Klassische Point and Click Adventures haben inzwischen einen schweren Stand. Das liegt unter anderem auch daran, dass Konsolen für dieses Spielprinzip eher ungeeignet sind, da sich der Point-Faktor nur schwer realisieren lässt. Anders sieht das jedoch im Zusammenspiel mit Nintendos Wii aus, denn hier lässt sich die Fernbedienung wunderbar auf den Bildschirm ausrichten. Mit „Zack & Wiki“ kommt nun ein Knobelspaß, der sich genau dieser Mechanik bedient – wir testen ihn!

Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros - TrailerEin weiteres Video

Dünne Story, komplexe Rätsel

Wenn Nintendo und Capcom gemeinsame Sache machen, muss das nicht zwangsläufig im virtuellen Olympiastadion enden. Bei Zack & Wiki begebt ihr euch stattdessen auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Hasenpirat Zack und sein kleiner Freund Wiki, seinerseits ein beflügelter Affe, gehen dem klischeehaften Alltagsgeschäft eines jeden Piraten nach – der Schatzsuche.

Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros - Frust im Doppelpack: Mit fiesem Speichersystem verwehrt sich das drollige Duo die Spitzenwertung.

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Sehenswerte Locations sind eine der Stärken des Spiels.
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Obwohl klassische Adventures für gewöhnlich eine ausgefeilte und umfangreiche Hintergrundgeschichte bieten, verzichten Zack und Wiki auf unnötigen Ballast. So erwartet euch zu Beginn eine kleine interaktive Sequenz, in der ihr mit der Steuerung vertraut gemacht werdet und letztlich den berühmten Piraten „Barbaros“ trefft, dessen geschwätziger Totenschädel in einer Schatztruhe auf unsere beiden Abenteurer wartet.

Nach einem kurzen Plausch verständigen sich die drei darauf, dass Zack & Wiki das Piratenschiff von Barbaros samt Schatzkarte erhalten, sofern sie dem zerstückelten Piraten dabei helfen, seinen Körper zu komplettieren. Dazu müssen Zack und Wiki allerdings alle Schatztruhen finden, was sich nachfolgend als durchaus anspruchsvolle Aufgabe erweist.

In jeder der gut 20 Einzelmissionen werdet ihr mit einem schön gestalteten Level konfrontiert, in welchem ihr Zack durch einfaches Anvisieren und Klicken per Wiimote bewegt. Objekte, mit denen ihr interagieren könnt, leuchten kurz auf, sobald ihr mit der Wiimote auf sie zeigt. Ein permanent dargestellter Stern dient als Zielcursor und erleichtert die Bedienung des Spiels.

Packshot zu Zack & Wiki: Der Schatz von BarbarosZack & Wiki: Der Schatz von BarbarosErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Intelligente Schatzsuche

Sobald ihr die B-Taste gedrückt lasst, könnt ihr euch zudem in eurem direkten Umfeld umsehen und auf diese Weise womöglich ein paar Details entdecken, die für das Lösen des Levels von Bedeutung sind. Für die Abenteuer der beiden Helden benötigt ihr übrigens nichts weiter als die Wiimote, die dafür jedoch sehr vielfältig zum Einsatz kommt.

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Hier geht es drunter und drüber – die Levels sind alle sehr individuell.
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Ziel eines jeden Levels ist es, Zack den Weg zur Schatzkiste zu bahnen und dabei Fallen und bösartige Gegner zu umgehen. So müsst ihr beispielsweise spirituellen Eingeborenen ein Schlafmittel in die Suppe mixen, damit sie sich in den Tiefschlaf verabschieden und ihr euch ungesehen zur Schatztruhe schleichen könnt. Häufig müsst ihr auch irgendwelche Gegenstände finden, die ihr dann als Werkzeug benutzen könnt. So sägt ihr zum Beispiel einen Baum ab, der nach seinem gezielten Fall als Brücke über einem Abgrund dient.

Interessant dabei ist die Interaktion per Wiimote – abhängig von dem aktuell genutzten Gegenstand müsst ihr nämlich authentische Bewegungen ausführen, um das Objekt zu benutzen. Wer sägen möchte, muss die Wiimote gerade vor und zurück bewegen. Wollt ihr dagegen eine Türe aufschließen, führt ihr die Wiimote gerade in Richtung Bildschirm und dreht sie dann nach rechts.

Zack & Wiki überzeugen durch schönes Leveldesign und intelligente Rätsel. Wer hier Spaß haben will, sollte jedoch recht frustresistent sein!Fazit lesen

Frust durch fiese Fallen

Wer die Gondel an einem Seil in Bewegung versetzen möchte, kurbelt per Wiimote – die Richtung in die ihr kurbelt entscheidet, in welche Richtung sich die Gondel bewegt. Während Zack den Großteil der Arbeit macht, wird dem putzigen Affen Wiki eher eine Nebenrolle zuteil. Sobald ihr euch in der Nähe eines einzelnen Gegners befindet, sorgt das Schütteln der Wiimote dafür, dass Wiki die Glocken läuten lässt. Auf diese eher unkonventionelle Weise könnt ihr euch die harmloseren Bösewichte mühelos vom Pelz halten.

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Hinter der Türe schlummert schon der nächste Bösewicht.
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Vielen der Gegner solltet ihr dagegen jedoch nicht einmal unter die Augen treten, denn das führt zum sofortigen Scheitern der Mission. Ärgerlich ist dabei, dass sich die Gefahren eines Levels häufig nicht voraussehen lassen und völlig unverhofft zum „Game Over“ Screen führen. Zusammen mit einem umständlichen Speichersystem sorgt das Spiel für zahlreiche Frustmomente.

Statt während der vor allem im späteren Spielverlauf durchaus umfangreichen Levels einfach speichern zu können, müsst ihr euch den Quick Save mit so genannten Platin Tickets verdienen, die ihr zwischen den Missionen für Münzen erwerben könnt. Das Verhältnis aus der Anzahl unverhoffter Ableben und der Menge zu sammelnder Münzen gerät gegen Ende des Spiels zu stark aus dem Gleichgewicht. So seid ihr immer wieder gezwungen, die Missionen komplett neu zu starten und teils mühsame Aktionen zu wiederholen.

Technisch schmucke Levelvielfalt

Erfreulich ist dagegen die gelungene Präsentation des Spiels. Liebevoll gestaltete Levels und das bereits angesprochene niedliche Charakterdesign zählen zu den Stärken des Spiels. Jeder Level zeichnet sich dabei durch ein individuelles Szenario aus und sorgt somit für einen erneuten Motivationsschub.

Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros - Frust im Doppelpack: Mit fiesem Speichersystem verwehrt sich das drollige Duo die Spitzenwertung.

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Ist uns der große Spiegel vielleicht bei der Lösung behilflich?
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Auch die Rätsel wirken durchdacht und stellen euer logisches Denkvermögen immer wieder auf die Probe. Falls ihr mal gar nicht weiter kommt, hilft euch das Orakel mit einem Hinweis. Das kostet jedoch nicht nur wertvolle Münzen, sondern reduziert auch die Punktzahl, die ihr für den erfolgreichen Abschluss eines Levels kassiert. Wer auf einen Mehrspielermodus gehofft hat, wird leider enttäuscht.