Immer mehr Analysten beschäftigen sich in letzter Zeit mit dem Social-Games-Giganten Zynga. Kein Wunder, bedenkt man den steilen Börsengang und den stark schwankenden Aktienkurs des Unternehmens. Nun kommen weitere Berechnungen ans Tageslicht, die zeigen sollen, dass Zynga mit jedem neuen Spieler 150 Dollar Verlust macht. Und das, obwohl eben genau diese neuen Spieler dringend gebraucht werden, um das Unternehmen am Leben zu halten.

Zynga - Social-Games-Gigant macht 150 Dollar Verlust pro zahlendem Kunden

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Zynga macht mit jedem neuen Kunden Verlust - dennoch wird ein signifikanter Anstieg der Nutzerzahlen dringend benötigt.
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Arvind Bhatia von Sterne Agee hat sich die Geschäftszahlen der FarmVille-Schmiede angesehen und stieß dabei auf ein paar verwirrende Dinge.

„Zynga gab uns seine Marketing-Umsatzzahlen in Dollar für die ersten neun Monate - 120 Millonen $. Das meiste davon für die Akquirierung neuer Kunden.

Wir wissen außerdem, dass sie 3,4 Millionen eindeutig zahlende Kunden im September 2011 hatten, wobei es im Dezember 2010 noch 3 Millionen waren. Mit anderen Worten haben sie 400.000 zusätzliche Kunden hinzugefügt und 120 Millionen Dollar dafür ausgegeben, um sie anzuwerben.“

Bedenkt man diese Zahlen, dann hat Zynga etwa 300 US-Dollar pro zahlendem Kunden ausgegeben, was sich eindeutig nicht bezahlt macht.

„Wir wissen, dass diese Leute im Durchschnitt ungefähr 150 Dollar ausgeben.“, womit Bhatia andeutet, dass Zynga pro zahlendem Kunden etwa 150 Dollar Verlust macht. „Aber das ist nur unsere Rechnung, das ist nicht das, was das Unternehmen sagt.“

„Es wird schwerer und schwerer. Ich denke, die Unternehmen müssen mehr und mehr Sachen kostenlos weggeben, nicht andersherum. Wir haben sogar gesehen, dass Spiele wie World of Warcraft nach sieben Jahren Abonnenten verlieren.

Ich denke nicht, dass es nur um Zynga geht. Aber Zynga hat eindeutig viele Spiele ausprobiert und herausgefunden, dass das Interessenlevel nicht notwendigerweise ansteigt. Wir haben innerhalb weniger Wochen viele Spiele starten und wieder verschwinden gesehen. Als Facebook noch so rapid wuchs, probierten Millionen und Abermillionen neue Leute die Zynga-Spiele gleich mit aus, aber jetzt wird es schwerer.

Ich denke, auf Facebook haben wir gesehen, wie die Spiele anderer Firmen unter Druck geraten. Ein Teil davon könnte von Zynga ausgegangen sein, weil sie eben der Marktführer sind. Ein anderer Teil könnte von der überall vorkommenden Verlangsamung der Entwicklung auf dem Social-Games-Markt herrühren. Ein Teil davon könnte auch einfach an Facebook selbst liegen. Facebooks Wachstumsrate würde sich, gegeben das Gesetz der großen Zahlen, verlangsamt haben.“