Nachdem der bei 1000 Dollar angesetzte Verkaufspreis der Piston von Xi3 für einen kleinen Aufschrei unter potentiellen Käufern sorgte, schien sich Valve in Zugzwang gewähnt zu haben und gab kurz darauf bekannt, dass sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr mit Xi3 kooperieren würden. Sorgte sich Valve um schlechte Publicity in Bezug auf ihr eigenes, in Entwicklung befindliches Gerät? Diese doch recht plötzliche und dennoch eindeutige Aussage lässt zumindest Xi3 in keinem guten Licht stehen, was sich auch auf die Verkaufszahlen der Piston auswirken könnte. Nun hat Xi3 in einer Pressemitteilung auf Valves Dementi reagiert.

Aktuelles - Xi3 reagiert auf Valves Dementi

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Xi3-CEO Jason A. Sullivan verteidigt seine Konsole
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"Wir möchten noch einmal versichern, dass wir in der Tat eine Investition von der Valve Corporation erhalten haben (wie wir kürzlich während der 2013 International CES Trade Show mitgeteilt haben) und das taten wir mit Valves schriftlicher Genehmigung," so Jason A. Sullivan, CEO von Xi3. "Zudem wurden wir darum gebeten, ein Produkt speziell für Valve zu entwickeln und beide Unternehmen haben dieses Produkt, die Piston-Konsole auf ihren jeweiligen Messeständen auf der CES 2013 präsentiert. Dann, während eines Meetings mit Valve auf der CES, bat mich Gabe Newell persönlich darum, keine weiteren Informationen über unsere Beziehung zu Valve preiszugeben. Wir sind dieser Bitte nachgekommen und werden es auch weiterhin so halten. Abgesehen davon gibt es noch weitere Dinge, die wir behandeln müssen."

So sei die Piston-Konsole in der Öffentlichkeit immer als die offizielle "Steam-Box" bezeichnet worden, was so aber weder von Valve noch von Xi3 jemals mitgeteilt wurde. Auch beziehe sich Valves Dementi auf eine momentane Kooperation und sei keine allgemeine Ablehnung was zukünftige Kooperationen betreffe.

"Es ist ausserdem wichtig zu erwähnen, dass die Piston-Konsole den Spielern ermöglichen wird, auf Steam zuzugreifen, ganz egal wie unser Verhältnis zu Valve ist oder nicht ist. Zudem wird die Piston auch eine große Zahl anderer internetbasierter Spiele- und Unterhaltungsplattformen unterstützen, was viel mehr ist, als das, was Valve anscheinend für seine offizielle "Steam-Box" geplant hat. Auf diese Weise kann die Piston-Konsole als mehr als nur eine "Steam-Box" wahrgenommen werden, was durchaus Sinn ergibt, weil in seinem Kern ist die Piston-Konsole ein Modular-PC (also ein PC, dessen Peripherie jederzeit ergänzt oder ersetzt werden kann), der jedes Betriebssystem oder jede Anwendung laufen lassen kann, die dafür designt wurde, auf x86-basierten 64-Bit-Computern zu laufen. Um genau zu sein, wird die Piston-Konsole zu Beginn mit einem Windows-Betriebssystem ausgestattet, weil der Großteil der Spiele-Software und Computerspiele nun mal darauf stattfinden. Die Piston-Konsole kann ausserdem Linux und andere Betriebssysteme laufen lassen, was wiederum bedeutet, dass sie die Linux-Version von Steam unterstützt."

So glaube Xi3 im Gegensatz zu Valve, dass man, um den heutigen Konsolenmarkt zu erobern, auf ein Windows-Betriebssystem setzen müsse. Dies zusammen mit der Möglichkeit, nicht nur auf eine Spieleplattform, sondern gleich auf alle Plattformen zugreifen zu können. So bestehe der große Unterschied zwischen Piston und anderen "Steam-Boxen" darin, dass man mit der Piston-Konsole entscheiden könne, auf welche Plattform man zugreifen möchte.

Momentan sei man über das enorme Interesse und die hohe Zahl an Vorbestellungen verblüfft. So sei man aufgrund der Vorbestellungen noch nicht sicher, ob man bis zu den Feiertagen genügend Piston-Konsolen produzieren könne.

"Abschließend sei gesagt, dass es die Sache von Valve ist, was das Unternehmen mit der "Steam-Box" zu tun oder nicht zu tun gedenkt. Also Gabe, du bist am Zug."

Dass Valve so plötzlich einen Rückzieher macht und die Kooperation beendet hat, lässt Raum für unterschiedliche Interpretationen. Erst in ein Unternehmen investieren, nur um dann die Notbremse zu ziehen und was viel schwerwiegender ist, den Partner einen Maulkorb verpassen. Hatte Valve Angst, dass Xi3 Dinge ausplaudern könnte, die Valve in keinem guten Licht stehen ließen? Oder gibt es einen ungenannten Grund, warum die Piston satte 1000 Dollar kosten soll? Für den Preis bekommt man schon einen High-End-Spiele-PC.