Die australische Regierung befasst sich momentan mit einem Thema, dessen Ausgang den weiteren Weg der Unterhaltungsindustrie maßgeblich beeinflussen könnte. So erwägt sie, Unternehmen, die ihre Nutzer davon abhalten oder sie gar dafür bestrafen, den Region-Lock ihrer Geräte zu umgehen, vom australischen Markt zu verbannen.

Aktuelles - Australien erwägt Verbot von Geräten, insbesondere Konsolen mit Region-Locks

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Unter Umständen müsste sich auch Nintendo beugen
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Stein des Anstoßes war eine Erhebung, aus der hervorging, dass Geräte, Software, egal ob Spiele oder Filme in Australien zwischen 50 bis 100 Prozent teurer sind als anderswo auf der Welt. Die Regierung wies die Begründung ab, dass es teurer sei, solche Güter in einem Land zu verkaufen, das eine kleinere Bevölkerung aufwiese.

Aus der Erhebung ergaben sich unterschiedliche Gesetzesvorschläge, um die Situation zu verbessern. So zum Beispiel die Einrichtung einer Kontrollinstanz, um Preisschwankungen zu beobachten.

Am interessantesten dürfte allerdings der Vorschlag sein, das Region-Locking im Einzelfall zu legalisieren, sollte der australische Endverbraucher das betreffende Objekt anderswo auf der Welt günstiger vorfinden.

So kostet die Xbox One in den USA bei Vorbestellung 499 US-Dollar, während man in Australien 599 australische Dollar hinblättern muss. In US-Dollar umgerechnet, ergibt das rund 554 US-Dollar. In Deutschland kostet die Xbox One 499 Euro. Rechnet man diesen Betrag in Dollar um, müsste man gar rund 662 US-Dollar hinblättern. Selbst bei Berücksichtigung der landestypischen Steuern und Gebühren, ist das eine kaum zu erklärende Differenz.

Daher besteht auch der Vorschlag, dass die Regierung, aber auch die Unternehmen den Endverbraucher darüber informieren müssen, dass es eine Möglichkeit gebe, Region-Locks zu umgehen. Natürlich wird die Industrie diesen Vorschlag nicht einfach so annehmen, schneiden sie sich dabei doch ins eigene Fleisch.

Sollte dem allerdings so sein, besteht auch der Vorschlag, Geräte mit Region-Locks gänzlich vom australischen Markt zu verbannen. Dies würde dazu führen, dass die Hersteller entweder ihre Geräte anpassen und ohne Region-Locks in Australien ausliefern müssten, oder sich komplett vom australischen Markt verabzuschieden hätten.

Desweiteren soll die Bestrafung der Endverbraucher, die den Region-Lock umgehen, illegalisiert werden. Es wäre dann nicht mehr legal, seine Nutzer, beispielsweise von Xbox Live oder PSN zu verbannen, wenn sie ihre Geräte derart Flashen, um den Region-Lock zu umgehen.

Ein weiterer Vorschlag sieht es vor, den Endkunden das Recht einzuräumen, Spiele, die man digital erworben und heruntergeladen hat, auch weiterverkaufen zu dürfen. Etwas, was die deutsche Verbraucherzentrale derzeit auch vor Gericht gegen Steam durchzubringen versucht. So könnte man als Kunde, wenn man ein Spiel über Nintendos eShop oder Sonys Playstation Network erworben hat, jenes bei Nichtgefallen auch einfach weiterverkaufen. Außerdem soll es Unternehmen nicht mehr gestattet sein, ihre digitalen Produkte auf ein einzelnes Ökosystem zu begrenzen. Apple könne dann nicht mehr verbieten, dass Filme oder Sendungen, die vom iTunes Store erworben wurden, auf Nicht-Apple-Geräten abgespielt werden.

Das sind wirklich umfangreiche Vorschläge, die das Recht eindeutig zugunsten der Endverbraucher optimieren würden. Ob sie umgesetzt werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Die Wirtschaftslobby lässt grüßen.