Wer die Doku The Space Invaders gesehen hat, wird sicher über all die leidenschaftlichen Sammler von Spielhallen-Automaten gestaunt haben. Das ist schon eine ganz andere Liga als blosse Steam-Spiele-Bibliotheken mit digitalen Kopien. Und das ist vor allem viel, viel teurer. Und hier ist ein weiteres Beispiel für ein Kind der 80er aus den USA: Jeremy aus der Nähe von St. Louis, Missouri. Innerhalb von knapp fünf Jahren hat er zusammen mit seiner Frau, seinem Bruder, seinem Schwiegervater und seinem Sohn eine voll ausgestattete Spielhalle in seinem Keller errichtet.

Jeremy bezeichnet sich selbst als Kind der 80er. Und das bedeutete: Beavis & Butthead, Starcade (eine Sendung, in der Kinder gegeneinander an Spielhallen-Automaten antraten), MTV und Commodore 64 und das goldene Zeitalter der Videospiele. Der Information Systems Manager und Kinderpastor habe seit seiner Kindheit stets davon geträumt, seine eigene Spielhalle zu besitzen. Diesen Traum habe er sich vor ca. 4,5 Jahren begonnen zu erfüllen, nachdem er mit seiner Familie in ein größeres Haus gezogen ist.

Spielhallen-Automaten sammelt er seit 1997. Es sei sein Hobby, diese Automaten zu kaufen, zu reparieren und dann zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen, als er sie gekauft habe, so sein Sohn. "Aber er behält auch diejenigen, die er wirklich mag. Wenn wir nachrechnen, hat er wahrscheinlich mehr Geld für die Schilder und Stühle ausgegeben, als für die Spiele selbst."

Besonders stolz scheint Jeremy über seine eigens programmierte Jukebox zu sein, die über 2000 Musikvideos aus der MTV-Ära der 80er über die LCDs an der Bar abspielen kann. Zu den ganzen Automaten, unter denen sich Q*Bert, Punch Out, Donkey Kong, Super Mario Bros, Tempest, Robotron, Sega Rally, Joust und Spy Hunter befinden, gesellen sich noch ein Billardtisch und Tischfußball hinzu. Insgesamt hat Jeremy 42 Automaten in seiner Spielhalle untergebracht. Wer sich aber mehr für kontemporäre Unterhaltung interessiert, findet einen großen LCD-Fernseher mit Xbox 360 vor. Kann aber jederzeit auch auf einen Gamecube, ein N64, einen SNES und einen NES zurückgreifen.

Kurzum, hier befindet sich das Spielerparadies. Jeremy hat seine eigene Spielhalle auf den Namen Vintage Vault Arcade and Gameroom getauft. Alle Spielhallen-Automaten befinden sich im Freeplay-Modus, man benötigt also keine Münzen, um spielen zu können. Und Jeremy heißt sogar ausdrücklich Besucher willkommen, seiner Keller-Spielhalle einen Besuch abzustatten. Ausserdem veranstaltet er regelmässig Game Days, quasi Tag der offenen Tür, an denen man in seinem Vintage Vault Arcade and Gameroom kostenlos und nach Herzenslaune spielen darf.

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