Bügeleisen, Wasserkocher und andere Haushaltsgeräte chinesischer Hersteller sorgen derzeit in Russland für Angst und Schrecken, schleusen diese nämlich Viren und Trojaner via WLAN in Netzwerke ein. Was wie ein Szenario aus einem Science-Fiction-Film klingt, ist tatsächlich Realität.

Dafür wurden die Geräte von Kriminellen mit sogenannten Rogue Chips ausgestattet, die sich über offene WLAN-Netze einwählen und so die Schadsoftware verbreiten. Der russische TV-Sender Rossiya 24 ließ ein solches Gerät von einem Techniker prüfen, der einen Chip entfernte und diesen als "kleines Mikrofon" bezeichnete. Damit wollte er wohl die Gefahr verdeutlichen, die von diesen Chips ausgeht.

Die russische Nachrichtenagentur Rosbalt soll bestätigt haben, dass bereits mehr als 30 Geräte an Händler in St. Petersburg ausgeliefert wurden. Verwendet werden soll das Ganze anscheinend hauptsächlich für den Befall von Firmennetzwerken, um Spam-Mails zu verschicken. Einigen Berichten zufolge soll ein ausländischer Server aufgespürt worden sein, mit dem die Chips kommunizieren.

Schäden durch Infizierung sind bislang offenbar keine entstanden. Das WLAN-Signal deckt einen Umkreis von gut 200 Meter ab. Es ist durchaus anzunehmen, dass die rund 30 modifizierten Geräte nur einen Bruchteil der ausmachen, die weltweit im Umlauf sind.