CDU/CSU nehmen den Fall rund um den Filehoster Megaupload zum Anlass, identische Gesetze wie SOPA (Stop-Online-Piracy-Act) oder PIPA (Protect-IP-Act) für Deutschland zu fordern.

In einer Pressemitteilung heißt es: "Das deutsche Urheberrecht ist ein Eckpfeiler des Rechtsstaates und der sozialen Marktwirtschaft. Es stellt sicher, dass kreative Leistung sich auch weiter lohnt. Trotz unermüdlicher und zeitintensiver Ermittlungen ist es den Strafverfolgungsbehörden wie auch im Fall kino.to viel zu lange nicht gelungen, einer Handvoll notorischer Hochstapler und Betrüger das Handwerk zu legen."

Dafür würden die Behörden neue Instrumente benötigen, die sich eben an SOPA und PIPA orientieren. Dabei merkt die Fraktion zwar auch an, dass einige der Regelungen zu weit gingen, zeigt sich aber verwundert über die großen Protestaktionen im Internet: "Es erstaunt, dass Wikipedia, Google, die Grünen und viele andere durch ihre Proteste gegen SOPA und PIPA auch geldgierigen Internetkriminellen wie dem Gründer von Megaupload beispringen."

Der Versuch, die Funktionsweise von Megaupload zu erklären, scheitert: "Über den One-Click-Sharehoster megaupload mit Sitz in Hong Kong konnten urheberrechtlich geschützte Dateien von unbeschränkter Größe hochgeladen und von jedem Besitzer eines Benutzerkontos bis zu einer Datenmenge von 1024 MB kostenlos heruntergeladen werden. Nach Angaben des US-Justizministeriums entstand den Rechteinhabern dadurch ein Schaden von einer halben Milliarde US-Dollar."

Nicht nur registrierte Nutzer, sondern jeder konnte Dateien von den Servern herunterladen. Zudem gab es für die nicht zahlende Kundschaft keine Begrenzung von 1 GB, sondern von 2 GB am Tag. In einer zuvor veröffentlichten Version der Pressemitteilung war auch noch die Rede von MiB statt von MB, was darauf schließen lässt, dass die Informationen von der Wikipedia-Seite zu Megaupload kopiert wurden.