Gar keine schlechte Leistung,wenn man mal genauer darüber nachdenkt. Während als „Streng geheim!“ deklarierte Trailer, Bilder und andere delikate Infos zu großen und kleinen Spielen regelmäßig durchs Netz gespült werden, als wären es putzige Katzenbilder, sind die Schotten in Kyoto dicht. #Leak und #ZeldaU sind für gewöhnlich keine Hasthags, die in einem gemeinsamen Tweet auftauchen. Zeit, die Sache etwas anzuheizen.

Spätestens seit dem 10. Juni dürften die Telefone in Japan ohne Unterlass plärren, dürfte das Fassungsvermögen des E-Mail-Anbieters neu ausgelotet werden. Mit der Ankündigung eines neuen Zeldas (das ich der Einfachheit halber fortan als „Zelda U“ bezeichnen werde) hat Nintendo nicht nur offiziell, sondern vor allem endlich einigermaßen konkret gemacht, was ohnehin die halbe Welt als gegeben hinnahm: Links nunmehr 18. Abenteuer wird im Laufe des nächstes Jahres erscheinen.

„Ja, es kommt für Wii U und wird ein Open-World-Spiel, bittedanke. Nun keine weiteren Fragen mehr, neue Infos kommen schon noch irgendwann, wir haben's doch eh nur gezeigt, damit ihr endlich Ruhe gebt, Gemach, liebe Leute.“, war die sinngemäße Botschaft, die erst Zelda-Produzent Eiji Aonuma, im Anschluss der rund knapp einminütige Ankündigungs-Trailer für uns bereithielt. Mehr als genug, um den Sherlock-Holmes-Schalter des Internets zu betätigen, das seitdem rätselt, was uns da gegen Ende 2015 nun erwartet.

Bei etwa 45 Sekunden Spekulationsmaterial und fast 30 Jahren kollektiver „The Legend of Zelda“-Erfahrung kam da bislang einiges zusammen. Vonseiten Nintendos eher weniger, die ihrer „Kein Kommentar“-Haltung treu, vor Leaks gefeit bleiben und die Diskussionen mit cleveren Anspielungen immer wieder gezielt anstochern. Glückwunsch, Big N, so viel Abgebrühtheit hätte ich euch gar nicht zugetraut.

Wer nur einen flüchtigen Blick auf das erste Bewegtmaterial wirft, sieht nicht viel mehr als ein paar hübsche Bilder mit ansprechend choreographierter Action. Gemeinsam mit den gewollt zweideutigen Aussagen Nintendos, die auch nach der E3-Ankündigung für eine konstante Berichterstattung durch die Medien sorgte, lässt sich jedoch bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Menge über den Wii-U-Titel sagen. Einiges davon könnte sich später als zutreffend herausstellen, vieles hingegen nur Spekulation bleiben.

Dies ist keine in Stein gemeißelte Prognose, sondern ein Abklopfen verschiedener Theorien, eine Analyse der aktuell zur Verfügung stehenden Informationen und eine Aussicht auf das, was kommen könnte. Vor allem aber ist es meine persönliche Sicht der Dinge – wenn ihr eine andere Lesart für wahrscheinlicher haltet oder eigene Thesen aufstellt wollt, ist der Kommentarbereich der ideale Platz dafür.

Zelda Wii U - Entwicklerinterview E3 2014 + erster TrailerEin weiteres Video

Es ist echt – im wahrsten Sinne des Wortes

Am Anfang war Wort: Open World. Bevor wir auf der E3 überhaupt nur ein Fitzelchen des eigentlichen Spiels sehen konnten, spannte Aonuma bereits zu Beginn seiner Erklärung den größtmöglichen Bogen – und begann dort, wo auch Zelda begann: beim ersten Teil auf dem NES. Der Entdeckerdrang sei der Serie von Anfang an eingeimpft worden und habe sich über die Jahre hinweg entwickelt. Mal besser, mal schlechter, spätestens auf dem Nintendo 64 aber in eine knifflige Richtung: bis zu diesem Zeitpunkt gab es die Technik nicht her, eine konsistente Welt zu erschaffen; für Spiele wie Wind Waker habe man stets ein wenig tricksen müssen, um das Gefühl einer offenen Welt zu vermitteln.

Auf der Wii U wäre das kein Problem mehr, meint der sichtlich zufriedene Produzent. Der Grund für seinen seligen Gemütszustand war wenige Augenblicke später zu sehen, als sich das Bild nach einem Fingerschnip mit einer imposanten grünen Steppe füllte. „In dieser Welt können Sie sogar die in der Ferne sichtbaren Berge erreichen“, erklärte Aonuma bereits, während das Internet noch kollektiv mit der Zunge schnalzte und erst langsam zu verstehen begann, was der Open-World-Begriff in dieser Welt wirklich bedeuten könnte.

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