Genau ein Jahr nach dem Sturm des Privatgeländes in Neuseeland und der Zerschlagung sowie Beschlagnahmung von Megaupload (bzw. der Server) hat Kim Dotcom Schmitz seinen nächsten Service für den Austausch von Daten im Internet gestartet: Mega. Schmitz selbst bezeichnet seinen Service als "Cloud Storage"-Dienst - zusätzlich soll eine Verschlüsselung durch den Zusatz "The Privacy Company" die nötige Sicherheit gewährleisten, so dass nur der Nutzer weiß, welche Daten er auf seinen Cloud-Speicher hochlädt. Die Verschlüsselung erfolgt bereits beim Upload der Daten über den Browser.

Laut Kim Dotcom Schmitz weiß also nur der Nutzer, welche Daten hochgeladen werden und da der Key der Verschlüsselung nur dem Nutzer bekannt ist, kann Mega auch keinerlei Kenntnis über die Art der Daten erlangen. Will der Nutzer die Daten Dritten zugänglich machen, muss er nur den Key weitergeben. In Kürze dürften also wieder die ersten Download-Portale urhebergeschützte Inhalte über diesen Weg weitergeben. Zur Registrierung muss nur ein Name (dies kann auch ein Pseudonym sein), eine gültige E-Mail-Adresse und ein Passwort gewählt werden. Es gibt allerdings schon die erste Kritik an den Geschäftsbedingungen. So werden die Daten zwar verschlüsselt übertragen, Mega aber speichert das Seitennutzungsverhalten, Kommunikationsdaten und Dateiverkehrsdaten samt IP-Adresse.

Natürlich steckt hinter Mega auch ein Geschäftsmodell. Wer ein kostenloses Nutzerkonto verwendet, bekommt 50 GB Speicherkapazität mit sechs gleichzeitigen Up- und Downloads. Wer 9,99 US-Dollar pro Monat bezahlt, bekommt als "Pro I"-Nutzer 500 GB Speicherkapazität mit 1 TB Bandbreite. Für 19,99 US-Dollar im Monat stehen 2 TB Kapazität und 4 TB Bandbreite zur Verfügung (Pro II). Wem auch das nicht ausreicht, der bekommt für 29,99 US-Dollar im Monat 4 TB Speicherkapazität und 8 TB Bandbreite (Pro III).

Doch derzeit hat Mega noch mit dem große Ansturm zu kämpfen. Innerhalb kürzester Zeit sollen sich bis zu 250.000 Nutzer angemeldet haben. Ebenso schnell soll die Bandbreite der Server von Null auf zehn Gigabit pro Sekunde angestiegen sein. Dies hat auch dazu geführt, dass zwischenzeitlich nicht einmal mehr der Dateiupload funktionieren wollte. In den kommenden Tagen wird man über eine Lastverteilung versuchen die zahlreichen Zugriffe entsprechend auf die Server zu verteilen.

Doch Mega als "Cloud Storage"-Dienst ist nur der erste Schritt. In den kommenden Wochen und Monaten sollen Dienste wie Instant Messaging, direkter Dateiaustausch zwischen Nutzern und Google-Docs ähnliche Services hinzukommen. Noch weiter geht Kim Dotcom Schmitz bei MegaBox und MegaMovie. Dort sollen Musik, Filme und TV-Serien angeboten werden.