Wie mittlerweile bekannt ist, hat sich Sony ein Patent gesichert, welches mithilfe von NFC den Weiterverkauf von gebrauchten Spielen verhindern soll. Dass die Publisher es nicht gern sehen, dass Spieler, statt eines ihrer Spiele neu zu kaufen, auf gebrauchte Spiele ausweichen, um Geld zu sparen, ist aus wirtschaftlicher Sicht zwar verständlich. Doch den Spielern und Eigentümern gekaufter Spiele einen Riegel vorzuschieben und sie beim Weiterverkauf zu hindern, ist schon grenzwertig. Online-Pässe für den Multiplayermodus bei Sony, Accountbindung bei Steam und Games for Windows Live. Die Möglichkeiten der Publisher sind vielfältig. Doch Sonys Vorstoss einer hardwarebasierten Sperre könnte das definitive Aus für Gebrauchtspiele bedeuten.

Aktuelles - Sonys Patent gegen Gebrauchtspiele lässt Gamestop-Aktie fallen

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuAktuelles
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 8/91/9
Könnte demnächst die Worte seines Geschäftsnamens vertauschen
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Und diesem Zuge auch gleich das Aus für den gesamten Branchenzweig, der sich auf den An und Verkauf gebrauchter Spiele spezialisiert hat. Neben vielen kleineren Läden wäre das auch der Branchenprimus GameStop. Die weltweit größte Einzelhandelskette für Spiele mit Sitz in Grapevine, Texas, USA, betreibt weltweit mehr als 6500 Filialen in über 18 Ländern. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz befinden sich über 230 Filialen.

Dass mit einem Wegfall des Gebrauchtmarktes für Spiele, dem Unternehmen ein wichtiges Standbein wegbräche, zeigte sich darin, dass kurz nach der Bekanntgabe der Patentsicherung durch Sony, der Kurs der Gamestop-Aktie um fünf Prozent auf 24,36 Dollar sank.

Schon vor knapp einem Jahr brach der Kurs ähnlich ein, als Gerüchte um eine ähnliche Anti-Gebrauchtspiele-Methode Bei Microsofts nächster Konsole 'Durango' auftauchten. damals verlor die Aktie 1,73 Dollar.

Wedbush Securities-Marktanalytiker und Pach Attack-Moderator Michael Pachter ließ die Investoren in einem Rundbrief daraufhin wissen, dass, auch wenn Sony dieses Patent angemeldet habe, es nicht bedeuten muss, dass Sony diese Technik auch einsetzen wird. So könne er keine nennenswerte Auswirkung zugunsten des Unternehmens sehen, sollte Sony diese Technik einsetzen, da die eigenen Spiele von Sony nur rund 10 Prozent aller Softwareverkäufe ausmachten und das Unternehmen klar im Nachteil wäre, sollten sich Nintendo und Microsoft gegen derartige Methoden entscheiden.

Realistischer als eine allgemeine Blockade von gebrauchten Spiele durch die Hardware der Konsole, sei es seiner Meinung nach, dass Sony den Publishern mit dieser Technik eine Möglichkeit bieten könnte, ihre Spiele, sollten sie es denn wünschen, per Allgemeine Nutzungsbedingungen an eine Konsole zu binden, um einen Weiterverkauf unmöglich zu machen. Vorausgesetzt, die Publisher sind gewillt, den Zorn der Kunden auf sich zu ziehen, was Michael Pachter im Moment allerdings weder bei Sony, noch bei irgendeinem Publisher erkennen kann.