Riskante, actiongeladene Manöver, blutrünstige Gefechte und jede Menge abgetrennte Körperteile - das ist es nicht, was euch in Yonder: The Cloud Catcher Chronicles erwartet. Der ewige Kampf um Leben und Tod nimmt sich eine kurze Pause, während wir durch die melancholisch-bunten Lande Gemeas reisen und piepsende Kätzchen sammeln. Im Test verraten wir euch, warum ihr dieses Game unbedingt spielen solltet.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles - Out Now! Release-TrailerEin weiteres Video

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles ist ein langer, kitschiger Name, von dem ihr euch die Abenteuerlust nicht verderben lassen solltet. Denn Yonder ist mehr als nur eines dieser niedlichen Sammel-und-Spring-Games; es ist mehr als “Oh, knallbunte Landschaften!” und “Löse dieses Rätsel, dann bekommst du Punkte!”. Yonder ist ruhig, überraschend individuell, gut geschrieben und ein bisschen Minecraft-ig, ein bisschen Stardew-Valley-ig. Ein bisschen von allem, das ihr gern an einem Freitagabend nach der Arbeit spielen möchtet.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles - Dieses Spiel macht euch glücklich

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Yonder: The Cloud Catcher Chronicles im Test: So schön kann ein Sonnenaufgang sein
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Das Spiel ist Yondergleichen!

Natürlich wollen wir nicht (maßlos) übertreiben, aber Titel wie Yonder: The Cloud Catcher Chronicles sind seltenes Gut; es sind diese verborgenen Perlen am Grund des Indie-Ozeans, kaum sichtbar und zumeist gut verborgen hinter anderweitigem Unkraut, das zunächst durchforstet werden muss. Als geübte Perlentaucher freuen wir uns natürlich, sollten wir einmal auf einen solchen Schatz stoßen - und nein, der Artikel ist nicht bezahlt.

Yonder: The Cloud Catcher Chronicles hat uns einfach begeistert. Warum eigentlich? Ist es nicht langweilig, ganz ohne Schwert, Magie und Herkules-Muskeln durch ein Videospiel zu schleichen? Überhaupt nicht, denn anstelle dieser drei Heldenattribute treten Yonders eigene Waffen.

Das Schwert des “Ommm …”

Tief einatmen. Ausatmen. Lasst die Ruhe einem warmen Mantel gleich über euren Körper gleiten; schaut, erkundet, wandert. Sammelt. Craftet. In Yonder dürft ihr alles und nichts - und das Besondere: Es gibt keine unsichtbare Macht hinter dem Programmcode, welche auf die Uhr schaut und euch in eine bestimmte Richtung treiben will. Vielmehr ist der Weg das Ziel; das Erleben der geheimnisvollen Insel Gemea, auf der ihr nach einem Schiffsunglück landet.

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Belohnungen überall: Schatzkisten findet ihr an etlichen Orten auf Gemea
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Statt blutbeschmierter Heldenklinge besitzt ihr einen Kompass und einen Regenschirm. Der Kompass führt euch durch die Quests, während ihr mit dem Regenschirm automatisch durch die Luft gleitet, solltet ihr spaßeshalber von einer hohen Klippe springen. Ab in den Freitod? Nix da, auf Gemea stirbt nichts, denn das Belohnungssystem basiert hier ausschließlich auf positiven Erfolgen - und ihr werdet für nahezu alles belohnt.

Ein meditativer Glücklichmacher für gestresste Seelen, die eine Auszeit brauchen.Fazit lesen

Holz sammeln für ein Dorf, damit es den Hafen reparieren kann? Ah, gutes Gefühl! Zufällig auf einen unscheinbaren Felsen klettern und eine Schatzkiste finden? Hmmm! Dunkle Nebel mithilfe von niedlichen Geistern vertreiben? Schön! Eure gesamte Reise über könnt ihr sammeln, bauen und finden - besonders finden - und schließlich erhaltet ihr auch euren eigenen Bauernhof, auf dem ihr Tiere halten und mit ihnen Produkte wie Milch einfahren dürft. Aber: Die Mechanik auf dem Hof ist einfach gehalten, erwartet demnach keinen Landwirtschafts-Simulator.

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Genießt den Frieden in Yonder
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Denn Yonder ist letztendlich nicht mehr als eine beruhigende, meditative Erkundung einer schönen Welt; sicherlich - es gibt auch eine Story, aber die kann getrost hintangestellt werden.

Handwerkermuskeln & Haarfärbemittel

Was haben Fable 3 und Diablo 3 gemeinsam? Färbemittel natürlich, was auch sonst. Es gibt diese merkwürdigen Menschen - wie mich - die insbesondere am Färben von Kleidung und Haaren ihrer Charaktere unglaublich viel Spaß haben. Falls ihr ähnliche Vorlieben hegt, wird euch Yonder begeistern. Schon im Charaktereditor passt ihr euer kleines Männlein oder Fraulein individuell an eure Vorlieben an, ehe ihr im Verlauf des Spiels immer wieder über Färbemittel und Accessoires stolpert.

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Der Blick gen Himmel gerichtet: Die sternenklare Nacht auf Gemea
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Das Wandern ist des Handwerkers Lust: Streift im Spiel durch mehrere unterschiedliche Areale; von Wüstenregionen über Winterlandschaften bis hin zu saftig grünen Wiesen: “Schönheit ist überall ein gar willkommener Gast”, sagte Johann Wolfgang von Goethe einmal und ihm würde Yonder gefallen. Sternenklare, romantische Nächte, grau-melancholische Dämmerungen und sommerliche Regenschauer begleiten euch auf eurer Reise und tauchen die Biome in unterschiedliche, geschmackvolle Stimmungen.

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Hacke, hacke Steinchen - mit drei Schlägen ist der Fels kaputt!
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Dazu besitzt ihr à la Minecraft Axt, Spitzhacke und Hammer, mit denen ihr gewisse Materialien (Bäume, Felsen etc.) bearbeiten könnt. Im Menü bastelt ihr dann die jeweiligen Objekte zusammen, sofern ihr die nötigen Rezepte besitzt. Kochen, fischen und sogar jagen und häuten dürft ihr ebenso, wenngleich das recht blutlos vonstatten geht.

Die Magie der Katzenbabys

Und Katzenbabys. Die miauenden Haarbälle verteilen sich über die gesamte Insel und sind ebenfalls Sammelobjekte, die euch schon einmal in den (positiven) Wahnsinn treiben können. Ihr Rufe sorgen für Gänsehaut und eine geradezu zwanghafte Suche nach ihnen, denn wer kann diesem Fiepen schon widerstehen? Ich konnte es nicht, obwohl die Vierbeiner fast schon ein wenig zu süß für meinen Geschmack sind.

Fast.

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Minecraft-ähnlich: Füttert die Gruffles, damit sie euch folgen
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Denn ja, ihr solltet schon einen Zuckerschock aushalten können (und euch im Nachgang nicht angeekelt abwenden müssen), falls ihr Yonder: The Cloud Catcher Chronicles genießen möchtet. Ich bin ganz ehrlich: Für mich wäre das beinahe zu einem Minuspunkt ausgeartet, doch der Titel von Prideful Sloth schafft es, der virtuellen Diabetes geradeso zu entgehen. Süß, aber nicht zu süß; dafür schön und meditativ. Ein Spiel, das glücklich macht.