Erst gestern kam die Meldung, dass Zynga gleich vier Studios in New York, Dallas, Austin und Los Angeles schließt und 520 Mitarbeiter entlässt. Was vielen in dem ganzen Trubel entgangen ist: Zynga New York hieß Anfang letzten Jahres noch OMGPOP - das ist der Entwickler von Draw Something. Diese Schließung zeigt auch gleichzeitig, was für Fehlinvestitionen Zynga tätigt.

Zynga - Ein Jahr nach dem sündhaft teuren Kauf schließt Zynga OMGPOP

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OMGPOP gelangte Anfang Februar 2012 innerhalb weniger Wochen zu weltweitem Ruhm, als das New Yorker Studio Draw Something veröffentlichte. Das Spiel, dessen Prinzip sich ganz einfach mit dem Begriff "Montagsmaler" erklären lässt, ist für iOS, Android und Windows Phone erhältlich und kann auch mit dem eigenen Facebook-Account verknüpft werden, um sich alle Freunde, die das Spiel auch besitzen, anzeigen zu lassen.

Innerhalb der ersten 50 Tage nach der Veröffentlichung wurde Draw Something rund 50 Millionen Mal heruntergeladen. Dadurch muss OMGPOP wohl auch das Interesse von Zynga auf sich gezogen haben, denn das Unternehmen kaufte OMGPOP bereits sieben Wochen nach der Veröffentlichung von Draw Something für die astronomische Summe von 180 Millionen Dollar.

"Ich hatte gestern noch 1700 Dollar auf meinem Bankkonto", so Gründer Charles Forman damals zur New York Times. "Und jetzt habe ich eine ganze Menge mehr."

Das Entwicklerstudio, das 2006 als Dating-Seite begann und eigentlich mehr ein Scherz war, wandelte sich zu einem Spielestudio und nannte sich ab 2009 OMGPOP. Bis zum überragenden Erfolg mit Draw Something entwickelte man im Laufe der Zeit rund 35 Spiele. Das Wirtschaftsmagazin Forbes spekulierte schon beim Kauf darüber, dass Zynga womöglich eine Fehlinvestition getätigt habe.

Vor dem Erfolg von Draw Something befand sich OMGPOP im Abwärtstrend und wäre bis Ende Mai 2012 höchstwahrscheinlich insolvent gewesen. Nun, ein Jahr nach dem Kauf durch Zynga, ist Zynga New York, ehemals OMGPOP, nun tatsächlich geschlossen worden.

VP of Outreach, Ali Nicolas, schrieb über Twitter: "Ich habe heute über Facebook erfahren, dass ich gefeuert und das OMGPOP-Büro geschlossen wurde. Danke Zynga, dass du mich daran erinnerst, wie man ein Unternehmen nicht führen sollte."

Community Manager Joseh Alminawi bedankte sich über seinen Twitter-Account für die Anteilnahme und versprach, mehr zu berichten.

Die offizielle Twitter-Botschaft von OMGPOP klang da etwas zynischer: "Während dies der letzte Tag für viele OMGPOP-Mitarbeiter bei Zynga sein wird, möchten wir uns für die ganze Liebe und Begeisterung in all den Jahren bedanken."

Der ehemalige OMGPOP-CEO und Draw-Something-Erfinder Dan Porter hatte das Unternehmen bereits einen Monat zuvor verlassen, nachdem er Zynga der Kopie anderer Spiele bezichtigt hatte.

Vor einem Jahr feierte die Belegeschaft von OMGPOP den Kauf durch Zynga noch auf einer Cocktail-Party im teuren Bowery-Hotel und stieß auf den Erfolg an. Heute, nach einem Jahr, ließ der offizielle Twitter-Account wissen, dass man wieder eine Bar aufsuchen werde - aber diesmal nicht zum Anstoßen.