Mittwoch Abend stellte AMD auf Hawaii ihre neue Grafikkarten-Reihe der 'Volcanic Islands'-Generation vor. Das eigentliche Highlight des Abends war aber die neue Grafik-Schnittstelle Mantle, die eine konsolenähnliche Programmierung auf dem PC ermöglichen soll.

Aktuelles - AMD kündigt Low-Level-API Mantle an, John Carmack glaubt, dass Microsoft und Sony dagegen sein könnten

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AMD bläst zum Angriff
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Noch 2012 befand sich AMD knietief in Problemen und kämpfte mit einem schwachen Geschäft. Doch davon war auf der Präsentation auf Hawaii nichts zu spüren. Geradezu triumphierend präsentierte sich das US-Unternehmen. Kein Wunder, werden doch die kommenden Next-Gen-Konsolen Xbox One und PS4 durch AMD-Hardware mit GCN-Architektur angetrieben.

Zudem stellte AMD seine 'neue Volcanic Islands'-Grafikkarten-Generation vor. Doch das eigentliche Highlight des Abends war die Vorstellung der hauseigenen Grafik-Schnittstelle Mantle. Die, für die Graphics Core Next optimierte API soll dabei in direkte Konkurrenz zu Microsofts Direct X treten und das Programmieren für den PC konsolenähnlicher gestalten, also näher am System dank Low-Level-Programmierung. Der Vorteil bei Low-Level-APIs liegt in der flexibleren und leistungsorientierteren Programmierung.

Mit Mantle soll auch der CPU-Overhead, also die Geschwindigkeitseinbußen verringert werden, während die Anzahl der Draw Calls um den Faktor 9 gesteigert werden soll. Kurzum, AMD bietet mit Mantle eine API an, die sowohl mit den neuen Konsolen als auch mit dem PC kompatibel sein und das Entwickeln für jene vereinfachen soll.

Da AMD die Schnittstelle laut eigener Aussage offen konzipiert hat, könnte auch NVIDIA darauf zurückgreifen. Wäre auch unklug, wenn nicht, denn sonst würde AMD einen Großteil der PC-Spieler, die auf NVIDIA-Grafikkarten setzen, ausschließen.

Mit EA wurde auch schon ein Partner gefunden. So wird DICEs kommender Shooter Battlefield 4 das erste Spiel sein, das Mantle unterstützt. Zwar wird die Unterstützung nicht von Anfang an dabei sein, doch soll das notwendige Update hierfür im Dezember folgen.

Dank der offenen Struktur könnte Mantle somit auch auf den kommenden Steam-Machines von Valve laufen. Und genau darin sieht John Carmack das Problem. So schrieb er über Twitter:

  • "AMD hat mit Mantle eine interessante Möglichkeit aufgrund ihres Doppelsieges bei den Konsolen, aber ich bezweifle, dass Sony und Microsoft sonderlich behilflich sein werden."
  • "Wenn man an den möglichen Boost denkt, den Mantle einer Steambox verleihen könnte, könnten Microsoft und Sony dem Ganzen am Ende noch feindlich gegenüberstehen."

Klingt verständlich. Gerade für Microsoft stünden mit der Xbox One und auch dem PC inklusive 'Direct X'-Schnittstelle gleich zwei Bereiche auf dem Spiel. Sony dagegen hätte wahrscheinlich weniger Sorgen, doch ihre PS4 darf ja laut Sony Computer Entertainment President Andrew House auf keinen Fall fehlschlagen.

Man darf also gespannt sein, wie sich Mantle entwickelt und ob die AMD-API es schafft, Direct X vom Thron zu stoßen, nachdem die Microsoft-Schnittstelle bereits OpenGL in die (spieletechnische) Bedeutungslosigkeit und Glide gänzlich verdrängte.