Wedbush-Analyst Michael Pachter sprach in einem Interview ausführlich über die aktuelle Konsolengeneration und rät all jenen, die auf exklusive Titel pochen, eine PS4 zu kaufen.

Aktuelles - Michael Pachter: Microsoft verzweifelt, PS4 die Konsole der Stunde und Nintendo wie ein Alkoholiker

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Michael Pachter rät zur PS4
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Seit Defy Media die Seite GameTrailers massiv umstrukturiert hat, gibt es auch kein Pach-Attack mehr. Das war die Sendung von Wedbush-Analyst Michael Pachter, der für seine Prognosen in Bezug auf die Videospielindustrie bekannt ist. Dennoch gibt es für Pachter noch immer wieder Gelegenheit, sein Wissen mit der Welt zu teilen. So auch in einem Interview mit GamingBolt. Darin ging es in erster Linie um die aktuellen Konsolen von Sony, Microsoft und Nintendo.

Die aktuellsten Konsolen der drei Hardware-Hersteller sind nun lange genug auf dem Markt, um genaue Prognosen zu stellen. Und für Pachter steht fest, dass der Erfolg der PS4 nicht allein auf die treuen Sony-Jünger zurückzuführen sei. Seiner Meinung nach sei ein Großteil der Konsolenkäufer markentreu. Ein Xbox 360-Besitzer kauft sich eher eine Xbox One, während ein PS3-Besitzer eher zur PS4 greife. So machen seiner Meinung nach die Wii-Besitzer den Unterschied aus. "Was wir hier haben ist ein ganzer Haufen Wii-Besitzer, die erwachsen werden. Also Jungs, die 2006 / 2007 / 2008 um die sechs bis zwölf Jahre alt waren. Und die sind nun zwischen sieben bis acht Jahre älter, was auch immer das heißen mag, zwischen 13 bis 18 Jahren."

Diese Wii-Besitzer seien nun diejenigen, die entweder zur PS4 oder zur Xbox One greifen. Und definitiv sei es Sony, die besser mit dieser Käuferschicht umzugehen wissen. Was Microsoft angeht, glaube Pachter, dass die frühe Preissenkung dem Unternehmen in gewisser Weise geholfen, ihm aber auch geschadet habe. "Microsoft will unbedingt gewinnen, koste es, was es wolle", so Pachter. "Zu Gewinnen bedeutet ihnen mehr als kurzfristige Profite. Und ich betone kurzfristig, da sie genau wissen, dass der Gewinnstrom eines Xbox One-Besitzers ein langfristiger ist. Wenn man also heute auf 50 Dollar verzichtet, weil man die Xbox One auf 349 Dollar angesetzt hat statt auf 399 Dollar, kriegt man die 50 Dollar später wieder rein, weil die Leute Tonnen an Software kaufen."

Das sei durchaus positiv zu verzeichnen. Doch die frühe Preissenkung habe Microsoft auch geschadet. Denn nun sei das Unternehmen auf 349 Dollar festgenagelt. Als Beispiel führt Pachter den Preis von Fernsehern an. Bei der Vielzahl an Geräten und unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen und Größen sei der Markt für Außenstehende ungemein undurchschaubar. Es ist also ein Leichtes für Händler, den Preis jederzeit zu senken oder anzuheben. Und dennoch werden Kunden zu jedem Preis zugreifen. Bei Konsolen sei das nicht möglich. Also auch nicht bei der Xbox One.

"Alle wissen, dass sie 399 oder 349 Dollar kostet. Und ich denke, als Microsoft den Preis sehr früh senkte, haben sie sich damit selbst ins Bein geschossen, nun den Preis niedrig halten zu müssen. Ich habe das Gefühl, dass wir den Preispunkt von 399 Dollar nie wieder sehen werden."

Und wenn doch, dann wüsste der geneigte Käufer, dass der Preis sicherlich wieder sinken werde und wird warten statt kaufen. Schließlich war genau dies der Fall im Januar. Kurz vor Weihnachten 2014 senkte Microsoft den Preis der Xbox One um 50 Dollar, mit dem Hinweis, dass sie im Januar wieder auf den Normalpreis gehen werde. Das gab Microsoft auch dank des Black Fridays die Führung in Sachen Konsolenverkäufe. Kaum wurde der Preis am 3. Januar 2015 wieder angehoben, verkündete Microsoft erneut eine Preissenkung auf 349 Dollar. Dadurchhabe Microsoft die potentiellen Käufer darauf konditioniert, dass der Preis von 349 Dollar ein endgültiger ist, der höchstens nur noch weitersinken werde. Eine Preiserhöhung auf 399 Dollar werde man so nicht mehr tolerieren.

Die Xbox One sei von daher die Konsole der Wahl, wenn man auf den Preis achten müsse. Die technischen Unterschiede seien momentan dermaßen marginal, dass es kaum einen Unterschied mache. Die wenigstens Entwickler seien auch nur in der Lage, das volle Potential der Konsolen auszuschöpfen. Doch wer mehr Wert auf exklusive Titel lege, sei nach Pachters Meinung mit der PS4 besser dran.

Aktuelles - Michael Pachter: Microsoft verzweifelt, PS4 die Konsole der Stunde und Nintendo wie ein Alkoholiker

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Pachters Meinung über Nintendo hat sich nicht geändert
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Nintendo stehe dagegen auf einem ganz anderen Blatt. Zwar konnte Nintendo erstmals wieder ein Plus einfahren und dank starker Software auch die Hardwareverkäufe im Bereich Konsole und Handheld steigern, doch für Pachter wirke das Unternehmen wie ein Alkoholiker, der sich nicht eingestehen wolle, dass er trinksüchtig sei. "Es ist wie als wäre man alkoholkrank und auf dem Weg der Besserung. Der erste Schritt ist es, zuzugeben, dass man ein Alkoholiker ist. Sie müssen sich eingestehen, dass ihre Hardware-Strategie nicht funktioniert. Und bislang haben sie es nicht zugegeben."

Es bringe nichts, in Euphorie auszubrechen und eine Steigerung der Hardwareverkäufe um 80 Prozent zu verkünden, wenn das schlicht bedeute, dass man knapp 75.000 Exemplare verkauft habe, während die Konkurrenz im selben Zeitraum 200.000 Exemplare umsetzen konnte. Und egal wie gut die Qualität sei, nur proprietäre Software auf den eigenen Plattformen anbieten zu können sei in keinem Fall wettbewerbsfähig.

Teilweise harter Tobak, was Pachter da von sich gibt. Unsinn? Wirtschafts-Papagei oder ist da was Wahres dran?