Das zunächst erfolgreich über Kickstarter finanzierte Android-Projekt Ouya ist offenbar am Ende. Wie eine vertrauliche E-Mail von CEO Julie Uhrman enthüllt, sucht man schnellstens einen Käufer für das Unternehmen OUYA, Inc..

Aktuelles - Android-Konsolenhersteller Ouya steht zum Verkauf und sucht schnellstens Käufer

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Das Projekt Ouya ist wohl gescheitert
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Dabei hatte alles noch so vielversprechend angefangen. Eine am 10. Juli 2012 gestartete Kickstarter-Kampagne brachte dem Unternehmen OUYA, Inc. aus Santa Monica, Kalifornien noch 8,5 Millionen Dollar an Finanzierung für das ambitionierte Android-Konsolenprojekt ein. Später erhielt das Unternehmen weitere 15 Millionen Dollar an Risikokapital durch Investoren wie Kleiner Perkins Caufield & Byers, dem Mayfield Fund, Nvidia, Shasta Ventures und Occam Partners. Kurz darauf erhielt OUYA, Inc. weitere Millionen von TriplePoint. Hierbei ist nicht bekannt, wie hoch die Summe war. Man geht allerdings von über 10 Millionen Dollar aus. Durch ein Joint-Venture mit dem chinesischen Internet-Riesen Alibaba und Xiaomi konnten weitere Millionen Dollar gesichert werden.

Doch all das Geld hat wohl nicht ausgereicht, um sich am Markt zu etablieren. Man versprach eine erschwingliche Konsole und eine neue Spiele-Erfahrung, sowohl den Endkunden wie auch den Spiele-Entwicklern. Ouya sollte mehr sein als bloss die Möglichkeit, Android-Spiele bequem im Wohnzimmer mit der üblichen Konsolensteuerung zu genießen. Man wollte all das in Sachen Multimedia bieten, was auch die alteingesessenen Konsolenhersteller Microsoft und Sony boten, nur eben viel offener, viel günstiger und flexibler. Nun, knapp zwei Jahre nach Marktstart sucht OUYA, Inc. händeringend einen Käufer, wie aus einer vertraulichen E-mail von CEO Julie Uhrman hervorgeht.

"Unser Ziel ist es nun, soviel Investorenkapital wie möglich zurückzuerlangen", so Uhrman. "Wir glauben, dass wir etwas Wahres und Wertvolles erschaffen haben. Ich lese auch weiterhin die Tweets und E-Mails unserer Fans, die jeden Tag mit der OUYA spielen. Und unser Katalog umfasst nun über 1000 Apps von über 40.000 Entwicklern. Wir haben die größte Bibliothek an Android-Inhalten für den Fernseher (und immer noch mehr als Amazon) - verdammt, ja!"

Es gehe darum, noch bis zum Ende des Monats einen Käufer zu finden, um die Schulden, die das Unternehmen bei den Investoren hat, vor allem aber wohl bei TriplePoint zu tilgen. Gespräche, die den Schuldenberg zum Inhalt hatten, seien wohl gescheitert. Um den Verkauf schnellstens anzukurbeln und über die Bühne zu bringen, hat OUYA, Inc. die Investmentbank Mesa Global ins Spiel gebracht.

Schade, die eigentlich interessante Idee einer Android-basierten Konsole ist entweder nicht stark genug beworben worden oder hat einfach keine Basis, die den Millionen Smartphone-Besitzern attraktiv genug erscheint. Damit endet dann wohl ein hoffnungsvoll gestartetes Projekt.