Phil Fish, der Entwickler des preisgekrönten Indie-Spiels FEZ ist nicht gerade für seine umgängliche Art bekannt. So sorgte er bereits in der Vergangenheit für einige Kontroversen. Und auch jetzt sorgt er mal wieder für negative Schlagzeilen. So kritisiert, nein schimpft er über Nintendos Handhelds DS und 3DS.

Grund für seine Schimpftiraden scheint Monster Hunter 3 Ultimate zu sein, welches er sich für 3DS besorgt hat. So schrieb er über Twitter: "Habe gestern Nacht mein erstes 'Monster Hunter'-Spiel angefangen, auf dem 3DS. Ohne das Circle Pad Pro Gräuel ist es nicht wirklich spielbar, ich verstehe das nicht. Warum sollte man ein Spiel wie das auf einem System wie dem veröffentlichen? Warum ist es nicht auf, sagen wir mal...Vita?Ihr wisst schon, da wo man die Kamera kontrollieren kann. Zu schade, denn Monster Hunter sieht aus, als wäre es im Grunde Phantasy Star Online, nur ohne Weltraum."

Soweit so nachvollziehbar. Wer hat sich nicht schon über den fehlenden zweiten Analogstick beim 3DS geärgert? Doch dann beginnt sein Wutanfall.

"Ausserdem hab ich genug von diesem Dual-Screen-Klappgehäusen-Scheißdreck. Ein zweites Display bringt GARNICHTS. Es ist ein Gimmick. 3D ist ein Gimmick. Echt schade, dass die Vita kein größerer Hit ist, weil hardwaretechnisch ist sie PERFEKT. Sie hat EINEN GROSSARTIGEN BILDSCHIRM, und ZWEI JOYSTICKS. Es gab nie auch nur ein einziges DS oder 3DS bei dem ich mir nicht gedacht hätte 'Ich wünschte das wäre auf einem einzigen Bildschirm'. Und ich habe noch nie ein Spiel gespielt, bei dem ich mir gedacht hätte 'ich wünschte, das hätte einen zweiten Bildschirm'. Und verdammt nochmal NIEMAND hat jemals 'Ich wünschte das hätte einen zweiten Bildschirm, das kleiner ist und ein anderes Seitenverhältnis hat und Touch besitzt, aber kein 3D' gesagt. Das Gameboy Micro war das beste Handheld überhaupt. Ich wünschte, Nintendo würde ein etwas größeres, (hardwaretechnisch) stärkeres GBAM-Ding machen."

Dass er kein Fan von Nintendos 3DS ist, zeigte sich bereits als er ankündigte, FEZ ausser auf dem 3DS auf so gut wie allen Plattformen veröffentlichen zu wollen. Das Problem sei die isometrische 3D-Darstellung, die so auf dem 3DS nicht funktionieren würde. Doch es ist interessant, dass Phil Fish die 3D-Möglichkeiten des 3DS als Gimmick abtut, obwohl er mit FEZ gleich ein ganzes Spiel entwickelt hat, in dem 3D eine große Rolle spielt.

Und Destructoid, die Gaming-Seite, die über Phil Fishs Twitter-Eskapaden berichtet, ordnet er gleich in seine "Shitlist" ein. Und das, obwohl Destructoid die News auch nur von Go Nintendo hat. Tony Ponce, den Verfasser des Destructoid-Artikels greift er sogar direkt über Twitter an und beschimpft Destructoid als Klatschblatt, das sich offensichtlich für Tony Ponce schäme, denn die Kollegen hätten sich per Email bei Phil Fish für Ponces Artikel entschuldigt.

Generell legt er sich über Twitter mit allen Usern an, die ihn für seine Aussagen kritisieren und wird dabei mehr als persönlich. So schrieb er, dass die Leute, die sich von seinen Aussagen angegriffen fühlten, alle ein Lolicon-Motiv als Profilbild hätten. Der Begriff kommt aus Japan und bedeutet voll ausgeschrieben Lolita Complex, was auch ein Synonym für Pädophile darstellt. Was Fish damit wohl aussagen will?

Und kindisch wird er auch, denn als ihm ein User die Sache mit dem 3D-Gimmick vorwirft, macht er sich lediglich darüber lustig, dass der User keine Follower hat. Welche Relevanz haben denn Follower in dieser Diskussion? Oder generell? Seitdem hat besagter User übrigens schon zwei Follower bekommen.

Aber Phil Fish ist bekanntlich nicht das erste Mal negativ aufgefallen. So sorgte er bereits auf der Game Developers Conference 2012 für einen Eklat, als er bei einer Fragerunde auf Makoto Gotos Frage, was Fish denn von kontemporären japanischen Spielen halte, antwortete, "Eure Spiele sind scheiße."

Später ruderte er auf Twitter zurück und schrieb, man solle seinen Satz nicht aus dem Kontext reißen, worauf ein User fragte, was man denn Gutes aus dem Satz herauslesen könne. Kurz darauf schrieb er dann, "Die Leute sagen mir, dass sie mein Spiel raubkopieren werden, weil sie mich nicht mögen. Spieler sind doch die beschissensten Menschen."

Allerdings sprach Kotaku wegen dieser Sache mit Phil Fish und gab ihm die Gelegenheit, sich zu erklären.

FEZ und sein Entwickler Phil Fish waren auch Bestandteil der Dokumentation Indie Game: The Movie. Und bereits darin zeigte sich die ungemütliche Natur von Fish. So wartet er in einer Szene in einer Hotel-Lobby auf seinen Ex-Partner Jason DeGroot, der ein Dokument unterschreiben muss, damit Fish sein Spiel auf der Penny Arcade Expo ohne Angst vor einer Klage der Öffentlichtkeit präsentieren kann. "Durch mich wird er ein verdammter Millionär und irgendwie versucht er das zu ruinieren." Er droht gar ihn zu töten, sollte er versuchen, das Ganze zu sabotieren. Kein Wunder, dass DeGroot sich von Fish trennte.

Egal wie faszinierend und innovativ FEZ auch sein mag, entweder ist da einem der Erfolg zu Kopf gestiegen oder Phil Fish hatte auch schon vorher ziemliche Agressionsprobleme.