Harte Anschuldigungen aus dem Hause der New York Times: Diese behauptete jüngst, dass die U.S.A. und Israel gemeinsam den Computerwurm Stuxnet entwickelt hätten. Demnach wurde der Wurm, der sich gegen Steuermodule der deutschen Entwicklerfirma Siemens richtet, entwickelt, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren.

Die New York Times beruft sich in ihrem Artikel auf Berichte von Geheimdienst- und Militärexperten. Denen zufolge hat Siemens mit einer Forschungseinrichtung des US-Energieministeriums zusammen an einem Programm gearbeitet, das effektiven Schutz vor Cyber-Attacken bieten soll. Dabei traten Sicherheitslücken zutage, die später zur Entwicklung des Virus geführt haben sollen und diesen erst ermöglichten.

Der Stuxnet-Wurm trat das erste Mal im Juni vergangenen Jahres auf und machte sich schnell einen Namen. Denn dieser Virus ist in der Lage, die Kontrolle über zentrale Systeme (zum Beispiel von Kraftwerken, Fabriken und Pipelines) sowie die betroffene Anlage zu übernehmen und im schlimmsten Fall sogar zu zerstören.

Da Stuxnnet am häufigsten im Iran aufgetreten ist, wurde bereits sehr früh angenommen, dass der Wurm entwickelt worden sei, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren. Laut des Artikels der New York Times wurde fast ein Fünftel der zur Urananreicherung verwendeten iranischen Zentrifugen seitdem zerstört.

Des Weiteren will die amerikanische Zeitung zu der Information gekommen sein, dass der Stuxnet-Wurm in dem sogenannten Dimona-Komplex in der Negev-Wüste (Israel) getestet wurde, wo sich laut Informationsquelle eine israelische Atomanlage befindet.

Mosche Jaalon, seines Zeichens der israelische Minister für Strategische Angelegenheiten, sagte im Dezember letzten Jahres zu den Gerüchten, Teheran sei wegen "technologischer Herausforderungen und Schwierigkeiten" noch Jahre vom Bau einer Atombombe entfernt.

Ganz anders klingt da die Aussage des Chefs des iranischen Atomprogramms und amtierenden Außenministers Ali Akbar Salehi: "Unsere Atomaktivitäten schreiten stark voran, auch unsere Aktivitäten bei der Anreicherung von Uran gehen gut weiter.". Außerdem geben Experten zu bedenken, dass die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) berichtet hätte, wenn Stuxnet ernsthaften Schaden angerichtet hätte.