Nachdem erst Polen vor wenigen Tagen nach massiven Protesten gegen das Urheberschutzabkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement) die Ratifizierung aussetzte, folgte nun auch Tschechien.

Wie der Regierungssprecher Jan Osuch erklärte, müsse man dieses Abkommen erst näher analysieren. Man dürfe auf keinen Fall zulassen, dass die bürgerlichen Freiheiten und der freie Zugang zu Informationen in irgendeiner Weise bedroht sind.

Auch in Tschechien nahmen die Proteste gegen ACTA enorm zu, die Hacktivisten Anonymous stibitzten beispielsweise eine Liste mit privaten Informationen zu allen Mitgliedern der Regierungspartei ODS und spielten sie tschechischen Zeitungen zu.

Erst im Januar hatten neben Tschechen 21 weitere EU-Mitgliedsstaaten das Abkommen unterzeichnet. Deutschland ist bislang zwar noch nicht dabei, sicherte aber im letzten Jahr seine Unterstützung zu.

Für den 11. Februar haben übrigens Netzaktivisten, Parteien und Organisationen zu Protestaktionen aufgerufen (wir berichteten).

ACTA geht alle etwas an. Das Abkommen spiegelt hauptsächlich die Interessen der Musik- und Filmindustrie wieder und gefährdet nicht nur das Internet. Auch betroffen sind alle Waren und Produkte, die gehandelt oder auch verbreitet werden.

Zudem gibt es noch die sogenannte Provider-Haftung, wodurch Provider für das Handeln ihrer Kunden den Kopf hinhalten müssten. Dadurch könnte es laut Kritikern passieren, dass die Prodiver kündtig den Internetverkehr der Kunden überwachen und somit wüssten, welcher Nutzer was auf einer Internetseite macht oder was sie auch in E-Mails schreiben.