The Guardian und die Washington Post wollen eine angeblich authentische Powerpoint-Präsentation über das sogenannte PRISM-Porgramm zugespielt bekommen haben, wonach die US-Geheimdienste Zugriff auf die Nutzerdaten von Facebook, Google, Microsoft, Apple und mehr hätten.

Die NSA und das FBI können dabei direkt auf die Server der jeweiligen Konzerne zugreifen - im Übrigen mit freundlicher Erlaubnis -, um unter anderem private E-Mails, Fotos, Videos, Dokumente und Audio-Dateien von Internetnutzern einzusehen.

Der Washington Post zufolge befindet sich so ziemlich alles darunter, was zum digitalen Leben heutzutage dazugehört. Darunter auch Chats, sogar Videokonferenzen und Logins - neben den bereits genannten befinden sich darunter ebenso Youtube (gehört zu Google), Skype (gehört zu MS), AOL, PalTalk sowie Yahoo!.

Das Ganze wird mit jährlichen Kosten in Höhe von 20 Millionen Dollar beziffert. Ob die Unterlagen überhaupt real sind, lässt sich natürlich nicht so richtig sagen. Ein angeblicher Geheimdienstmitarbeiter habe diese weitergeleitet, da er über die enorme Verletzung der Privatsphäre der Nutzer entsetzt gewesen sei.

Wie er erklärte, könne man durch die Spionage im wahrsten Sinne des Wortes sehen, wie jemand seine Gedanken beim Tippen ausformuliere. Zudem unterliegen alle Kongress-Abgeordneten einer Schweigepflicht, die von der Existenz dieses Programmes wissen.

PRISM wurde 2007 unter Präsident George W. Bush gestartet und von Barack Obama ausgebaut. Auch Microsoft sei von Anfang an mit dabei, während sich Apple zunächst fünf Jahre lang weigerte, an dem Programm teilzunehmen. In Kürze soll sogar DropBox mit hinzukommen.

Microsoft, Google, Apple, Facebook und Yahoo! reagierten bereits teilweise und erklärten, keiner offiziellen (was aber ist mit den inoffiziellen?) Stelle direkten Zugang zu den eigenen Servern zu gewähren. Während der Regierung laut Google niemals eine "Hintertür" geöffnet worden sei, schreibt Microsoft, dass man nur Anweisungen folge, die sich auf "spezifische Nutzer oder identifizierende Merkmale" beziehen.

Und ein Apple-Sprecher betonte, dass der Konzern noch nie etwas von PRISM gehört habe. Sollte eine Regierungseinrichtung Zugang zu den Nutzerdaten haben wollen, müsse diese eine richterliche Anordnung besitzen. Nimmt Apple an dem Programm teil? Auf diese Frage lehnte man weitere Kommentare ab.

Interessanterweise bestätigte ein hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Existenz von PRISM. Und laut diesem würden die Daten nur von Nicht-US-Bürgern erfasst werden, die außerhalb der USA leben.

Geheimdienstchef James Clapper nannte die Veröffentlichungen verwerflich und eine potentielle Gefährdung der Sicherheit. Daher könne langfristig und unumkehrbar die Fähigkeit der USA geschädigt werden, auf Bedrohungen zu reagieren. Zudem betitelt er die Berichte als ungenau, da sie wichtige Informationen weggelassen hätten.

Er wolle die Geheimhaltung über einige bestimmte Details dieses Programmes aufheben, um die US-Bürger über die Grenzen zu informieren. So solle ein Sondergericht das Programme alle 90 Tage einer Prüfung unterziehen. Die Anfragen der Behörden würden außerdem nur genehmigt werden, wenn ein begründeter Verdacht vorliege.