Kaum ein Netzthema hat die vergangenen Tage derart dominiert wie das bekanntgewordene "Prism"-Programms der NSA (National Security Agency) in den USA. Große Konzerne sind daraufhin unter Druck geraten, da sie den US-Behörden einen direkten Zugang zu ihren Nutzerdaten gewährt haben sollen.

Nach ersten Dementis veröffentlichten nun Apple, Facebook und Microsoft eine Stellungnahme und geben darin auch erstmals Zahlen bekannt, in welchem Umfang tatsächlich Daten an die US-Behörden weitergegeben werden. Dies ist allerdings nur möglich, da eine Freigabe zu diesen Daten seitens der Behörden erteilt wurde. Allerdings beinhaltet diese Freigabe nur die Gesamtzahl der Anfragen in einem gewissen Zeitraum. Details dürfen die Konzerne weiterhin nicht nennen. Google hat dies bereits kritisiert und möchte auch weitergehende Informationen öffentlich machen. Zunächst einmal aber bleibt es bei groben Angaben.

Bei Apple wurden demnach seit Dezember 2012 zwischen 4.000 und 5.000 Anträge gestellt, die 9.000 bis 10.000 Kundendaten betroffen haben sollen. Diese Anträge betrafen aber zumeist "normale" Polizeianfragen und nicht Staatssicherheitsbehörden. Vermisstenfälle und die Verhinderung von Selbstmorden gehören z.B. dazu. Zugleich betont Apple, dass personenbezogene Daten grundsätzlich nicht weitergegeben werden und dies auch nicht möglich sei, da die Kommunikation über iMessages und FaceTime verschlüsselt ablaufe. Ortsbezogene Daten von Apple Maps und Siri würden zwar gespeichert, allerdings seien die Daten nicht einem bestimmten Nutzer zuzuordnen.

Auch Facebook gab Zahlen zu Behördenanfragen bekannt. So wurden im zweiten Halbjahr 2012 18.000 bis 19.000 Nutzerdaten angefragt. In Anbetracht der mehr als 1,1 Milliarden Nutzerkonten sei dies ein verschwindend geringer Anteil. Auch Facebook kritisiert wie Google, dass keinerlei weitere Details bekanntgegeben werden dürfen. So wird nicht zwischen unterschiedlichen Diensten unterschieden und auch welche Behörde welche Anträge stellt, bleibt geheim. Somit ist weiterhin unklar, in welchem Umfang Daten zu bestimmten Sachverhalten weitergegeben wurden.

Bei Microsoft sollen es um gleichen Zeitraum (2. Halbjahr 2012) 31.000 bis 32.000 Anfragen gewesen sein. Allerdings ist auch hier unklar, welche Dienste im Speziellen betroffen waren und auch genaue Zahlen dürfen nicht veröffentlicht werden, da nur 1000er-Schritte erlaubt sind.

Derzeit zeigen sich also viele Unternehmen bemüht, möglichst transparent über Anfragen der Behörden zu informieren. Dies kann auch als ein erster Schritt in die richtige Richtung angesehen werden, allerdings verbleibt die Problematik, das nicht klar zwischen den einzelnen Anfragen unterschieden wird. Denn zwischen fast schon harmloser polizeilicher Ermittlungsarbeit verbirgt sich sicherlich auch der ein oder andere heikle Fall, der ohne detaillierte Nennung im Wust der Masse untergeht.