC verbunden – keine Angst also, dass Drucker, Digitalkamera, Joystick oder USB-Kaffeetassenwärmer beim amBX-Zocken abgestöpselt werden müssen.

Lest auf der nächsten Seite: Keine Unterstützung für Windows Vista?

Vista User: Wir müssen draußen bleiben

Nachdem Subwoofer, Lautsprecher, Lüfter und Handballenauflage gemäß Feng-Shui-Richtlinien (bzw. der Anleitung) ausgerichtet waren, wich die Vorfreude schnell rapide wachsender Ernüchterung. Unser Testsystem beherbergte eine Installation von Microsofts neuem Betriebssystem Windows Vista (Home Premium), auf das amBX prompt mit Missfallen reagierte.

amBX - Das Premium-Kit im gamona-Härtetest: Kann amBX halten, was Philipps verspricht?

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amBX im Betrieb - wenn denn die Treiber mitspielen.
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Das Installationsprogramm wies höflich aber bestimmt darauf hin, dass das von uns eingesetzte Betriebssystem im Moment leider nicht unterstützt werde. Über ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart von Vista (30.1.2007) mehr als enttäuschend, zudem gerade PC-Spieler auf Grund von DirectX10 in Sachen Vista zu den „early adopters“, also den Frühumsteigern, gehören dürften.

Alle Versuche, die mitgelieferten Treiber samt Software zum Arbeiten zu bewegen, schlugen fehl. Umso größer der Ärger, als weder auf der offiziellen amBX-Seite noch auf der Philips-Produktseite Vista-kompatible Treiber zu finden waren. Die FAQ dazu lapidar: "Funktioniert das Gerät auch unter Microsoft Vista?" - "Nein, derzeit wird nur Windows XP SP2 unterstützt. An der Unterstützung für Vista wird derzeit gearbeitet."

Wohl dem, der den Navigationspunkt „Software und Treiber“ findet – denn dort wird ein Vista-Betatreiber angeboten. Dessen Installation wirkt zwar etwas ungewöhnlich (nach der Installation des Gesamtpakets muss der „amBX FX Generator“ zunächst deinstalliert und dann in der Vista-Betaversion erneut installiert werden), funktioniert aber. Es bleiben dennoch Einschränkungen für Vista-Benutzer: Der „Audio FX Generator“, mit dessen Hilfe amBX Musik „visualisieren“ kann, liegt aktuell noch nicht in einer Vista-kompatiblen Version vor. Das System funktioniert also nur beim Zocken.

Mittlerweile hat Philips zumindest teilweise nachgebessert und bietet auf der offiziellen Seite System-Software und Vista-Treiber (weiterhin ohne Audio FX Generator) separat zum Download an. Allerdings handelt es sich weiterhin um eine Beta-Version. Ärgerlich: Da auf der Seite keine Versionsinformationen vorhanden sind sondern nur die „Latest Drivers“ angeboten werden, dürften Updatewillige Orientierungsprobleme bekommen. Zudem ist die „Software Downloads“-Seite im Moment nur über eine Newsmeldung auf der Startseite zu erreichen und noch nicht in die Navigation integriert. Der zuvor zitierte FAQ-Eintrag bezüglich der Vista-Unterstützung ist dort übrigens weiterhin zu finden – ohne Hinweis auf irgendwelche Betaversionen…

Lest auf der nächsten Seite: Praxistest und Fazit: Keine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Den Wind um die Nase

Sind die Installations-Hürden genommen oder wird das amBX-System im Verbund mit Windows XP verwendet, geht’s endlich richtig los. Die mitgelieferten Spiele bieten dank einer speziellen Anpassung native amBX-Unterstützung und können die einzelnen Komponenten gezielt ansteuern. Bei DTM Race Driver weht euch zum Beispiel mit zunehmender Geschwindigkeit der Wind aus den beiden Lüftern um die Ohren oder die LED-Leuchten bilden die Farbe der Startampel ab. Die Effekte passen somit stets zum Geschehen auf dem Bildschirm – besonders die optischen kommen aber nur bei abgedunkeltem Zimmer so richtig zur Geltung.

amBX - Das Premium-Kit im gamona-Härtetest: Kann amBX halten, was Philipps verspricht?

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Noch realistischer dank amBX: DTM Race Driver 3.
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Bietet ein Spiel keine native amBX-Unterstützung, kann das System einige Effekte emulieren. Aus nachvollziehbaren Gründen ist dieser Emulations-Modus natürlich eingeschränkt und muss sich an der Spielgrafik orientieren. So wird beispielsweise die Farbe des LED’s an das Geschehen auf dem Monitor angepasst. Taucht ein roter Scheinwerfer das Szenario also in farbiges Licht, leuchten auch die LED’s in der entsprechenden Farbe. Zuckt ein Blitz oder Mündungsfeuer über den Bildschirm, wird dies durch kurzes Aufblinken der amBX-Lichter unterstrichen. Insgesamt funktioniert der Emulations-Modus recht passabel und verbessert ähnlich wie AmbiLight den optischen Gesamteindruck. Einzelne Elemente wie die Startampel bei DTM Race Driver können hingegen natürlich nicht dargestellt werden.

Fazit

amBX zeigt eindrucksvoll, dass es auch abseits der ausgetretenen Pfade Möglichkeiten gibt, um den Spieler tiefer ins Spiel hineinzuziehen. Die Technik funktioniert – abgesehen vom beschriebenen Treiber-Wirrwarr unter Vista – einwandfrei, das gesamte System ist hochwertig verarbeitet und durch die Gummierung auch wildem Vor-Wut-auf-den-Tisch-dreschen gewachsen.

Auf Grund des gesalzenen Preises können wir dennoch keine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen. Wer schon ein perfekt ausgestattetes Gaming-System zu Hause stehen hat und über das nötige Kleingeld verfügt, darf nahezu bedenkenlos zugreifen. Ansonsten sind die knapp 300€ für das Premium-System bei vielen Spielern mit notorischem Geldmangel wahrscheinlich andernorts besser investiert – beispielsweise für einen großen Flachbildschirm, mehr Arbeitsspeicher oder eine aktuelle Grafikkarte.