Japan führte ein neues Gesetz ein, das durch empfindliche Strafen illegale Downloads künftig mehr eindämmen soll. Mit bis zu 2 Jahren Haft und Geldbußen in Höhe von rund 20.000 Euro (2 Millionen Yen) müssen die Sünder rechnen.

Durch dieses Gesetz will man letztendlich die stark zurückgegangenen Musikdownloads wieder nach vorne bringen. Auf zehn illegale Musikdownloads soll angeblich nur ein einziger legaler Download kommen.

Wenn man den Angaben der Musikindustrie glauben kann, dann schrumpfte 2011 der Gesamtmarkt um 16 Prozent. 2010 soll es 4,36 Milliarden illegal heruntergeladene Songs gegeben haben (nur 440 Millionen legal), während der Industrie 668 Milliarden Yen durch die Lappen gingen.

Allerdings ist es so, dass der Download auch nur dann strafbar ist, wenn der Nutzer wusste, dass es sich dabei um eine illegale Quelle handelte. Die Strafverfolger müssen das daher entsprechend nachweisen können - bei Tauschbörsen sollte das kein Problem darstellen.

Naoki Kitagawa, CEO von Sony Music Entertainment Japan, meinte: "Die Revision wird die Zunahme der Copyright-Verstöße reduzieren."

Kurz nachdem die Gesetzesänderung bekannt wurde, wurden unter anderem die Webseiten des Finanzministeriums und des Obersten Gerichts gehackt. In Tokio demonstrierten Japaner bereits mit einer 'Guy Fawkes'-Maske gegen das Gesetz.