Einem Bericht der Washington Post zufolge soll die NSA täglich knapp fünf Millionen Datensätze von Mobiltelefonen sammeln. Dazu gehört das komplette Bewegungsprofil bzw. die Telefonnummer, die aktuelle Funkzelle und somit der Ort, die Gerätenummer sowie die eindeutige Nummer der Sim-Karte.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Dokumente von Edward Snowden. Grünen-Politiker Konstantin von Notz spricht gegenüber Reuters von einem Horrorszenario: "Es geht hier um die komplette Bewegungsprofil-Erfassung aller Bürgerinnen und Bürger. Dieses Horrorszenario stellt alle Big-Brother-Phantasien in den Schatten und ist ganz offenbar gängige Geheimdienstpraxis."

Notz fordert eine Antwort von der Bundesregierung, die "Kontinuität der Realitätsverweigerung der Bundeskanzlerin" mache sprachlos.

Laut den der Washington Post vorliegenden Dokumenten würde es insgesamt 40 Erkennungsmerkmale für jeden Datenpunkt geben. Mit den gesammelten Daten sei es einfach, sowohl den Ort als auch den Besitzer jederzeit bestimmen zu können.

Die erfasste Datenmenge soll sogar so gigantisch sein, dass die NSA mit ihren riesigen Rechenzentren Probleme hat bzw. hatte. Die Dokumente stammen aus dem Jahr 2012, inzwischen wurde die Rechenkapazität erhöht.

Darüber hinaus verfügt die NSA über die Software Co-Traveller, die das Umfeld von "Zielpersonen" kartieren soll. Sie kann also erfassen, welche anderen Handys sich häufiger an einem Ort wie das der Zielperson befinden.

Tatsächlich sollen weltweit permanent Hunderte von Millionen Menschen kartiert werden. Sogar Schadsoftware würde sich durch die der NSA verfügbaren Daten und Technologien einschleusen lassen, womit die Geräte im Grunde als Wanze genutzt werden können. Die NSA hat also theoretisch die Möglichkeit, jederzeit Fotos zu schießen oder das Mikrofon anzuzapfen, selbst wenn sich die Handys im Standby bzw. Schlaf-Modus befinden.