Michael Pachter, Analyst bei Wedbush Securities und Host von Pach-Attack auf GameTrailers, ist nicht gerade bekannt für seine Liebe zu Nintendo. Ganz im Gegenteil, nutzt er doch jede sich bietende Gelegenheit, um das japanische Traditionsunternehmen zu diskreditieren und ihm das baldige Ende zu prognostizieren. Blieb er in der Vergangenheit dabei sachlich, so griff er in seiner letzten Episode das Unternehmen und explizit seinen CEO Satoru Iwata persönlich an.

Es ist unbestritten, dass Pachter gerne polarisiert. So hatte er bereits 2009 das Ende der Konsolen ausgerufen. Sony und Microsoft würden keine neuen Konsolen mehr entwickeln und Nintendo würde höchstens noch eine HD-Version ihrer Wii veröffentlichen. Wie es schlussendlich kam, wissen wir bereits. Dies hat ihn allerdings nicht davon abgehalten, auf der 'South By Southwest Interactive 2013'-Konferenz in seiner Rede erneut zu predigen, dass die kommende Next-Generation die endgültig letzte Generation der Konsolen sein würde.

Doch sein Lieblingsthema ist und bleibt wohl bis auf weiteres Nintendo. So wurde er in der letzten Episode von Pach-Attack selbst für seine Verhältnisse ungewohnt bissig, als die Frage gestellt wurde, ob Nintendo im Hardware-Geschäft verbleiben sollte. "Ich denke, Nintendo ist nicht mehr in der Lage, wie in seiner Vergangenheit zu konkurrieren und seine Konsolen mit großem Profit zu verkaufen," so Pachter.

"Ich glaube, mit der Wii haben sie bei ihrem Erscheinen ungefähr 100 Dollar pro Einheit an Profit eingefahren. Ich denke, das DS generierte knapp 50 Dollar an Profit pro Einheit, als es veröffentlicht wurde. Das 3DS macht, wie ich glaube, kaum Profit. Die Wii U macht auch kaum Profit. Wir sprechen hier von fünf bis zehn Dollar pro Einheit."

Die Profite aus dem Hardware-Geschäft seien so marginal, dass es seiner Meinung nach keinen Grund mehr für Nintendo gebe, noch weiter im Hardware-Bereich tätig zu sein. Doch das hätten sie bislang noch nicht realisiert. Da dies eine Geschäftsentscheidung sei, träfe die Kritik auch nicht Nintendo of America und seinen Präsidenten Reggie Fils-Aime, die nur täten, wie ihnen geheißen. Die Kritik bezöge sich
vielmehr auf das Nintendo-Hauptquartier in Kyoto, Japan und seinen CEO Satoru Iwata.

"Ich halte Herrn Iwata für einen ziemlich schlechten CEO. Ich finde, er hat einen sehr schlechten Job bei der Unternehmensführung geliefert. Ich habe eine neutrale Bewertung an Nintendo vergeben, aber ich muss dazu sagen, dass es nur daran liegt, dass Nintendos Cash-Bestand seinen derzeitigen Aktienkurs stützt. Es ist ein schlechtes Unternehmen, das kein Geld macht."

Dennoch sei er überrascht, dass die Investoren noch immer zum Management hielten, obgleich der Aktienwert Nintendos von 63.000 Yen auf 8000 Yen gestürzt ist.

Da Nintendo keinen Profit aus seinem Hardware-Geschäft ziehen kann, sieht Pachter die einzige Lösung für das Problem in der Aufgabe dessen. "Sobald Nintendos Geschäftsführung erkannt hat, dass sie kein Geld mit Hardware verdienen werden, sollten sie das Hardware-Geschäft verlassen, wenn sie tatsächlich Profit machen wollten. Sie würden wahrscheinlich doppelt so viel Software verkaufen, wenn sie ihre Software auf mehreren Plattformen veröffentlichen würden. Also glaube ich, dass Nintendo immens profitabler sein könnte, wenn das Unternehmen den Weg von SEGA einschlüge."

Doch zwei Faktoren würden jegliche Erkenntnis und Entwicklung in diese Richtung verhindern - der ehemalige Präsident von Nintendo, Hiroshi Yamauchi, der noch immer Anteilseigner bei Nintendo ist, und Nintendos derzeitiger CEO Satoru Iwata. Beide gehörten zum alten Schlag und würden niemals das Hardware-Geschäft aufgeben. Solange sie noch das Ruder in ihren Händen hielten, sehe Pachter keine guten Aussichten für einen Kauf von Nintendo-Aktien.

Scheinbar wusste Michael Pachter auch um die Kontroverse dieser Episode, denn seine passende Antwort für alle verärgerten Nintendo-Jünger gab er bereits in der laufenden Sendung: "Wenn ihr Nintendo-Fans diese Antwort nicht mögt, kommt damit klar."