Auf dem "Anti-Piracy and Content Protection Summit" in Los Angeles äußerten sich zahlreiche Interessenvertreter der Filmindustrie über zukünftige Mittel und Wege, die Piraterie von Filmen im Internet zu unterbinden. Mit dem baldigen Erscheinen neuer 4K-Abspielgeräte sieht vor allem Sony die Chance alte Zöpfe abzuschneiden und neue Konzepte zu entwickeln. Unter anderem sprach sich Sony Pictures CTO Spencer Stephens für ständige Authentifizierungen über das Internet und individuelle Wasserzeichen aus.

Hintergrund: Ab dem 15. Juli beginnt Sony mit dem Verkauf des FMP-X1 4K Ultra HD Media Players, der Filme bis zu einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixel, also der 4K-Auflösung, abspielen kann. Er wird vorerst nur in den USA erhältlich sein und soll dort 699 US-Dollar kosten. Vor der ersten Nutzung wird bereits eine Aktivierung über 4KActivation.com notwendig. Dazu muss auch die Seriennummer des Geräts angegeben werden.

Eine der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen ist laut Sony der Einsatz von HDCP 2.2. Nachdem die erste Generation bereits gehackt und damit unbrauchbar wurde, soll HDCP 2.2 entsprechend geschützte Inhalte vor dem Zugriff nicht autorisierter Aufzeichnungen bewahren. Neu in HDCP 2.2 ist unter anderem ein Localization-Feature, dass bestimmte Vorgaben zum Abstand des Players zum Receiver, beispielsweise des TV-Gerätes, macht. Somit wäre es nicht mehr möglich geschützte Inhalte über das Internet zu schauen.

Individualles Wasserzeichen

Schritt zwei soll ein individuelles Wasserzeichen sein, dass auf jedem 4K-Film hinterlegt ist, sobald ein Nutzer diesen Kauft oder leiht. Taucht also eine illegale Kopie im Internet auf, kann diese bis zu einer bestimmten Person zurückverfolgt werden. Gekoppelt werden soll dies mit einem sogenannten Trusted Execution Environment (TEE), dass die TXT-Befehlssätze der Intel-Prozessoren nutzt, um bestimmten Code vor Zugriffen fremder Programme zu schützen. Somit soll es dann auch nicht mehr möglich sein das Wasserzeichen zu entfernen.

Always On im Internet

Bei der PlayStation 4 tat sich Sony noch als Retter gegenüber Microsofts Xbox One hervor, denn zunächst sollte diese alle 12 Stunden eine Internetverbindung benötigen, um verwendet werden zu können. Inzwischen hat Microsoft in dieser Hinsicht aber einen Rückzieher gemacht und so müssen PlayStation 4 und Xbox One nicht ständig mit dem Internet verbunden sein. Anders soll dies aber laut Sony beim Abspielen von 4K-Filmen sein. Um das Wasserzeichen und die Authentifizierung zu prüfen, sollen entsprechende Player vor jedem Video-Playback eine Verbindung zu einem Authentifizierungs-Server aufbauen. Somit will Sony sowohl nicht autorisierte Inhalte wie auch gehackte Player ausfindig machen können.

Zum einen darf man nun gespannt sein, welche dieser Maßnahmen Sony bis zum Herbst umsetzen kann und ob sich noch Widerstand gegen diese regen wird. Auf der anderen Seite stehen sicherlich schon findige Hacker in den Startlöchern, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Die Marschrichtung ist klar: Die Content-Industrie will die Kontrolle über ihre Software (Filme) sowie die dazugehörige Hardware (4K-Player) erhalten.